Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0011/10746.html    Veröffentlicht: 09.11.2000 16:00    Kurz-URL: https://glm.io/10746

Spieletest: Metal Gear Solid - PlayStation-Highlight am PC

Konvertierung des Konami-Klassikers

Vor knapp zwei Jahren gelang es Konami mit Metal Gear Solid, die ansonsten verwöhnten PC-Spieler neidisch auf alle PlayStation-Besitzer schauen zu lassen, denn der Titel stellte 1998 eine kleine Revolution im Videospielemarkt dar. Jetzt darf man dank der Konvertierung durch Microsoft auch endlich am PC Terroristen jagen.

Screenshot #1
Screenshot #1
Die besonderen Vorzüge von Metal Gear Solid lagen nicht nur in der düster-unheimlichen Atmosphäre, sondern auch im genialen Gameplay, das sich durch einfache Bedienbarkeit aber dennoch komplexe Handlungsmöglichkeiten auszeichnete. Kein Wunder also, dass das Spiel zu den meistverkauften Konsolentiteln aller Zeiten gehört - ein Schicksal, dass der PC-Version wohl nicht zu Teil werden wird.

Screenshot #2
Screenshot #2
Grund dafür ist die leider ein wenig zu originalgetreu der PlayStation nachempfundene Umsetzung. Zwar wirken die Grafiken auf Grund höherer möglicher Auflösungen nicht so grob und pixelig wie auf der Konsole, an den detailarmen Hintergründen und der oftmals verwaschenen und etwas farblosen Levelgestaltung wurde allerdings kaum gearbeitet.

Das Spielprinzip selber hat verständlicherweise wenig von seiner Faszination eingebüßt: Als Agent Solid Snake ist man per U-Boot nach Alaska geschickt worden, um gefährlichen Terroristen, die mit dem Abschuss einer Atombombe drohen, das Handwerk zu legen. Gesteuert wird der Superheld dabei wahlweise mit Tastaur und Maus oder per Pad, die Bedienung ist eingängig und unproblematisch.

Screenshot #3
Screenshot #3
Hierbei stehen einem eine Vielzahl von Waffen zur Verfügung, für eine erfolgreiche Mission empfiehlt sich allerdings subtiles Vorgehen im Stile des Looking-Glass-Klassikers Dark Project: Durch geschicktes Schleichen, Abwarten und Ausnutzen von Unachtsamkeiten lassen sich die in großer Zahl vorhandenen Feinde weitaus einfacher besiegen als bei planloser und gewalttätiger Vorgehensweise.

Fazit:
Zwei Jahre bedeuten im Videospielesektor eine Menge Zeit - Zeit, die leider nicht genutzt wurde, um Metal Gear Solid am PC eine zeitgemäße Präsentation zu verpassen. Nichtsdestotrotz verspricht der Titel immer noch eine Menge spannungsgeladene Unterhaltung an den bevorstehenden langen Winterabenden. Kein Highlight also, aber solide Action-Kost mit Anspruch.  (tw)


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