Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/eeg-dell-ist-emotionen-auf-der-spur-1408-108408.html    Veröffentlicht: 07.08.2014 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/108408

EEG

Dell ist Emotionen auf der Spur

Dell entwickelt eine Software, die die Stimmung eines Menschen anhand von Gehirnströmen erkennen kann. Sie soll beispielsweise bei der Arbeit eingesetzt werden.

Der US-Hardwarehersteller Dell entwickelt eine Software, die anhand der Gehirnaktivität Gefühle erkennen kann. Das hat Jai Menon, Leiter von Dells neuer Forschungs- und Entwicklungsabteilung, der BBC gesagt. Das System soll 2017 auf den Markt kommen.

Die Entwickler nutzen handelsübliche Computer-Gehirn-Schnittstellen (Brain-Computer-Interface, BCI), die die Hirnströme messen, darunter etwa die des US-Unternehmens Neurosky. Aus diesen Daten wollen sie die Stimmung des Trägers des BCI herauslesen - also ob dieser fröhlich, gelangweilt oder traurig ist.

Mangel in der Genauigkeit

Derzeit mangele es noch an der Genauigkeit, gibt Menon zu: Die Software erkenne nur etwa in der Häfte der Fälle die Stimmung des BCI-Trägers. Ziel sei, die Genauigkeit auf über 90 Prozent zu steigern. Nur dann könne die Software auch auf den Markt gebracht werden.

Falls die Elektroenzephalografie, also die Messung der Gehirnströme, allein nicht ausreiche, könnten weitere Parameter erfasst werden, um die Vorhersagen zu verbessern, sagte Menon. In Frage komme etwa der Sauerstoffgehalt im Blut, der mit einem Oximeter beispielsweise an der Fingerspitze gemessen wird, oder der Herzrhythmus.

Keine Störung bei der Arbeit

Anwendungen für eine solche Technik sieht Menon in der Arbeitswelt ebenso wie in der Freizeit: Stelle das System beispielsweise fest, dass ein Mitarbeiter sehr konzentriert an einer Aufgabe arbeite, könne es dafür sorgen, dass er nicht abgelenkt oder gestört werde. Es könnte dann Telefonanrufe gleich an den Anrufbeantworter weiterleiten.

Das System funktioniere aber auch in die andere Richtung: Habe sich der Mitarbeiter allzu lange auf seine Aufgabe konzentriert, könne es ihm vorschlagen, eine Pause einzulegen.

Auch Computerspieler sollen von dem System profitieren: Erkennt es, dass der Spieler sich langweilt, kann es mal eben die Schwierigkeitsstufe anheben, um wieder für mehr Spannung zu sorgen. Bleibt der Spieler hingegen an einer bestimmten Stelle im Spiel stecken und ist deshalb frustriert, kann das System dafür sorgen, dass er einen Hinweis bekommt, wie es weitergeht.  (wp)


Verwandte Artikel:
Brainflight: Fliegen mit Gedankenkraft   
(27.05.2014, https://glm.io/106758 )
Crowdfunding: Denken heißt fliegen   
(21.11.2012, https://glm.io/95846 )
Neuralink: Elon Musk will Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln   
(28.03.2017, https://glm.io/126973 )
Face.com-Übernahme: Facebook will Gesichtserkennung stark ausbauen   
(19.06.2012, https://glm.io/92609 )
Sensor: Mit dem Kopfpflaster Gefühle lesen   
(23.03.2017, https://glm.io/126884 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/