Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-macgyver-tv-held-ohne-taschenmesser-und-klebeband-1406-107311.html    Veröffentlicht: 19.06.2014 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/107311

Test MacGyver

TV-Held ohne Taschenmesser und Klebeband

Ab 1985 zeigte MacGyver den Fernsehzuschauern, dass sich Bösewichte auch mit Büroklammern, Taschenmessern oder Klebeband überlisten lassen. Jetzt knobelt der TV-Held auch auf Android und iOS.

Die TV-Serie MacGyver genießt bis heute Kult-Charakter, vor allem aufgrund der ungewöhnlichen Herangehensweise der Hauptfigur: Ein Held, der Pistolen verabscheut und stattdessen mit Erfindungsgeist und Kenntnissen der Naturwissenschaften zum Ziel kommt, ist eher eine Ausnahmeerscheinung. Das jetzt von Fairplay Media veröffentlichte Mobile-Spiel schafft es unglücklicherweise kaum, die Eigenheiten der Serie aufzugreifen. MacGyver muss zwar auch hier Rätsel lösen - aber auf sehr schematisierte Weise.

Der Einsatz findet in den D.A.W.N Laboratories statt, wo ein Computervirus die Systeme infiziert und die Wissenschaftler tief im Untergrund eingeschlossen hat. Unter Zeitdruck und bevor der Sauerstoff ausgeht, muss MacGyver sie aus ihrer misslichen Lage befreien. Dazu soll er kleine, aber gut gestaltete Rätsel lösen - insgesamt beinhaltet das Spiel sechs verschiedene Varianten, die alle einfach zu verstehen, von Level zu Level aber schwieriger zu meistern sind.

So gilt es etwa, Lichtstrahlen durch das Einsetzen von Spiegeln korrekt umzuleiten, farblich passende Objekte per Kabel miteinander zu verbinden, ohne dabei aneinanderzustoßen, oder Objekte an Hindernissen vorbei auf einer Art Spielfeld zu verschieben. Zu Beginn ist das immer in wenigen Sekunden erledigt. Später werden die Denksportaufgaben durchaus zur spannenden Herausforderung.

Die Story wird in Comic-Grafiken zwischen den Leveln erzählt, Bilder oder Sounds aus der TV-Vorlage gibt es nicht. Zudem wirkt die Handlung arg aufgesetzt: Ab einem gewissen Zeitpunkt sind die nach jedem Level aufploppenden "In der Zwischenzeit ..."-Einschübe eher nervig als spannend. Auch an der technischen Umsetzung hapert es. Die Berührungssteuerung ist teils hakelig, die leicht drehbare Perspektive gibt nicht immer den besten Blick aufs Spielfeld.

MacGyver - Tödlicher Abstieg erfordert iOS 4.3 und ist kompatibel mit iPhone, iPad und iPod Touch, Android-Spieler benötigen mindestens Android-Version 2.3. Das Spiel kostet bei iTunes 2,69 Euro, bei Google Play 2,47 Euro.

Fazit

MacGyver - Tödlicher Abstieg ist kein Lizenz-Schrott. Das Rätseln macht durchaus Spaß, die Level sind teils äußerst knifflig designt. Leider wirkt der Name MacGyver aber hier nur aufgesetzt, einen wirklichen Bezug zur Serie gibt es trotz kleiner Story kaum. Abseits der soliden Rätsel wird Fans der Serie somit nichts geboten, das den Kauf rechtfertigt.  (tw)


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