Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/project-cardboard-google-baut-oculus-rift-ersatz-aus-pappe-1406-107476.html    Veröffentlicht: 26.06.2014 08:04    Kurz-URL: https://glm.io/107476

Project Cardboard

Google baut Oculus-Rift-Ersatz aus Pappe

Project Cardboard ist Googles Vorstellung einer VR-Brille. Sie ist jedoch nicht so teuer wie Oculus Rift, sondern kann mit etwas Bastelgeschick aus Pappe, Linsen und einem Smartphone zusammengebaut werden. Dessen Sensoren und das Display ermöglichen ein Eintauchen in die virtuelle Realität.

Etwas Pappe, zwei Linsen, zwei Magnete, etwas Klettband, ein Gummi und fertig ist der Oculus-Rift-Konkurrent von Google. Project Cardboard nennen die Entwickler von Google ihre Idee. Dafür wird ein Android-Smartphone benötigt, auf dem die App Cardboard installiert werden muss.

Das Display des Smartphones wird durch den Anschnall-Guckkasten aus Pappe durch zwei Linsen betrachtet. So entsteht bei passendem Bildmaterial ein stereoskopisches Bild.

Die Cardboard-App ist das Herzstück der improvisierten VR-Brille, denn sie stellt erstens zwei leicht versetzte Bilder für das linke und das rechte Auge des Betrachters zur Verfügung und zweitens wertet sie die Lagesensoren des Handys aus und ermöglicht so auch eine Bewegungssteuerung.

Dreht der Benutzer seinen Kopf, wird das Bild entsprechend angepasst - zum Beispiel in Google Street View oder Google Earth. Auch seine Photo Spheres kann der Nutzer damit betrachten. Entwickler sind eingeladen, eigene Apps mit dem VR-Toolkit von Google zu programmieren.

Auf der Google I/O wurde nach einem dpa-Bericht die Pappbrille als Baukasten an die anwesenden Teilnehmer verteilt. Das Projekt Cardboard entstammt einer Initiative einiger Google-Mitarbeiter.

Google gesteht seinen Mitarbeitern zu, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit selbstverantwortlich einzuteilen und an Projekten zu arbeiten, die irgendwann einmal Google helfen könnten. Das '20 Percent Time'-Programm rief Google schon 2006 ins Leben. 20 Prozent entsprechen bei einer Fünftagewoche einem Arbeitstag pro Woche. Bei Google sollen durch diese Nebenprojekte schon Teile von Google News, dem mittlerweile wieder eingestellten Google Reader und Gmail entstanden sein.  (ad)


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