Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/maschinenlernen-neuronales-netz-von-microsoft-erkennt-hunderassen-1407-107891.html    Veröffentlicht: 15.07.2014 16:13    Kurz-URL: https://glm.io/107891

Maschinenlernen

Neuronales Netz von Microsoft erkennt Hunderassen

Mit dem Project Adam erforscht Microsoft neuronale Netze und maschinelles Lernen. Das simulierte Gehirn mit zwei Milliarden Verbindungen erkennt Hunderassen und soll künftig eine Vielzahl von Objekten visuell identifizieren können.

Menschen fällt es vergleichsweise leicht, Tausende verschiedene Objekte zu unterscheiden und ihnen Begriffe zuzuordnen. Mit neuronalen Netzen werden diese Vorgänge auf Rechnern simuliert: Microsofts hat mit Hilfe der Sprachsteuerung Cortana in einem Windows-Phone demonstriert, dass das Forschungsprojekt Adam Hunderassen benennen kann.

Riesige Datenmengen

Das simulierte Netz selbst besteht aus mehr als zwei Milliarden Verknüpfungen. Die Forscher übergaben dem System etwa 14 Millionen unterschiedliche Bilder von Flickr und anderen Webseiten, die in mehr als 22.000 Kategorien auf Basis ihrer Tags sortiert wurden. Bei diesem sogenannten Training wurden die Verknüpfungen automatisch erstellt.

Wie nicht anders zu erwarten nutzt Microsoft für das Project Adam verteilte Rechennetze, so dass sich der Ansatz zumindest theoretisch gut weiter skalieren lassen könnte. Detaillierte Angaben spart das Unternehmen in seiner Vorstellung des Systems aber aus. Microsoft erklärt, das System nutze "30-mal weniger Maschinen", sei "doppelt so akkurat in der Objekterkennung" und "50-mal schneller als andere Systeme". Aber auch hier benennt Microsoft keinen konkreten Vergleich.

Das US-Magazin Wired bezieht diese Daten aber explizit auf von Google veröffentlichte Benchmarks für Brain. Demnach benutze Microsoft aber keine besseren Algorithmen, vielmehr seien die Computer besser optimiert, die Daten zu verarbeiten und schneller miteinander zu kommunizieren.

Smartphone erkennt Hunderassen

Auf dem diesjährigen Faculty Summit der Forschungsabteilung führten die Forscher das System vor, wobei die Sprachsteuerung Cortana von Windows Phone auf Adam zugriff. Dazu wurden verschiedene Hunde mit dem Smartphone fotografiert, mit der Frage an Cortana, um welche Hunderassen es sich handele.

Dies ist in zwei von drei Fällen auch gelungen. Bei dem Foto eines Menschen reagierte Cortana mit der Feststellung: "Ich glaube, das ist kein Hund". Künftig könnte das System dazu genutzt werden, Giftpflanzen von ungefährlichen zu unterscheiden oder Krankheiten beispielsweise an Hautausschlägen zu erkennen.  (sg)


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