Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/notebook-apu-amd-kaveri-nachfolger-carrizo-soll-30-schneller-werden-1407-107929.html    Veröffentlicht: 16.07.2014 17:53    Kurz-URL: https://glm.io/107929

Notebook-APU

AMD-Kaveri-Nachfolger Carrizo soll 30 % schneller werden

Für das Jahr 2015 plant AMD mit den Excavator-Kernen auch eine neue Notebook-APU. Zu diesem Projekt mit Codenamen Carrizo gibt es nun erste Details, vor allem zur GPU-Ausstattung. Unklar ist weiterhin, ob auch eine Version mit Stacked Memory vorgesehen ist.

30 Prozent schneller, bei einer unveränderten TDP von 15 Watt - so lautet das Versprechen einer im Layout von AMD gestalteten Präsentationsfolie, die VR-Zone veröffentlicht hat. Das Dokument gibt diese Werte für die unter dem Codenamen Carrizo geführte APU an, die 2015 den Nachfolger des mobilen Kaveri bilden soll.

Die Leistungssteigerung dürfte vor allem aus den neuen Excavator-Modulen stammen, mit denen Carrizo, ebenso wie neue Server- und Desktop-CPUs von AMD, arbeiten wird. Excavator ist die erste große Überarbeitung von AMDs schnellen Kernen, seit diese 2011 auf das Modulkonzept umgestellt wurden. Dabei teilen sich je zwei Integer-Kerne eine FPU und SSE-Einheit. Dass AMD mit Excavator davon abrückt, ist auch laut der neuen Folie nicht anzunehmen, denn es gibt für die vier Cores zwei getrennte L2-Caches von je 1 MByte Größe.

Einstiegs-GPU der Desktopklasse und HSA

Sehr detailliert sind die Angaben zur integrierten GPU und den Videoeinheiten. Der Grafikkern von Carrizo basiert auf der GCN-Architektur, ist aber sehr klein ausgefallen: Nur 8 Compute Units (CU) mit je 64 Rechenwerken sind geboten, was 512 Shadereinheiten ergibt. Schon die Einstiegsgrafikkarte Radeon R7 250X kommt auf 640 Shader, zudem muss eine integrierte GPU auf den im Vergleich mit GDDR5 langsameren Hauptspeicher zugreifen. Diesen hat AMD immerhin bis auf DDR3-2133 beschleunigt, was aber bisher noch kaum ein Notebookhersteller nutzt, weil die schnellen Module recht teuer sind. Wie schon Kaveri unterstützt Carrizo per HSA einen gemeinsamen Speicherbereich für CPU und GPU.

Günstig sehen auch die Spezifikationen für die neuen Videoeinheiten aus. Der UVD6 kann mehrere Full-HD-Streams nach H.264 dekodieren, die Komprimierungseinheit VCE 3.1 mehrere Videoquellen in H.264 umwandeln. Das ist nicht nur für die Videobearbeitung wichtig, sondern auch für Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern - die entsprechenden Programme müssen die AMD-Hardware aber auch gezielt ansprechen.

Als echtes SoC hat Carrizo auch alle wichtigen Schnittstellen wie USB 3.0 und 2.0 sowie für SD-Karten integriert. Auch acht PCIe-Lanes für eine dedizierte Grafikkarte gibt es. Noch nicht bestätigt ist, was manche Beobachter sich vom Kaveri-Nachfolger schon länger erhoffen: Stacked Memory, also Hauptspeicher, der in Form von eigenen Chips direkt auf dem SoC angebracht ist. Vor allem für Convertibles ist eine solche Bauform günstig, weil sie kleinere Mainboards ermöglicht. Der freie Platz lässt sich dann für flachere Gehäuse oder größere Akkus nutzen.

Überhaupt soll sich Carrizo für viele Formfaktoren eignen. AMD plant der Folie zufolge Versionen mit 12 bis 35 Watt. Die SoCs sind nicht gesockelt, sondern im Formfaktor BGA FP4 zum Auflöten ausgeführt. Einen Termin für den Marktstart gibt es noch nicht. Die Computex 2015 im Juni wäre aber wohl dafür geeignet. Wie bereits berichtet, wird Carrizo auch als Desktop-APU für den Sockel FM2+ erscheinen.  (nie)


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