Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rewalk-us-gesundheitsbehoerde-laesst-exoskelett-zu-1407-107577.html    Veröffentlicht: 01.07.2014 11:40    Kurz-URL: https://glm.io/107577

Rewalk

US-Gesundheitsbehörde lässt Exoskelett zu

Rewalk ist ein Exoskelett, das es Menschen mit einer bestimmten Rückenmarksverletzung ermöglicht zu gehen. Die US-Behörde Food and Drug Administration hat das in Israel entwickelte System getestet und für den US-Markt zugelassen.

Zum ersten Mal hat die Food and Drug Administration (FDA), die für die Einführung medizinischer Neuentwicklungen zuständige US-Behörde, ein Exoskelett zugelassen. Das vor einigen Jahren in Israel entwickelte System ermöglicht es Menschen mit einer Rückenmarksverletzung zu gehen.

Rewalk besteht aus Beinscheinen mit Hüft-, Knie- und Sprunggelenken, die durch Motoren bewegt werden. Rewalk ermöglicht es dem Träger aufzustehen, zu stehen, zu gehen, sich zu drehen sowie Treppen zu steigen. Dabei stützt sich der Träger auf Gehhilfen.

Rucksack mit Computer und Akku

Gesteuert wird das System über Sensoren, die die Körperhaltung erkennen: Lehnt sich der Träger mit seinem Oberkörper nach vorne, macht das Exoskelett einen Schritt. Wiederholte Bewegungen des Oberkörpers erzeugen eine Abfolge von Schritten. Die Datenverarbeitung übernimmt ein Computer, der sich zusammen mit den Akkus in einem Rucksack befindet, den der Nutzer auf dem Rücken trägt.

Das System kann nur bei Verletzungen der Wirbelsäule in den Bereichen zwischen dem siebten Brustwirbel (T7) und dem fünften Lendenwirbel (L5) sowie zwischen dem vierten Brustwirbel (T4) und dem sechsten Lendenwirbel (L6) eingesetzt werden. Entwickelt wurde es von dem Israeli Amit Goffer, der selbst nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Anfang 2008 startete der erste klinische Test mit dem Exoskelett in Tel Aviv.

Rucksack mit Computer und Akku

Die FDA hat vor der Einführung noch einmal eigene klinische Tests durchgeführt. Dabei ging es um die Haltbarkeit sowie um die Sicherheit des Systems. Die Behörde wollte vor allem sicherstellen, dass das Verletzungsrisiko gering ist, wenn das System die Balance verliert oder wenn die Energieversorgung ausfällt.

Rewalk ist das erste Exoskelett für die unteren Extremitäten, das die FDA für die Nutzung in den USA zugelassen hat. Es ist aber nicht die erste robotische Prothese: Kürzlich hat die FDA der Einführung des Deka Arm zugestimmt. Das ist eine bionische Armprothese, die über Muskelströme gesteuert wird.  (wp)


Verwandte Artikel:
Honda stellt robotische Gehhilfe vor   
(07.11.2008, https://glm.io/63441 )
Exoskelett lässt Gelähmte wieder gehen   
(28.08.2008, https://glm.io/62062 )
Lockheed Martin: Exoskelett soll Soldaten leistungsfähiger machen   
(19.05.2017, https://glm.io/127925 )
Robotik: Exoskelett aus dem 3D-Drucker   
(20.02.2014, https://glm.io/104686 )
Bionische Prothese: US-Behörde lässt den Deka Arm zu   
(12.05.2014, https://glm.io/106403 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/