Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/golem-pur-golem-de-startet-werbefreies-abomodell-1408-107827.html    Veröffentlicht: 04.08.2014 10:00    Kurz-URL: https://glm.io/107827

In eigener Sache

Golem.de startet werbefreies Abomodell

Werbefrei oder kostenfrei: Golem.de-Leser haben ab jetzt die Wahl. Ab 2,50 Euro im Monat können sie "Golem pur" abonnieren - ohne Werbung, ohne Tracking oder Profilbildung, aber mit neuen Funktionen.

Als wir vor mehr als einem Jahr unsere Leser baten, ihren Adblocker für Golem.de abzuschalten, antworteten viele ungefähr so: "Ich will nicht von Werbung genervt werden, ich will nicht von Werbeanbietern getrackt werden, aber ich sehe ein, dass Golem.de mit seinen Inhalten Geld verdienen muss und würde gerne dafür zahlen." Seither haben wir uns nicht nur verstärkt für weniger aufdringliche Werbeformen eingesetzt und Flattr als Honorierungsmöglichkeit eingeführt, sondern auch an einem werbefreien Abomodell gearbeitet, das jetzt fertig ist: "Golem pur".

Als erstes IT-Onlinemagazin Deutschlands bieten wir damit unseren Lesern ein Abonnement an. Es ist frei von Werbung, unerwünschtem Tracking und Profilbildung und führt zusätzliche Komfortfunktionen für Seitenlayout und Technik ein, die das Lesen und Videoschauen bei Golem.de bequemer machen. Sie ermöglichen es, Artikel auf einer Seite darzustellen, Videos für die Offlinenutzung herunterzuladen oder einen Volltext-RSS-Feed zu nutzen. Wir werden ständig neue Funktionen hinzufügen und dabei die Wünsche unserer Abonnenten berücksichtigen.

Was bringt das Abo?

Inhalte kommen ausdrücklich nicht hinter eine Paywall. Denn das Beschränken des Zugangs zu Informationen und das Errichten von Paywalls entsprechen nicht unserem Verständnis des Internets und der vernetzten Welt. Auch von Abo-Prämien und anderen Lockmitteln nehmen wir Abstand, um die Abopreise klein zu halten.

Zahlende Nutzer von Golem.de erhalten auf Computern und mobilen Endgeräten eine angepasste Version unserer Website, aus der sämtliche Adtags entfernt wurden. Es wird keine Werbung geladen, keine Daten werden an die Adserver gesendet, keine Profilbildung wird durchgeführt. Dies gilt für einfache Textanzeigen, animierte Flash-Werbung sowie Pre-Roll-Spots vor den Videos. Da der Abobereich keine externen Werbeaufrufe enthält, ist kein Tracking durch Werbeanbieter möglich. Die einzigen Zählpixel, die erhalten bleiben, sind die von IVW, Agof und VG Wort sowie unsere eigenen.

Wir möchten erwähnen, dass wir uns die Möglichkeit offenhalten, einen kleinen Sponsoring-Hinweis zu integrieren. Dabei handelt es sich um eine dezente Logo-Fläche mit Sponsor-Hinweis. Wir sehen dies als eine Chance, die Abopreise dauerhaft niedrig zu halten. Auch hier gilt, dass der Hinweis immer direkt von unseren Servern kommt, keine Profilbildung stattfindet und der Hinweis nicht animiert sein wird.

Warum werden weiterhin Zählpixel eingesetzt und wie viel kostet es?

Die Zählpixel von IVW und Agof dienen der Reichweitenmessung von Golem.de, kommen ohne Profilbildung aus, und die erfassten Daten werden nach den Vorgaben der deutschen Datenschützer nur anonymisiert gespeichert. Die Pixel sind notwendig, um mit unabhängigen Zahlen belegen zu können, welche Reichweite und Abonnentenzahl Golem.de erreicht. Diese Zahlen helfen uns auch bei der redaktionellen Arbeit, beispielsweise wenn es darum geht, Testmuster frühzeitig zu erhalten.

Die VG Wort schüttet die Einnahmen aus pauschalen Urheberabgaben an Autoren und Verlage aus. Damit wir und unsere Autoren das ihnen zustehende Geld erhalten, müssen wir der VG Wort erlauben, die Zugriffe auf einzelne Artikel mitzuzählen. Denn nur, wenn darüber eine Mindestzahl an Lesern gemessen wird, kommt es zu einer Ausschüttung. Auch die hierbei gesammelten Daten werden nicht für eine Profilbildung genutzt und unterliegen deutschen Datenschutzregeln.

Darüber hinaus messen wir mit eigenen Zählpixeln, wie Golem.de genutzt wird. Wir erfassen die Zugriffe auf unseren Servern, werten die Daten selbst aus und geben sie nicht weiter. Wir nutzen diese Daten, um Inhalt, Darstellung und Technik von Golem.de für die Leser zu verbessern.

Zahlungsabwicklung und Komfortfunktionen

Bei der Auswahl des Payment-Dienstleisters haben wir ebenfalls viel Wert auf Datenschutz gelegt. Die Zahlungen werden über die Firma Heidelpay aus Heidelberg abgewickelt, entsprechend gelten die strikten deutschen Datenschutz- und Verbraucherschutzbestimmungen. Golem.de selbst speichert keine Zahlungsdaten auf eigenen Servern.

Wie viel kostet es?

Wir bieten drei Abopakete an: ein monatlich kündbares Abo für 4 Euro im Monat, ein 6-Monats-Abo für 18 Euro (entspricht 3 Euro pro Monat) und ein Jahresabo für 30 Euro (entspricht 2,50 Euro pro Monat). Die Bezahlung ist per Lastschrift und Kreditkarte möglich. Wer kein Passwort hinterlassen will, kann sich per Facebook, Google oder Twitter anmelden - wobei dann natürlich Login-Daten auf externen Servern liegen.

Die Preise liegen unter den Summen, über die im Rahmen des Anti-Adblocker-Aufrufes diskutiert wurde. Damals gaben mehr als 17 Prozent der Leser an, sie seien bereit, für eine werbefreie Version von Golem.de 1 Euro und mehr pro Woche zu bezahlen. Das entspricht einem Preis von mindestens 52 Euro im Jahr. Das neue Abo ist somit um bis zu 22 Euro im Jahr günstiger.

Flattr, das auf Golem.de seit September 2013 im Einsatz ist, wird es als Möglichkeit für die Honorierung einzelner Artikel weiter geben - obwohl die Nutzerzahlen überschaubar sind.

Wofür werden die Einnahmen genutzt?

Wir werden "Golem pur" laufend um Funktionen erweitern, wobei wir hier auf unsere Leser hören werden. Dies betrifft Technik und Inhalt ebenso wie das Angebot der verfügbaren Zahlungsoptionen.

Vor allem aber steht bei Golem.de das journalistische Produkt im Vordergrund. Wer sich für ein Abo entscheidet, unterstützt direkt - abzüglich der Geldtransaktionskosten - die Arbeit der Redaktion. Mittlerweile arbeiten über 20 feste Mitarbeiter bei Golem.de gemeinsam daran, ebenso relevante wie journalistisch hochwertige Inhalte für unsere Leser zu produzieren. Alle Einnahmen - ob aus Werbung, aus dem Abo oder von Flattr - sind für uns Mittel zum Zweck: ein Onlinemagazin zu machen, das durch Qualität und Expertise besticht und unsere Leser begeistert.

Wir sind gespannt, wie "Golem pur" bei unseren Lesern ankommt und wie es diskutiert wird. Fragen und positive wie negative Kritik können im Forum, per E-Mail via redaktion@golem.de und via Social Media jederzeit an uns gerichtet werden. Wir freuen uns auf den Dialog und einen aufregenden neuen Abschnitt bei Golem.de.  (bst)


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