Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mars-2020-curiosity-zwilling-soll-unter-die-mars-oberflaeche-schauen-1408-108288.html    Veröffentlicht: 01.08.2014 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/108288

Mars 2020

Curiosity-Zwilling soll unter die Mars-Oberfläche schauen

Der nächste Marsrover wird sieben wissenschaftliche Instrumente bekommen, um weitere Erkenntnisse über den Planeten zu sammeln. Darunter wird ein Bodenradar sein sowie ein Gerät, das Atemluft produzieren soll.

2020 bekommen Opportunity und Curiosity Gesellschaft: Dann wird die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) einen weiteren Rover zum Mars schicken. Jetzt hat die Nasa die wissenschaftliche Ausstattung der Mission Mars 2020 bekanntgegeben. Unter den sieben Instrumenten werden auch Komponenten aus Europa sein.

Wie Curiosity wird auch sein Zwilling eine Mastkamera bekommen. Die Mastcam-Z wird ein System aus Panorama- und Stereokameras. Eine zweite Kamera, die Supercam, soll Bilder sowie Analysen über die Zusammensetzung des Marsgesteins liefern und dabei vor allem nach organischen Verbindungen Ausschau halten. An der Entwicklung der Supercam ist das französische Centre National d'Etudes Spatiales beteiligt.

Steine analysieren

An der Suche nach organischen Verbindungen wird sich auch das Instrument Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics and Chemicals (Sherloc) beteiligen. Das ist ein Spektrometer, das Steine mit einem Ultraviolettlaser untersucht. Mars 2020 bekommt noch einen zweiten Spektrometer, der mit Röntgen arbeitet: Das Planetary Instrument for X-ray Lithochemistry (Pixl) ist ein Röntgenfluoreszenzspektrometer, das ebenfalls Marsgestein untersuchen wird.

Während Sherloc und Pixl die Oberfläche betrachten, schaut der Radar Imager for Mars' Subsurface Exploration (Rimfax) darunter. Rimfax ist ein Bodenradar, das Bilder von der geologischen Struktur unter der Marsoberfläche mit einer Auflösung im Zentimeterbereich liefern soll. Gesucht wird unter anderem unterirdisches Wasser in flüssiger oder gefrorener Form. Entwickelt wurde das Instrument in Norwegen.

Das Marswetter

Daten über das Wetter auf dem Mars wird der Mars Environmental Dynamics Analyzer (Meda) liefern. Meda besteht aus einer Reihe von Sensoren, die die Temperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung, atmosphärischen Druck und Feuchtigkeit sowie die Form und Größe des Staubs in der Atmosphäre messen. Das Instrument stammt aus Spanien.

Das Mars Oxygen ISRU Experiment (Moxie) schließlich soll testen, ob die Marsatmosphäre in Atemluft transformiert werden kann. Die Marsatmosphäre besteht zu einem großen Teil aus Kohlendioxid. Das soll Moxie spalten und daraus Sauerstoff gewinnen. Ein solches System könnte bemannten Missionen zum Mars die Luft zum Atmen bereitstellen.

Proben sammeln und zur Erde bringen

Wie Curiosity soll Mars 2020 Gesteinsproben nehmen. Auch dieser Rover wird dafür einen Bohrer bekommen. Einige der gesammelten Proben sollen aufbewahrt werden. Eine spätere Mission soll sie dann zur Erde zurückbringen.

Die Nasa hatte das wissenschaftliche Inventar für den Curiosity-Zwilling per Ausschreibung gesucht. Es seien 58 Anträge eingegangen, schreibt die Nasa - doppelt so viele wie sonst bei einer solchen Ausschreibung üblich. Das zeige das große Interesse der Wissenschaft am Mars. Ein Kriterium für die Auswahl war der Nutzen für künftige bemannte Flüge zu unserem Nachbarplaneten.

Rover aus Ersatzteilen

Ende 2012 hatte die Nasa angekündigt, 2020 einen weiteren Rover auf den Mars zu schicken. Er wird weitgehend identisch sein mit Curiosity, weil beim Bau eine Reihe von Teilen doppelt produziert worden. Darunter ist auch eine Radionuklidbatterie, die die Energie für den Rover liefert.

Zudem gab es noch das Team, das Curiosity gebaut hat. Die Verfügbarkeit der Teile, der Experten und ihrer Kenntnisse mache es möglich, eine weitere Marsmission mit dem eingeschränkten Etat und in relativ kurzer Zeit durchzuführen, erklärte die Nasa seinerzeit.

Rekord-Rover

Opportunity hat unterdessen einen Rekord gebrochen: Der 2004 auf dem Mars gelandete Rover ist inzwischen 40 Kilometer weit gefahren. Das ist die längste Strecke, die je ein Fahrzeug auf einem anderen Himmelskörper zurückgelegt hat. Bisheriger Rekordhalter war Lunochod 2: Der russische Rover war 1973 auf dem Mond gelandet und dort 39 Kilometer weit gefahren.

Curiosity ist fast auf den Tag genau zwei Jahre auf dem Mars: Der Rover, dessen richtiger Name Mars Science Laboratory lautet, ist am Morgen des 6. August 2012 unserer Zeit im Marskrater Gale gelandet.  (wp)


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