Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rss-dienst-feedly-ist-wieder-erreichbar-1406-107135.html    Veröffentlicht: 12.06.2014 11:43    Kurz-URL: https://glm.io/107135

RSS-Dienst

Feedly ist wieder erreichbar

Nach einem Ausfall von knapp 24 Stunden ist der RSS-Dienst Feedly wieder nutzbar. Kriminelle führten eine DDos-Attacke gegen die Feedly-Server durch und forderten eine Geldzahlung, um den Angriff zu beenden.

Feedly-Nutzer können jetzt wieder auf ihre RSS-Quellen zugreifen. Knapp 24 Stunden war der Dienst vom Netz. Weder über das Web-Interface noch über Drittanbieter-Apps war eine Feedly-Nutzung möglich. Als Grund gaben die Feedly-Macher eine DDoS-Attacke an, mit der die Server lahmgelegt wurden. Auch die Pro-Kunden von Feedly konnten mehr als einen Tag nicht auf ihre Daten zugreifen, weil alle Feedly-Nutzer davon betroffen waren.

Es gingen keine Nutzerdaten verloren

Feedly soll nach Angaben der Macher schon wieder seit den frühen Morgenstunden des 12. Juni 2014 verfügbar sein. Allerdings war dies wohl ein Trugschluss: Golem.de konnte auf verschiedene Feedly-Konten nicht zugreifen. Die Feedly-Webseite war nicht erreichbar und auch Drittanbieter-Apps wie die Android-App gReader konnten keine Daten abholen. Etliche Nutzer auf Twitter und im Forenbreich der betreffenden Meldung im Feedly-Blog bestätigten unsere Beobachtungen.

Erst seit etwa 11:30 Uhr ist der Dienst wieder erreichbar. Wie sich zeigte, gingen erfreulicherweise keine Feed-Daten verloren. Die während des Ausfalls angefallenen Feeds sind vorhanden.

Feedly wurde erpresst

Feedly selbst gibt an, dass es Opfer einer Erpressung geworden ist. Die Angreifer verlangen eine Geldzahlung, damit die Attacke gestoppt werde. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind durch den Angriff keine Nutzerdaten in fremde Hände gelangt. Darauf wollen die Feedly-Macher allerdings nicht eingehen und haben die Ermittlungsbehörden informiert: "Wir haben abgelehnt, darauf einzugehen, und arbeiten mit unseren Netzwerkanbietern daran, die Auswirkungen des Angriffs so gut es geht abzumildern", erklären sie. Außer mit der Polizei kooperiert Feedly auch mit anderen Betroffenen, ob es sich dabei um Evernote handelt, ist unklar.

Auch der Notizdienst Evernote war Opfer eines DDoS-Angriffs geworden, laut dem Unternehmen wird aktuell an einer Lösung des Problems gearbeitet. Ob der Angreifer bei Evernote und Feedly identisch ist, ist noch unklar - die zeitliche Nähe der beiden Vorfälle legt das allerdings durchaus nahe. Es ist nicht bekannt, ob Evernote ebenfalls erpresst wird. Im Unterschied zu Feedly war Evernote schneller wieder für die Nutzer verfügbar, als dies bei Feedly der Fall war.

Eine DDoS-Attacke schickt übermäßig viele sinnlose Anfragen an einen Host, bis dieser die normalen Anfragen nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr beantworten kann. Auf diese Weise können Internetseiten oder Webdienste wie Feedly lahmgelegt werden, ohne dass ein Hackerangriff auf das eigentliche System durchgeführt wird.  (ip)


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