Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/metal-gear-solid-the-phantom-pain-krabbelnde-kisten-und-schwebende-schafe-1406-107162.html    Veröffentlicht: 13.06.2014 08:09    Kurz-URL: https://glm.io/107162

Metal Gear Solid - The Phantom Pain

Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

Nach neun Jahren im Koma kämpft Elitekrieger Snake in The Phantom Pain weiter. Die Entwickler haben einen ausführlichen Blick in die offene Spielewelt und schräge Schleichtricks gewährt.

Ein Sandsturm und darin - kaum zu erkennen - zwei Reiter auf Pferden: So fängt die Präsentation auf der E3 2014 an, in der das Entwicklerstudio Kojima Productions das nächste Metal Gear Solid vorstellt. Ein Programm, von dem schon einiges bekannt ist - schließlich gewährt Ground Zeroes zwar nur einen kleinen, aber aussagekräftigen Ausblick auf die Fortsetzung The Phantom Pain. Die spielt im Jahr 1984, und natürlich ist einer der beiden Reiter der noch vergleichsweise junge Elitekrieger Snake.

Aus der Perspektive der Handlung muss Snake noch länger auf die Fortsetzung von Ground Zeroes warten als der Spieler: Neun Jahre lang liegt die Hauptfigur im Koma - in Phantom Pain zeugen ein merkwürdig aussehender Splitter im Schädel sowie eine Handprothese von seinen Verletzungen.

Nach dem Sandsturm zu Beginn der Demo sitzt Snake bald vor einem weiten Tal, das einen Eindruck davon vermittelt, dass The Phantom Pain offenbar tatsächlich rund 200 mal so groß ist wie Ground Zeroes - wie die Entwickler angeben. Ganz in der Ferne, rund einen Kilometer Luftlinie weit weg, befindet sich der Einsatzort: ein orientalisch anmutendes Dorf, aus dem Snake eine Geisel befreien muss.

An einer Straßensperre mit zwei Wachsoldaten ist zu sehen, welche Tricks Snake auf Lager hat. Er hängt sich so an die Seite seines Pferdes, dass er nicht zu erkennen ist, reitet in Schussweite und schaltet die beiden Gegner mit gezielten Schüssen aus. Die Leichen lässt er mit einem Trick verschwinden: Aus seinem Inventar zaubert er einen Heißluftballon, der sich auf Knopfdruck um den Torso des toten Feindes legt und diesen nach oben verschwinden lässt.

Das funktioniert nicht nur mit Gegnern, sondern auch mit anderen Gegenständen. Zuerst lässt Snake unter dem Gelächter des Messepublikums ein Schaf in den Himmel sausen, dann einen riesigen Frachtcontainer und wenig später einen Jeep. Derlei Objekte verschwinden aber nicht einfach, sondern befinden sich später auf der Basis von Snake, einer gigantischen Ölplattform im Meer. Sogar das Schaf begrüßt ihn dort am Ende der Präsentation.

Es rappelt in der Kiste

Vorerst hat Snake aber noch einen Job zu erledigen. Er nähert sich weiter der Basis und nimmt diese von einer Anhöhe mit seinem Fernglas unter die Lupe. Gegner markiert er mit orangefarbenen Dreicken über dem Kopf - dann kann er ihren Standort auch so sehen. Außerdem kann er eine Art virtuellen Laufpfad anlegen, den er bei der Infiltration im Idealfall nur abzulaufen braucht, ohne ständig in die Karte zu blicken.

Für das eigentliche Eindringen in die Basis greift Snake zu einem weiteren Trick: Er lässt sich auf Knopfdruck per Heißluftballon einen Pappkarton schicken, unter dem er sich versteckt und derart "getarnt" halbwegs ungesehen in die feindliche Basis gelangt. Das gab es schon in früheren Spielen mit Metal Gear Solid, aber jetzt kann Snake auf Knopfdruck aufstehen - was ein bisschen aussieht wie ein Showgirl, das aus einer Torte springt. Snake allerdings nutzt das, um seinen Gegner zu überraschen und ihn möglichst schnell auszuschalten.

Und noch etwas kann Snake: Wenn ein Feind angesichts der seltsamen Kiste doch misstrauisch wird, springt er etwa an einer Gebäudeecke nach vorne, ohne dass der Gegner dies mitbekommt. Wie früher kann Snake seine Opponenten auch durch Klopfgeräusche verwirren. Dazu muss er aber keine Steine oder ähnliches verwenden, sondern nur mit seiner Handprothese klappern.

Nachdem die Entwickler alle Tricks ein paarmal vorgeführt hatten, stand Snake vor der Geisel - bei der es sich bei der Präsentation um einen der Entwickler handelte, den Snake dann im Spiel ebenfalls per Ballon in Sicherheit entschweben ließ. Dann hatte er es eilig: Der Sandsturm vom Anfang der Demo holte ihn zwischenzeitlich ein. Mit einem Luftschlag ließ Snake noch schnell die Reste der feindlichen Basis in Flammen aufgehen und sich dann von einem Helikopter abholen: Mission geschafft.

Die auf der Messe vorgeführte Vorabversion von The Phantom Pain lief auf einer Playstation 4 mit einer Auflösung von 1080p bei einer Bildrate von 60 fps. Zur Technik der anderen Plattformen äußerten sich die Entwickler nicht - wahrscheinlich treten Spieler auf Xbox 360 und One sowie auf der Playstation 3 wie schon in Ground Zeroes in einer Auflösung von 720p an.  (ps)


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