Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-zuruecksetzen-loescht-daten-nur-unvollstaendig-1407-107764.html    Veröffentlicht: 09.07.2014 15:08    Kurz-URL: https://glm.io/107764

Android

Zurücksetzen löscht Daten nur unvollständig

Auf bei Ebay ersteigerten gebrauchten Android-Smartphones haben Sicherheitsexperten haufenweise persönliche Daten entdeckt. Die bleiben erhalten, auch wenn der Vorbesitzer das Smartphone zurücksetzt.

Wer sein Android-Smartphone auf den Werkszustand zurücksetzt, sollte wissen, dass persönliche Daten nur unzureichend gelöscht werden. Sicherheitsexperten bei Avast haben 20 gebrauchte Smartphones untersucht, die sie bei Ebay ersteigert haben. Sie fanden darauf persönliche Fotos und konnten auch E-Mails und Kontaktdaten wiederherstellen.

Das Stock-Android bietet in den Einstellungen die Option, ein Smartphone auf den Werkszustand zurückzusetzen. In den Standardeinstellungen werden dabei lediglich Applikationen und Konten gelöscht, nicht aber persönliche Daten. Die Option muss explizit aktiviert werden. Je nach den Herstellerversionen von Android gibt es aber Unterschiede. Bei Samsung etwa werden alle Daten gelöscht. Eine Möglichkeit, persönliche Daten gesondert zu löschen, gibt es dort nicht.

Leichte Wiederherstellung

Allerdings werden die Dateien nicht wirklich gelöscht, sondern lediglich die Einträge im Dateisystem. Da Android-Geräte in der Regel das Dateisystem Vfat nutzen, ist es vergleichsweise einfach, die gelöschten Daten mit herkömmlichen Datenrettungswerkzeugen wie Photorec wiederherzustellen. Auf einigen Testgeräten bei Golem.de klappte das problemlos.

Die Sicherheitsexperten bei Avast konnten nach eigenem Bekunden nicht nur Fotos - darunter auch Nacktselfies - wiederherstellen, sondern auch E-Mails, SMS, Kontaktdaten und Suchanfragen bei Google. Auf vier Geräten konnten sie die Identität des Vorbesitzers ermitteln. Avast habe dazu ebenfalls frei verfügbare Software genutzt, etwa das Forensic Toolkit des Herstellers Accessdata.

Verschlüsselung hilft

Ganz uneigennützig war Avasts Aktion nicht. Denn der tschechische Hersteller von Antivirensoftware warb auch gleich für seine eigene App, die alle persönlichen Daten überschreiben soll.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, persönliche Daten auf dem Smartphone zu verschlüsseln. Wird das Gerät zurückgesetzt, wird auch der Schlüssel gelöscht und die Daten können nicht mehr entschlüsselt werden. Wer will, kann die Daten auch auf einer externen SD-Karte verschlüsseln. Wird das Smartphone zurückgesetzt, sind jedoch auch dort alle Daten verloren.  (jt)


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