Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/freies-media-center-xbmc-heisst-kuenftig-kodi-1408-108302.html    Veröffentlicht: 02.08.2014 13:44    Kurz-URL: https://glm.io/108302

Freies Media Center

Xbmc heißt künftig Kodi

Das Xbmc-Team benennt sein freies Media Center um. Künftig soll es den Namen Kodi Entertainment Center tragen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Das freie Media Center Xbmc wird ab der nächsten Version 14 in Kodi Entertainment Center umbenannt. Das Projekt soll künftig nicht mehr mit der Xbox in Verbindung gebracht werden. Außerdem sei die Software längst nicht mehr nur ein Media Center, sondern es sei inzwischen zu einem ausgereiften Entertaiment Center geworden, so die Entwickler. Durch die Namensänderung soll auch der Schutz des Markennamens einfacher werden.

Die Namensänderung soll ab der nächsten Version 14 gelten. Eine erste Vorabversion wurde bereits unter dem Namen Kodi 14.0 alpha2 alias Helix veröffentlicht. Die aktuelle Version 13 alias Gotham wird weiterhin den alten Namen Xbmc tragen. Gotham wurde im Mai 2014 veröffentlicht.

Markenrecht am neuen Namen

Es gibt mehrere Gründe für die Namensänderung. Den Namen Xbmc ließ das Team nie schützen. Zu groß war die Angst, in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden. Ursprünglich stand Xbmc tatsächlich für Xbox Media Center, da die ersten Versionen für Microsofts Spielkonsole entwickelt wurden. Auf die Nachfolger Xbox 360 und Xbox One wurde die Software jedoch nie portiert. Mangels Markenschutz konnten Hersteller ihre eigenen Versionen von Xbmc entwickeln und teils fehlerhafte Versionen der Software vertreiben, was wiederum das Xbmc-Team ärgerte. Nach Beratungen mit dem Freedom Software Law Center entschied sich das Team für eine komplett neue Namensgebung, die nach den Richtlinien der Mozilla Foundation umgesetzt wird. Eine Lizenzänderung der Software wird es hingegen nicht geben. Sie soll weiterhin unter der GPLv2 veröffentlicht werden.

Der neue Name soll auch die inzwischen ausgeweitete Funktionalität der Software widerspiegeln. Sie sei längst nicht mehr nur ein reines Media Center, sondern müsse die Bezeichnung Entertainment Center tragen, so die Entwickler. Denn damit lassen sich Inhalte streamen, es dient als Plattform für diverse Addons und es können darüber auch Spiele gestartet werden. Xbmc sei jetzt eine eigenständige Plattform, die nicht mehr nur in einem bestehenden Betriebssystem installiert werden müsse. Weder das "XB" noch das "MC" des ursprünglichen Namens würden noch einen Sinn ergeben.

Nicht für die Xbox

Schließlich soll die Namensänderung verhindern, dass Nutzer weiterhin fragen, wann die Software endlich auf die Xbox 360 oder die Xbox One portiert werde, sagte der Projektleiter Nathan Betzen zu Gigaom.

Zur Namensfindung sagte Betzen weiter, es habe mehrere Vorschläge der Projektmitglieder gegeben. Einer davon sei eben Kodi gewesen, weil sich das Wort über die Knöpfe auf der Fernbedienung buchstabieren lasse. Das Konzept habe dem Team gefallen, weil es die Funktionalität der Software widerspiegele: Sie sei eine Fernbedienung für Benutzerinhalte.  (jt)


Verwandte Artikel:
VLC, Kodi, Popcorn Time: Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden   
(24.05.2017, https://glm.io/128020 )
SSRF: Sicherheitslücke in Mediensoftware Plex   
(28.02.2014, https://glm.io/104870 )
Helix und RealPlayer 11 für Linux erschienen   
(18.04.2008, https://glm.io/59114 )
Mediacenter-Software: Warum Kodi DRM unterstützen will   
(24.04.2017, https://glm.io/127455 )
Asus Tinker Board im Test: Buntes Lotterielos rechnet schnell   
(22.02.2017, https://glm.io/126266 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/