Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/asus-rog-kleine-gaming-pcs-im-konsolendesign-mit-desktophardware-1406-106892.html    Veröffentlicht: 03.06.2014 11:48    Kurz-URL: https://glm.io/106892

Asus ROG

Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Nicht mehr nur Komponenten, sondern komplette PCs baut Asus mit der Serie Republic of Gamers (ROG). Zwei Modelle mit 2,5 und 12,5 Litern stehen zur Wahl, außerdem gibt es für Standardrechner eine wassergekühlte Dual-290X, ein FM2-Mainboard sowie ein leichtes Gaming-Notebook.

ROG ist im Marketingenglisch eine "sub brand" von Asus, also eine Zweitmarke, unter der ganz bestimmte Produkte erscheinen: Hardware und Zubehör für Spieler. Bisher waren vor allem die Mainboards und Grafikkarten als ROG-Produkte bekannt, auf der letzten Computex kam ein Gehäuse dazu, und nun gibt es Fast-komplett-PCs, die mehr als die üblichen Barebones sind.

Im kleineren GR8 (lies: great) und dem größeren G20 stecken von Asus selbst entwickelte Mainboards, die keinem üblichen Formfaktor entsprechen. Auf diesen ist im Falle des GR8 eine Desktop-GPUs verlötet, die Desktop-CPUs stecken in den üblichen Sockeln, können also ausgetauscht werden. Damit ist zwar das Aufrüsten der Grafik unmöglich, aber in Verbindung mit spezieller Kühlung kann ein besonders kompaktes Gehäuse verwendet werden.

Dabei setzt Asus nicht, wie bei anderen Gaming-Barebones, auf Notebookkomponenten, die vor allem bei den GPUs trotz ähnlicher Modellnummer viel langsamer sind als ihre Desktop-Pendants. Beim G20 ist die Grafikkarte gesteckt, aber offenbar über einen PCIe-Extender parallel zum Board eingebaut - einen Blick ins Gehäuse wollte Asus noch nicht erlauben, wir zeigen in der Bildergalerie aber auch die Rückseiten der Geräte.

Beide Gehäuse sind nur für hochkantes Aufstellen vorgesehen und sollen an Konsolen erinnern. Vor allem beim kleinen GR8 mit 2,5 Litern Volumen und nur knapp 24 Zentimetern Höhe drängt sich der Vergleich mit einer Konsole sofort auf, der G20 mit 34 Zentimetern Höhe und 12,5 Litern Volumen erinnert an die wuchtige erste Version der Playstation 3.

Durch das kleinere Volumen ist im GR8 nur Platz für schwächere Komponenten, ein noch nicht näher bestimmter Core i7 und die Mittelklassegrafikkarte Geforce GTX 750Ti sind geboten. Im G20 steckt ebenfalls ein Core i7, auf der Grafikkarte steckt mit der GTX 780 eine von Nvidias schnellsten GPUs. Gekühlt werden die Komponeten über Heatpipes und Lüfter, was leise sein soll: 23 dBA gibt Asus für den GR8 im Normalbetrieb an, und 28dBA unter Volllast, beim G20 gibt es nur eine generelle Angabe von 20 dBA, ob das auch für volle Performance gilt, ist noch unklar.

Ein Lob verdient die Nutzung von Stromsparfunktionen, die sonst oft bei Gaming-PCs deaktiviert sind: 15 Watt soll der GR8 ohne Last benötigen, beim G20 sind es unter 20 Watt. Eine Besonderheit ist der Miracast-Sender und -Empfänger, so dass die Rechner Bild und Ton drahtlos an entsprechende Fernseher senden können, aber auch als Empfänger für beispielsweise ein Smartphone dienen können. Zudem unterstützen beide Systeme Valves SteamOS.

G-Sync-Monitor mit WQHD und neue Mainboards

Passend dazu ist der 27-Zoll-Monitor PG278Q. Er ist das erste Display, das Nvidias G-Sync mit der Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel kombiniert. Zudem ist die maximale Wiederholfrequenz von 144 Hertz sehr hoch. Zum Panel gibt es keine Angaben, was zusammen mit der minimalen Schaltzeit von einer Millisekunde nahelegt, dass es sich um ein TN-Display handelt.

In neue Bereiche wagt sich Asus mit einer mechanischen Tastatur, die auf den MX Red von Cherry basiert, und der ersten ROG-Maus. Sie heißt Gladius (lat.: Schwert) und verfügt über ein abnehmbares Kabel mit Micro-USB-Stecker. 200 IPS ist die Auflösung, die Beschleunigung darf 50G betragen, was eine menschliche Hand nur unter lebensbedrohenden Umständen - also dem Aufschlag auf Beton - erreichen dürfte. Die Schalter der Haupttasten stammen vom japanischen Hersteller Omron und sind ohne Werkzeug wechselbar, zwei Ersatzschalter werden mitgeliefert.

Da bei den Haswell-Refresh-Mainboards von Asus nur das Topmodell fehlte, reichte es das Unternehmen nun zur Computex nach: Das Maximus VII Formula ist vor allem für extremes Übertakten gedacht, dazu dienen neben Messpunkten für Spannungen die Verkleidung und ein neuer Kühler für die Spannungswandler. Er kann weiterhin mit Luft oder Wasser auf Temperatur gehalten werden, besitzt nun aber einen neuen Kupferkern. Mit dem Maximus VII Impact gibt es auch ein Mini-ITX-Board für den Sockel LGA1150. Und auch AMD-Fans werden nun von Asus mit dem Crossblade Ranger bedient, es ist das erste ROG-Board für den Sockel FM2+.

Ganz ins High-End soll die neue Ares III vorstoßen, die mit zwei 290X-GPUs von AMD versehen ist. Anders als die 295X2 belegt sie nur einen Slot, braucht aber auch eine externe Wasserkühlung. Der Kupferblock auf der Karte stammt von EK. Asus versprach ausdrücklich die schnellste Grafikkarte der Welt, nannte aber noch keine Taktfrequenzen.

Ein neues großes Gaming-Notebook zeigte das Unternehmen nicht, die Serie G750 ist auch erst recht kurz verfügbar. Dafür gibt es nun, wohl als Konkurrenz für das Razer Blade Pro, ein 2,2 kg leichtes 15,6-Zoll-Notebook mit 4K-Display namens GX500. Es ist nur 19 Millimeter dick und gleicht bis auf die Geforce GTX 860M dem einen Tag früher vorgestellten NX500.  (nie)


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