Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ubuntu-gtk-software-in-unity-8-und-mir-1406-107312.html    Veröffentlicht: 19.06.2014 12:47    Kurz-URL: https://glm.io/107312

Ubuntu

GTK+-Software in Unity 8 und Mir

Bisher konnten nur native Anwendungen in Unity 8 unter Mir verwendet werden. Das Ubuntu-Team arbeitet nun aber auch an der Integration sämtlicher GTK-Anwendungen, damit diese einfach verwendet werden können.

Noch hat die neue Iteration des Ubuntu-Desktops das Problem, dass sich GTK+-Anwendungen nicht mit dem Displayserver Mir und der neuen Oberfläche Unity 8 darstellen lassen. Mit den Arbeiten der Entwickler Ryan Lortie und Robert Ancell soll sich dies aber künftig ändern, wie Ancell in seinem Blog schreibt.

Die einfache Darstellung ausgewählter Anwendungen funktioniere bereits, noch gebe es aber einige Fehler, welche die Verwendung von GTK-Software stark behinderten. So müssten die .desktop-Dateien leicht verändert werden, damit die Anwendungen überhaupt in Unity 8 auftauchten.

Darüber hinaus würden die Icons des Gnome-Themes nicht angezeigt, die Anwendungen ließen sich nicht im Vollbild darstellen und das Aussehen des Mauszeigers könne nicht verändert werden. Zudem seien die Entwickler derzeit noch gezwungen, die Menüs und Tooltips nachzuahmen und diese in die gleiche Oberfläche (Surface) zu zeichnen wie die Anwendung selbst. Denn Anwendungen, die aus mehreren Sub-Fenstern bestünden, würden noch nicht unterstützt.

Experimentelle Pakete

Zum Testen des Codes steht ein spezielles Paketarchiv bereit, in dem sich neben dem angepassten GTK+ auch Patches für weitere Bibliotheken und einige wenige Beispielanwendungen finden. Der Code zu GTK-Mir wird in einem Entwicklungszweig der offiziellen GTK-Quellen gepflegt und steht dort zum Download bereit. Das Gnome-Build-Tool Jhbuild ist ebenfalls angepasst worden, um das Kompilieren zu vereinfachen.

Der neue Ubuntu-Desktop Unity 8 nutzt als Standard-Toolkit Qt und den Displayserver Mir, den Canonical als Alternative zu Wayland entwickelt. Der Desktop ist hauptsächlich im Hinblick auf den Einsatz von Ubuntu auf Smartphones entwickelt worden und trotz vieler anderslautender Ankündigungen der Vergangenheit nach wie vor nicht als Standard in Ubuntu verfügbar.  (sg)


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