Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/streaming-vertraege-unabhaengige-labels-protestieren-gegen-youtube-sperre-1406-106993.html    Veröffentlicht: 05.06.2014 14:42    Kurz-URL: https://glm.io/106993

Streaming-Verträge

Unabhängige Labels protestieren gegen Youtube-Sperre

Indie-Labels fordern von der EU, Youtube zu untersagen ihre Inhalte zu sperren. Bei dem Streit geht es um neue Verträge für einen Streaming-Service von Youtube.

Im Konflikt zwischen Indie-Labels und Youtube wenden die Verbände der Künstler sich an die EU-Kommission. Youtube hat unabhängigen Musikunternehmen und Künstlern ein Ultimatum gesetzt, neue Verträge für das Musikstreaming zu unterschreiben. Wenn die Labels sich weigern, werden ihre Inhalte bei Youtube gesperrt.

Die Featured Artists Coalition (FAC) habe sich den Forderungen von WIN (Worldwide Independent Network) angeschlossen. WIN und der Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) in Deutschland fordern, dass Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass Youtube seine Marktmacht gegen unabhängige Musikunternehmen und Künstler missbrauche. Zusammen rufen die Verbände nach regulatorischen Maßnahmen und sofortiger Unterstützung durch die Europäische Kommission. Unter Führung von IMPALA, einem europäischen Independent-Verband, werde die Beschwerde bei der EU eingereicht.

Der stellvertretende VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann sagte: "Wir können unsere Forderung, Independents nicht zu benachteiligen, nur bekräftigen." Youtube müsse unverzüglich gestoppt werden. Helen Smith, Vorsitzende von IMPALA, sagte dazu: "Youtube verhält sich wie ein Dinosaurier, der versucht zu zensieren, was ihm nicht gefällt."

Nach den Angaben der Musiker sind die Bedingungen der neuen Youtube-Verträge "äußerst ungünstig und nicht verhandelbar". Die Vergütung liege unter den Preisen, die andere Streamingdienste wie beispielsweise Spotify zahlen. Sollten die Labels ihre Zustimmung verweigern, werde Google binnen 60 Tagen die Zusammenarbeit beenden.

Musiklabels haben bei Dailymotion, Myvideo oder Clipfish zwar nicht die Reichweite Youtubes, aber dort würden für 1.000 Views nicht nur 1,50 Euro, sondern bis zu fünf oder sechs Euro gezahlt.

Youtube hat die Berichte bisher nicht kommentiert.  (asa)


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