Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/doom-crytek-grafikchef-geht-zu-id-software-1407-107993.html    Veröffentlicht: 21.07.2014 01:09    Kurz-URL: https://glm.io/107993

Doom

Crytek-Grafikchef geht zu id Software

Der führende Grafikprogrammierer von Crytek, Tiago Sousa, hat seinen Wechsel zu id Software bekannt gegeben. Der Portugiese arbeitet dort an der id Tech 6, die für Doom entwickelt wurde.

Tiago Sousa hat den Arbeitgeber gewechselt: Der bisherige Lead R&D Graphics Engineer von Crytek ist nun Lead Rendering Programmer bei id Software und kümmert sich um die id Tech 6 für Doom. Damit verlässt der Engine-Experte nach über zehn Jahren das deutsche Spielestudio Crytek und zieht von Frankfurt am Main nach Richardson, Texas.

Wie genau seine Arbeit an der id Tech 6 aussieht, hat Tiago Sousa bisher nicht verraten. Die Engine ist der Nachfolger oder viel eher eine Weiterentwicklung der id Tech 5, die die bisher nur in Rage und Wolfenstein The New Order verwendet wird. Die Engine bietet Megatexturing und belegt sehr viel Speicher. Dynamische Beleuchtung zählte bisher nicht zu ihren Stärken - für Doom eher ungünstig.

Sousa hat am Instituto Superior Técnico (Lissabon) Informatik studiert und war seit Februar 2003 bei Crytek in Coburg sowie später in Frankfurt angestellt. Der Portugiese arbeitete an allen Cryengine-Versionen mit, die unter anderem in Far Cry, der Crysis-Trilogie, Ryse, Kingdom Come Deliverance und Star Citizen genutzt wird.

Zudem entwickelte er mit Studenten der Universität Saragossa das Subpixel Morphological Antialiasing (SMAA), das mittlerweile in vielen Spielen - beispielsweise Infamous Second Son - Verwendung findet. SMAA ist eine Postprocessing-Kantenglättung mit vergleichsweise gutem Anti-Aliasing für Geometrie und Alpha-Tests.

Noch vor Sousa hatte 2009 Martin Mittring Crytek verlassen und war zu Epic für die Unreal Engine 4 gewechselt, mit Carsten Wenzel ist aber noch eines der Cryengine-Urgesteine bei Crytek angestellt. Das Studio hatte zuletzt eine Krise und eine drohende Insolvenz dementiert. Die Mitarbeiter in Nottingham, England haben die Arbeit an Homefront 2 niedergelegt.  (ms)


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