Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-glass-mit-einem-skript-gegen-glassholes-1406-106953.html    Veröffentlicht: 04.06.2014 15:21    Kurz-URL: https://glm.io/106953

Google Glass

Mit einem Skript gegen "Glassholes"

Der Berliner Künstler Julian Oliver hat ein Skript geschrieben, mit dem Google-Glass-Brillen aus Netzwerken geworfen werden können. Damit will er unbeobachtete Aufzeichnungen verhindern - technisch gesehen ist sein Ansatz aber nutzlos.

Mit dem Skript glasshole.sh will der Berliner Künstler Julian Oliver verhindern, dass Google-Glass-Benutzer unbemerkt Bilder und Videos an das Internet übertragen. Anhand der MAC-Adresse wird die Datenbrille identifiziert und durch ein kleines Programm aus dem Netzwerk geworfen. Das Skript kann beispielsweise auf einen Raspberry Pi aufgespielt werden und darüber das WLAN-Netzwerk überwachen.

Für befreundeten Künstler geschrieben

"In einem Restaurant oder auf einer Party zu sagen, dass man nicht gefilmt werden möchte, ist ok. Was macht man aber, wenn man nicht einmal merkt, dass gefilmt wird? Hier kommt das Skript als eine Art Unterbrecher ins Spiel", erklärt Oliver der Internetseite Wired.com.

Oliver hatte das Skript ursprünglich für einen befreundeten Künstler geschrieben, der verhindern möchte, dass Besucher seiner Ausstellungen diese filmen und ins Internet streamen. Allerdings hilft Olivers Ansatz hier nur bedingt: Eine fehlende WLAN-Verbindung bedeutet nicht, dass der Nutzer nichts mehr mit der Google Glass anfangen kann.

Filmen und Streaming auch ohne WLAN möglich

Googles Datenbrille kann auch ohne Internetverbindung Bilder und Videos aufzeichnen. Für eine Internetverbindung ist zudem kein WLAN-Anschluss nötig: Der Nutzer kann die Glass auch per Bluetooth mit seinem Smartphone koppeln und dessen Internetverbindung nutzen. Bei ausreichender Geschwindigkeit kann hierüber auch ein Video gestreamt werden.

Zudem könnte ein Nutzer auch statt der Google Glass einfach eine andere, deutlich unauffälligere kleine Kamera nehmen, um in der jeweiligen Situation zu filmen. Um eine Datenbrille wie die Google Glass wirklich lahmzulegen, wäre ein Mobilfunkblocker nötig, der auch Smartphones vom Internet abtrennt - diese bedürfen in Deutschland allerdings einer Genehmigung.

Zwischenfälle häufen sich

Insbesondere in den USA, wo Googles Datenbrille erhältlich ist, häufen sich in letzter Zeit Fälle, wo Glass-Nutzern der Zutritt zu bestimmten Orten verweigert wird. Auch tätliche Angriffe hat es bereits gegeben. Glass-Träger werden immer häufiger als "Glassholes" bezeichnet, was impliziert, dass sie sich per se rücksichtslos verhalten. Dabei dürften sich Glass-Gegner insbesondere an der Möglichkeit stören, dass relativ unbemerkt Videos mit der Brille gemacht werden können.  (tk)


Verwandte Artikel:
Smart Glass: Google Glass bei erstem Händler ab 1.550 Euro erhältlich   
(09.08.2017, https://glm.io/129397 )
DVF-Kollektion: Google Glass in Schick   
(03.06.2014, https://glm.io/106923 )
Datenbrille: Google Glass kehrt als Business-Variante zurück   
(18.07.2017, https://glm.io/128991 )
Computerbrille: Googles Glass gibt es jetzt für alle   
(14.05.2014, https://glm.io/106452 )
Große Koalition: Evaluierungsverweigerer Maas wird Außenminister   
(09.03.2018, https://glm.io/133249 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/