Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drahtloser-strom-ubeam-legt-prototypen-fuer-drahtloses-laden-vor-1408-108395.html    Veröffentlicht: 07.08.2014 07:59    Kurz-URL: https://glm.io/108395

Drahtloser Strom

Ubeam legt Prototyp für drahtloses Laden vor

Die US-Firma Ubeam arbeitet an einer drahtlosen Ladetechnologie für Smartphones und Laptops. Nebenbei könnte das System die sichere Übertragung von Daten revolutionieren.

Das US-Unternehmen Ubeam will mit einer neuen drahtlosen Ladetechnik das Akku-Problem von Smartphones und Laptops lösen. Am Mittwoch legte die Firma einen frühen Prototyp vor, der Elektrizität in Ton umwandelt und per Ultraschall durch die Luft schickt. Ein Empfänger wandelt die Wellen anschließend wieder in Strom um und nutzt diesen, um elektronische Geräte aufzuladen.

Die Technologie soll es möglich machen, Geräte auch dann aufzuladen, wenn sie etwa in der Handtasche oder Hosentasche getragen werden. "Damit ist Aufladen so einfach wie eine WLAN-Verbindung", sagte Gründerin Meredith Perry im Interview mit der New York Times. Die 25-jährige Amerikanerin hatte die Technologie ursprünglich für einen Wettbewerb an ihrer Universität entwickelt.

Ladekabel und Adapter könnten überflüssig werden

Die Ladestationen sollen nicht dicker als fünf Millimeter sein und wie eine Tapete an der Wand angebracht werden können. Smartphones und Laptops müssen mit einem Empfänger ausgestattet sein, der die Audiowellen in Strom umwandelt.

Laut Ubeam könnte die Technologie in Zukunft auch dafür sorgen, dass Geräte und Akkus deutlich dünner werden, weil sie nahezu ununterbrochen aufgeladen werden könnten und entsprechend geringere Ladekapazitäten benötigten. "Wenn überall drahtloser Strom zur Verfügung steht, dann muss der Akku nicht mehr besonders groß sein", sagte Perry. Auch Ladekabel und Adapter für Steckdosen im Ausland könnten mit der Ubeam-Technologie in Zukunft überflüssig werden.

Ubeam will auch Flughäfen und Hotels ausrüsten

In der Akku-Technologie hat sich in den vergangenen Jahren wenig getan. Die Leistungen verbesserten sich nur geringfügig und setzen dem Design und der Nutzung von Smartphones und Laptops nach wie vor enge Grenzen. Bestehende Drahtlos-Systeme funktionieren nur mit sehr geringer Reichweite. Bei den Verbrauchern stößt die Technologie deshalb auf wenig Interesse.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre will Ubeam seine Technologie auf den Markt bringen. Neben einer Version für den Betrieb im eigenen Haus plant Ubeam auch eine Variante für den Betrieb in Stadien, an Flughäfen oder in Messehallen. Die Firma will ihre Geräte auch an Hotels oder Kaffeeketten verkaufen.

Die Technologie soll laut Ubeam auch die sichere Übertragung von Daten ermöglichen. Das könnte vor allem für die wachsende Zahl an Haushaltsgeräten interessant sein, die mit dem Internet kommunizieren. Dort gilt die Datensicherheit bislang noch als große Schwachstelle.

Häuserwände als Hindernis

Allerdings gibt es noch Grenzen für den Einsatz. Laut Ubeam funktioniert die Übertragung der Wellen derzeit nicht durch Häuserwände. Anders als ein WLAN-Router müssen Nutzer also in jedem Raum einen eigenen Transmitter installieren, um die Technologie dort nutzen zu können.

Ubeam hat in den USA inzwischen 18 verschiedene Patente für seine Technologie beantragt. Die Firma hat in einer ersten Runde 1,7 Millionen US-Dollar gesammelt. Zu den Geldgebern gehören unter anderen Yahoo-Chefin Marissa Mayer und das Unternehmen Andreessen Horowitz. Derzeit läuft eine weitere Serie-A-Runde.  (be)


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(04.02.2017, https://glm.io/125998 )

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