Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0011/10773.html    Veröffentlicht: 10.11.2000 14:35    Kurz-URL: https://glm.io/10773

Spieletest: The Final Curse - Abenteuer im Louvre

Neues Adventure der Dracula-Resurrection-Macher

Das französische Programmierteam Microids konnte im letzten Jahr auch hier zu Lande mit dem grafisch anspruchsvollen, aber spielerisch enttäuschenden Blutsaugerabenteuer Dracula Resurrection einen beachtlichen Erfolg verbuchen. Mit The Final Curse warten die Entwickler nun erneut mit einem Adventure auf, wobei diesmal nicht bleiche Gestalten mit Holzpflöcken gejagt werden müssen, sondern Ritter aus dem Museum verscheucht werden sollen.

The Final Curse
The Final Curse
Als nichtsahnende Pariser Bürgerin Morgane erfährt man nämlich plötzlich, dass ein dunkles Geheimnis den Louvre umgibt und dieser Ort schon seit seiner Erbauung im Mittelalter von einer bösartigen Prophezeiung heimgesucht wird. Eben noch im Hier und Jetzt, findet man sich plötzlich in die Anfangstage des imposanten Gebäudes zurückversetzt und muss nun erst mal sehen, wie man den in ihren Umgangsformen nicht gerade galanten Rittern des Templer-Ordens Herr bzw. Frau werden kann.

Screenshot #1
Screenshot #1
Da das Spiel in enger Zusammenarbeit mit der Museumsleitung des Louvre enstand, strotzt The Final Curse nur so vor originalgetreuen Repliken und geschichtlichen Anekdoten. Kleinere Zwischensequenzen erzählen die Geschehnisse der letzten Jahrhunderte, ein virtuelles Nachschlagewerk liefert zudem Informationen über Regenten und Ereignisse der jeweiligen Zeit. So erfährt man nicht nur von der blutigen Renaissance-Periode Henry IV., sondern darf auch durch die dekadenten Gemächer Louis XV. streifen oder den Vorabend der französischen Revolution miterleben.

Screenshot #2
Screenshot #2
Grafisch sieht das alles sehr imposant aus, die Hintergründe sind detailliert und wirken recht realistisch, auch die Animationen in den häufigen Zwischensequenzen können sich sehen lassen. Bei der Sprachausgabe gab man sich ebenfalls sichtlich Mühe, einzig die recht karge Musikuntermalung könnte ein paar zusätzliche Effekte gebrauchen.

Screenshot #3
Screenshot #3
Leider gilt für The Final Curse aber das selbe wie für Dracula Resurrection: Was nützt die schönste Präsentation, wenn das Gameplay nur Gelegenheitsspieler ansprechen dürfte? Die einzigen Aufgaben des Spielers bestehen darin, sich durch die einzelnen Räume des Schlosses zu klicken, an der einen Stelle einen Gegenstand einzusammeln, um ihn dann gleich an der nächsten Stelle wieder zu benutzen - erfahrene Abenteurer werden schon nach wenigen Stunden den Louvre von der dunklen Macht befreit haben.

Fazit:
Wer nach einem möglichst simplen und grafisch hochwertigen Adventure sucht, das mehr einem interaktiven Spielfilm als einem mit Rätseln gespickten Spiel ähnelt, wird mit The Final Curse durchaus zufrieden sein. Fortgeschrittene Spieler dürften aber recht bald gelangweilt die Maus wieder aus der Hand legen. Ein kurzer, aber immerhin recht schön anzusehender Spaß für zwischendurch also.  (tw)


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