Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dieselstoermers-angespielt-diablo-plus-diesel-1407-107913.html    Veröffentlicht: 16.07.2014 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/107913

Dieselstörmers angespielt

Diablo plus Diesel

Zufallsgenerierte Levels und das Sammeln von Rüstung und Waffen: Darum geht es in Dieselstörmers, dem kommenden Actionrollenspiel von Black Forest Games. Golem.de hat es angespielt und mit den Entwicklern gesprochen.

Dieselströmers sieht auf den ersten Blick wie ein Jump-and-Run aus. Ist es aber nicht, wie auch wir ein paar Sekunden nach dem Anspielen feststellen. Trotz der Seitenansicht geht es nicht um Geschicklichkeit und Hüpfen und Springen. Sondern darum, möglichst viele Gegner mit Energie- oder sonstigen Waffen wegzupusten, Waffen und Rüstung zu sammeln und das nächste Level zu erreichen.

Die Entwickler von Black Forest Games (Gianna Sisters) vergleichen ihr Werk selbst sogar mit Diablo. Zum einen wegen des starken Fokus auf das Sammeln von Gegenständen, zum anderen, weil die Umgebung von Dieselstörmers ebenfalls weitgehend per Zufallsgenerator aus Modulen zusammengestellt wird.

Die Rahmenhandlung dreht sich um die Fantasystadt Ravensdale, die ein größerer Ölfund grundlegend verändert: Das Öl verwandelt die Zitadelle des Patrons in eine riesige Ölplattform. Brave Arbeiter mutieren zu bösen Orks und Goblins, die der Spieler als eine Art Dieselritter bekämpft.

Das Programm hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das rund 30-köpfige Entwicklerstudio Black Forest Games aus Offenburg am Rhein wollte schon länger ein Spiel mit mittelalterlichen Rittern in einem Diesel-Szenario machen. "Aber Steampunk verkauft sich nicht, haben uns die Publisher dann gesagt", erzählt der Spieldesigner Rolf Beismann im Gespräch mit Golem.de.

Die Entwickler haben dann ein Konzept erstellt, das dezent an Zelda erinnert hat - und das tatsächlich das Interesse von Konami geweckt hat. Allerdings habe der Publisher zu der Zeit bereits das nicht ganz unähnliche Darksiders in der Entwicklung gehabt und keine hauseigene Konkurrenz gewollt.

Später Erfolg auf Kickstarter

So setzte Black Forest Games schließlich auf Kickstarter. Bereits ein paar Monate vorher war das Studio mit Project Gianna erfolgreich gewesen. Bei Ravensdale - so der Arbeitstitel - sei laut Rolf Beismann das Ziel zu hoch gewesen: Eine halbe Million US-Dollar sei von der Community verlangt worden. "Das waren die tatsächlichen Gesamtkosten, die Dieselstörmers einfach kostet". Nach einigen Tagen wurde die Kampagne gestoppt.

Eine zweite Kampagne über 50.000 US-Dollar war dann erfolgreich. Das Budget reiche aber nur für den Anschub, sagt Beismann. Den Rest muss Black Forest Games, das auch als Dienstleister für andere Studios arbeitet, auf andere Art auftreiben - etwa über Early Access ab dem 17. Juli 2014 auf Steam.

Als Spieler steuern wir einen Ritter, der in einer dicken Rüstung steckt und mit teils mehrstrahligen Energiewaffen gegen Orks, Goblins und andere Fantasymonster antritt. Neben Standardgegnern gibt es auch Oberbosse mit Spezial- und Zauberfähigkeiten. Die Steuerung ist unkompliziert: Wir können durch alle Böden, Decken und Wände springen und gehen - außer, wenn diese schwarz sind, dann ist der Weg blockiert.

Eine Besonderheit ist eine Art Blitzkugel namens Arc Connector, die alle Dieselritter verbindet und mit der Gruppe von links nach rechts mitschwebt. Sie lässt sich im Spielverlauf mit Spezialfähigkeiten ausstatten. Dann lähmt er etwa alle Feinde in der Nähe oder stößt sie sogar zurück. Nett: Auf Knopfdruck können wir uns zum Arc wie mit einem Gummiband zurückschnalzen lassen. Das fühlt sich lustig an, bringt uns ohne Zeitverlust wieder mitten in unser Team zurück oder rettet unser Leben bei zu vielen Gegnern.

In Dieselströmers geht es nicht nur darum, sich den Weg freizukämpfen, sondern es gibt ähnlich wie in einem Rollenspiel Haupt- und Nebenmissionen, die man nicht unbedingt in vorgegebener Reihenfolge erledigen muss. Außerdem können wir Primär- und Sekundärziele absolvieren und dann beispielsweise einen Boss nicht nur einfach besiegen, sondern innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Auch communityübergreifende Aufgaben sind geplant: Dann könnte es etwa darum gehen, zusammen mit allen Spielern mindestens 40.000 Orks auszuschalten.

Dieselstörmers soll Ende 2014 für Windows-PC erscheinen; neben einer Steam-Fassung soll es früher oder später auch eine Version ohne DRM geben. Außerdem sind Umsetzungen für Mac OS und Linux sowie für Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Wii U geplant.  (ps)


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