Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/experiment-facebook-verteidigt-manipulation-der-statusmeldungen-1406-107549.html    Veröffentlicht: 30.06.2014 12:33    Kurz-URL: https://glm.io/107549

Experiment

Facebook verteidigt Manipulation der Statusmeldungen

Fast 700.000 Nutzern wurden von Facebook für eine Studie mehr positive oder negative Statusmeldungen ihrer Freunde gezeigt. Die Psychologie-Studie sollte untersuchen, wie sich das auf ihre Stimmung auswirkt. Facebook hat die Studie jetzt verteidigt.

Facebook hat das Experiment verteidigt, bei dem der Feed der Statusmeldungen von fast 700.000 Nutzern manipuliert wurde. Für das soziale Netzwerk sei es wichtig zu verstehen, wie Mitglieder auf verschiedene Inhalte reagierten, erklärte ein Facebook-Forscher. "Wir prüfen sehr vorsichtig, welche Forschung wir betreiben und haben ein striktes internes Aufsichtsverfahren", so Adam D. I. Kramer vom Forschungsteam von Facebook. Er ist einer der Verfasser der Studie "Experimental evidence of massive-scale emotional contagion through social networks".

Bei dem Experiment waren ohne Vorwarnung die Newsfeeds von 689.003 Nutzern der englischsprachigen Facebook-Version manipuliert worden. Über drei Millionen Einträge wurden nach Stichworten von der Software ausgewertet, die diese bestimmten Gefühlen zuordnete.

Bei dem einwöchigen Experiment im Januar 2012 wurden die Einträge vorgefiltert: Einer Gruppe wurden mehr positive Nachrichten angezeigt, den anderen mehr negative. Die Studie ergab, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, etwas eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen - und umgekehrt.

Kramer erläuterte, man habe überprüfen wollen, ob Menschen sich ausgeschlossen fühlen, wenn sie positive Nachrichten ihrer Freunde sehen. Zudem sei untersucht worden, ob negative Einträge von Freunden die Nutzer veranlassen könnten, Facebook zu meiden, schreibt Kramer. Er könne aber verstehen, dass die Studie bei einigen Menschen Bedenken ausgelöst habe. Er und seine Mitautoren bedauerten dies.  (asa)


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