Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/suchmaschine-google-laesst-keine-werbung-der-pornobranche-mehr-zu-1407-107667.html    Veröffentlicht: 04.07.2014 17:12    Kurz-URL: https://glm.io/107667

Suchmaschine

Google lässt keine Werbung der Pornobranche mehr zu

Google Adwords liefert keine Werbung zu Adult Content mehr aus. Die Kundschaft aus der Pornobranche reagierte mit Verwunderung. Auch Paypal schloss vor kurzem die Konten von Sexdarstellerinnen.

Google hat angekündigt, keine Werbung für pornografische Inhalte mehr zuzulassen. Das geht aus einer E-Mail an werbetreibende Unternehmen hervor. Werbungsabbildungen, "die zu sexuellen Handlungen - einschließlich Masturbation - anregen sollen", seien künftig verboten.

Wer weiter versuche, Werbung zu Begriffen aus der Pornobranche zu schalten, müsse mit der Schließung des Adwords-Kontos rechnen, drohte Google in dem Schreiben.

"Das kam für mich überraschend", sagte der Chef von AVN Media Network, einer Nachrichtenplattform der Pornobranche, dem Nachrichtensender CNBC. "Ich war einer der ersten Werbekunden für Adwords im Jahr 2002. Wenn sich an etwas zwölf Jahre lang nichts ändert, rechnen Sie nicht damit, dass sich daran jemals etwas ändern wird."

Der Begriff "Porn" ist einer der meistgenutzten Suchbegriffe bei Google. Im Mai gab es laut Google Adwords Keyword Planner 351 Millionen Abfragen zu den Begriffen "Sex", "Porn", "Free Porn" oder "Porno". Der Suchindex von Google ist von der Adwords-Sperrung nicht betroffen. Google reagierte nicht auf Anfragen, ob auch eine Zensur in der Suchmaschine geplant sei.

Die Änderungen wurden bereits vor einigen Monaten angekündigt und sind seit vergangenem Montag wirksam.

Laut einem Test von AVN werden in den Werbeanzeigen über den Suchtreffern bei eindeutigen Begriffen tatsächlich keine Anzeigen aus der Sexbranche mehr ausgeliefert. Die Chase Bank hat in den USA seit April damit begonnen, die Bankkonten bekannter Pornodarstellerinnen und -Produzenten zu schließen. Auch Paypal habe seit kurzem die Konten von Sexdarstellerinnen geschlossen, berichtete AVN.  (asa)


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