Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/travel-viva-unister-kauft-billigflug-de-1405-106739.html    Veröffentlicht: 26.05.2014 14:19    Kurz-URL: https://glm.io/106739

Travel Viva

Unister kauft Billigflug.de

Unister hat die Mehrheit an dem Betreiber von Billigflug.de und Airline-direct.de gekauft. Den Preis verrät das Leipziger Internetunternehmen nicht.

Das umstrittene Leipziger Internetunternehmen Unister hat die Mehrheit an dem Konkurrenten Travel Viva übernommen. Travel Viva werde in die Unister-Gruppe integriert, sagte Unister-Sprecher Konstantin Korosides der Mitteldeutschen Zeitung. Das börsennotierte Unternehmen Travel-Viva, das Buchungsplattformen wie Billigflug.de und Airline-direct.de betreibt, vermittelte im vergangenen Jahr Reiseumsätze von 234,1 Millionen Euro.

Unister kaufte sämtliche Anteile der beiden bisherigen Großaktionäre Lilli Venture und Aerticket und besitzt damit 92,19 Prozent der Travel-Viva-Aktien. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Unister wollte auch alle noch ausstehenden Firmenanteile erwerben und Travel Viva von der Börse nehmen.

Zu Unister gehören Flugbuchungsseiten wie Fluege.de, die Onlinereisebüros Ab-in-den-Urlaub.de und Reisen.de, das Serviceportal Preisvergleich.de oder die Datingseite Partnersuche.de. Unister ist zudem an Flug24.de über die Travel24 AG beteiligt und übernimmt für Billigfluege.de das Service-Fulfillment.

Unister in den Medien umstritten

Korosides sagte Golem.de: "Die Unister-Gruppe hat die Travel Viva AG und ihre Tochterfirmen übernommen und wird diese in ihr Marken- und Dienstleistungsportfolio integrieren."

Der Name Unister ist immer wieder in den Medien: Auf der Jahrespressekonferenz der Verbraucherzentrale Sachsen am 31. Mai 2012 hatte Geschäftsführer Joachim Betz über Fluege.de gesagt: "Wir können Interessierten nur raten, Buchungen über dieses Portal nicht vorzunehmen, wenn man sich Ärger ersparen will." In einer Pressemitteilung vom gleichen Tag sei der Ärger von Betroffenen mit folgenden Worten umschrieben worden: "Außerdem mussten sich Betroffene mit falschen Buchungsbestätigungen, Fehl- und Doppelbuchungen oder etwa unzulässigen Voreinstellungen plagen und sahen sich mit versteckten Kreditkartengebühren konfrontiert."

Ermittler der Staatsanwaltschaft hatten laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Anfang Dezember 2013 unter anderem Büroräume und eine Wohnung in Leipzig durchsucht, die in Zusammenhang mit Unister stehen. Es bestehe der Verdacht, "dass Unister über drei Flugreiseportale Computerbetrug und Steuerhinterziehung begangen haben sowie unerlaubte Werbung gezeigt haben soll".

Im Januar 2013 räumte die Unister-Gesellschaft Urlaubstours Probleme bei der Datensicherheit ihrer Buchungen von Ryanair-Flügen ein.  (asa)


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