Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/studie-jeder-fuenfte-verzichtet-aus-sicherheitsgruenden-auf-onlinebanking-1406-107153.html    Veröffentlicht: 12.06.2014 15:37    Kurz-URL: https://glm.io/107153

Studie

Jeder Fünfte verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Onlinebanking

Auch wenn mehr als 70 Prozent der Menschen in Deutschland auf Onlinebanking setzen, hat jeder Fünfte Vorbehalte und nutzt das Angebot der Banken ganz bewusst nicht. Das ergab eine Studie.

Laut der Studie der Initiative D21 und der Finanzberatung Fiducia wollen 19 Prozent der Menschen in Deutschland ihre Bankgeschäfte aus Sicherheitsgründen nicht online erledigen und lehnen diese Form des Bankings bewusst ab. Eine große Mehrheit von 70 Prozent findet hingegen die Argumente Schnelligkeit und Komfort so wichtig, dass sie Onlinebanking betreiben. Aber vor allem bei der Nutzung von Smartphones und Tablets gibt es viele Bedenken.

Die ablehnende Minderheit hat große Vorbehalte und fürchtet vor allem den Betrug. 76 Prozent der Ablehner sind der Ansicht, dass dafür eine Gefahr bestehe. Bei mobilen Bankinganwendungen wird die Sicherheitslage noch geringer eingeschätzt. Alle Befragten - sowohl die Befürworter von Onlinebanking als auch diejenigen, die es ablehnen - schätzen die Sicherheit bei der Benutzung von Smartphones und Tablets als geringer ein als am PC zu Hause.

Für mehr Sicherheit sei die Mehrheit (zwei Drittel) nicht bereit, mehr zu bezahlen. "Über die Hälfte erwartet, dass dies kostenlos von den Kreditinstituten zur Verfügung gestellt wird", sagte Robert Wieland, Vizepräsident von D21 und Geschäftsführer des Meinungsforschungsunternehmens TNS Infratest. Die Sicherheit könnte zum Beispiel in Form zusätzlicher Hardware erhöht werden. Einige Banken böten derartige Geräte an, verpflichteten die Nutzer jedoch nicht zur Anwendung.

Das am häufigsten verwendete Sicherheitsverfahren für 42 Prozent der Onlinebanking-Nutzer ist unverändert die mobile TAN.

Mobile Payment, das sich in den USA, Afrika oder in Asien bereits verbreitet hat, steht in Deutschland aber noch ganz am Anfang. So geben bisher nur knapp fünf Prozent der Befragten an, ein solches System zu nutzen.

Künftig würden die Onlinebanking-Anwendungen auch dubiose Transaktionen aufgrund des bisherigen Nutzungs- und Überweisungsverhaltens erkennen können, so Jens-Olaf Bartels, Vorstandsmitglied der Fiducia und der Initiative 21, gegenüber der dpa. Wenn Transaktionen entdeckt würden, die zum Beispiel von ihrer Höhe her aus dem Rahmen fielen, könnten diese erkannt und unterbunden werden, damit es Betrüger schwerer hätten, die Konten ahnungsloser Kunden zu leeren.

Die Studie kann online als PDF heruntergeladen werden.  (ml)


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