Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schenker-element-im-test-wenig-pixel-fuer-wenig-geld-1406-106722.html    Veröffentlicht: 02.06.2014 12:00    Kurz-URL: https://glm.io/106722

Schenker Element im Test

Wenig Pixel für wenig Geld

Das Schenker Element ist ein 10 Zoll großes Einsteigertablet mit Windows 8.1 und Bay-Trail-SoC. Mit dem faltbaren Tastaturcover kann das preisgünstige Tablet gut produktiv genutzt werden, hat aber eine Schwäche.

Element heißt Schenkers erstes 10-Zoll-Tablet mit Windows 8.1 und Bay-Trail-SoC. Das Tablet ist keine Eigenentwicklung, sondern basiert auf dem W1 des chinesischen OEM-Fertigers Pipo. Zusammen mit dem faltbaren Tastaturcover soll es als Notebookersatz dienen können.

Mit einem Gewicht von 600 Gramm und 10 mm Dicke ist das Element etwas schwerer und dicker als vergleichbare Bay-Trail-Tablets. Android-Konkurrenten sind meist deutlich schlanker: Das Sony Xperia Z2 Tablet ist 6,5 mm dick und 440 Gramm schwer, Samsungs Galaxy Tab 4 10.1 wiegt knapp 490 Gramm und ist 8 mm dick. Insgesamt ist das Tablet durch das kantige Design etwas wuchtiger als andere Tablets - zu schwer ist es aber nicht.

Das Gehäusedesign erinnert an Amazons Kindle-Tablets, die wie das gut verarbeitete Schenker-Tablet eine aufgeraute Rückseite besitzen. Dadurch wird es griffiger, ist aber sehr empfindlich gegen Staub und Fingerabdrücke. Die Micro-SD- und SIM-Karten-Schächte sind nicht abgedeckt, so dass bei Nichtbelegung leicht Schmutz eindringen kann. Dieser kann nur schwer entfernt werden, das ist nervig.

Dass es zahlreiche Schnittstellen direkt am Gerät gibt, ist löblich. Einen Anschluss für Micro-USB 2.0, Audio und Mini-HDMI gibt es, einzig USB 3.0 vermissen wir. Ein USB-OTG-Kabel und einen Adapter von Mini-HDMI auf einen großen HDMI-Stecker liefert Schenker gleich mit.

Gutes Display mit geringer Auflösung

Das IPS-Panel des Element löst mit 1.280 x 800 Pixeln auf, was bei einem 10,1 Zoll großen Display einer Pixeldichte von 149 ppi entspricht. Das ist für ein 10-Zoll-Gerät sehr wenig; meist haben günstige 7-Zoll-Geräte eine solche Auflösung. Einzelne Pixel sind zu erkennen, vor allem beim Lesen stört die geringe Auflösung. Die Bedienung des Windows-Desktops ist durch die geringe Auflösung immerhin nicht ganz so fummelig. Ein Stylus verbessert den Bedienungskomfort deutlich. Schenker liefert ihn aber nicht mit.

Durch das gute Panel fällt die geringe Auflösung nicht ganz so negativ auf. Die Farbdarstellung gefällt uns gut. Auch ist das Tablet im Alltag hell genug. Einzig bei direkter Sonneneinstrahlung ist es kaum bedienbar.

Gute Leistung für den Office-Alltag

Als Prozessor kommt Intels Atom Z3740D zum Einsatz. Seine vier Silvermont-Kerne takten unter Last zwischen 1,33 und 1,83 GHz. Dem Prozessor stehen 2 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. Die integrierte HD Graphics taktet mit 313 bis 688 MHz. Die Leistung reicht im Alltag für einfache Office-Arbeiten vollkommen aus. Auch die Medienwiedergabe bereitet keine Probleme. Im Ice Storm Unlimited erreicht das Tablet 11.731 Punkte, davon entfallen 10.830 auf den Grafiktest und 16.555 auf den Physiktest. Im Vergleich zu Intels Z3740 sind vor allem die Ergebnisse im Grafiktest deutlich schlechter: Mit einem Tegra 4 oder Apples A7 kann das Tablet nicht mithalten.

Das interne eMMC-Laufwerk (32 oder 64 GByte) arbeitet nicht so gemächlich wie beim Lenovo Miix 2 und Toshiba Encore. Eine Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 62 und 164 MByte pro Sekunde ist im Vergleich zu aktuellen SSDs aber langsam. Der Micro-SD-Kartenleser ist über USB 2.0 angebunden und arbeitet mit Schreib- und Leseraten von 11 und 23 MByte pro Sekunde schleppend.

42 GByte freier Speicher

Neben Windows 8.1 in der 32-Bit-Version installiert Schenker erfreulicherweise keine Bloatware. Bei unserem Testgerät mit 64 GByte internem Speicher standen uns so noch 42 GByte zur Verfügung. Für drahtlose Netzwerke steht WLAN nach 802.11 a/b/g/n zur Verfügung, das im 2,4- und 5-GHz-Band arbeitet. Außerdem ist Bluetooth 4.0 vorhanden, ein GPS-Modul fehlt. In der 64-GByte-Version ist außerdem ein UMTS-Modem mit Micro-SIM-Karten-Steckplatz verbaut. So kann unterwegs eine mobile Internetverbindung hergestellt werden.

Der 29 Wh starke Akku hielt bei durchschnittlicher Benutzung zwei Tage durch - ein guter Wert für ein Windows-Tablet. Dabei haben wir im Internet gesurft, Videos gestreamt, ein wenig gespielt und mal ein Office-Dokument bearbeitet. Beim Abspielen eines 1080p-Videos musste das Tablet nach 5,5 Stunden wieder geladen werden - das ist gutes Mittelmaß. Zum Aufladen muss das mitgelieferte Netzteil verwendet werden, denn das Tablet wird über einen extra Stromanschluss geladen.

Faltbares Cover

Auf der Rückseite besitzt das Schenker Element zwei Lautsprecher, die nach hinten strahlen. Wird das Tablet im Querformat gehalten, wird einer von diesen verdeckt. Laut genug sind die Lautsprecher, allerdings lässt die Qualität zu wünschen übrig: Die Höhen sind überspitzt und tiefere Frequenzen fehlen komplett. So klingen die Lautsprecher sehr blechern, Stimmen klingen unnatürlich.

Die 2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite eignet sich kaum für Fotos. Nicht nur die Auflösung ist niedrig, auch ist stets störendes Bildrauschen vorhanden. Farben werden sehr flau aufgenommen. Die Kamera nimmt immer mehrere Bilder kurz nacheinander auf, so dass der Nutzer das beste auswählen kann. Die 2-Megapixel-Frontkamera ist nicht besser und eignet sich gerade so für Videotelefonie.

Tastaturcover dient als Hülle und hat einen Zusatzakku

Das optionale Tastaturcover ermöglicht produktives Arbeiten mit dem Tablet. Die Kombination aus Hülle, Tastatur und Zusatzakku macht das Tablet zwar 10 Millimeter dicker und 400 Gramm schwerer, schützt aber auch das Gehäuse und dient als Ständer. In der Hülle sind Magnete verbaut, mit denen der Ständer leicht aufgebaut werden kann. Dadurch kann das Tablet sicher auf einem Tisch aufgestellt werden - aber auch nur da: Auf dem Schoß oder auf stark unebenen Flächen wird die Konstruktion instabil und die Magnete halten das Tablet nicht mehr in Position.

Steht das Tablet stabil, kann gut mit ihm gearbeitet werden. Die Tasten des Tastaturcovers sind zwar klein, mit ein wenig Übung können aber auch längere Texte gut getippt werden. Zehnfingerschreiben ist mit der Tastatur allerdings nicht möglich. Im Vergleich zu Microsofts Typecover und ähnlichen Tastaturlösungen ist der Hub der Tasten überraschend lang. Dadurch entsteht ein gutes Schreibgefühl.

Wer etwas stärker auf die Tasten haut, verbiegt das Cover leicht. Dabei klappert es manchmal auch ein wenig, was beim Arbeiten stört. Hier hätte Schenker mit kleinen Gummifüßen das Klappern verhindern können. Auch wären weitere Schnittstellen praktisch gewesen. Diese würden das Cover aber dicker und schwerer machen.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Schenker Element ist mit 32 GByte internem Speicher ab 350 Euro zu bekommen. Die Version mit 64 GByte Speicher und UMTS-Modem kostet nur 50 Euro mehr. Eine Lizenz für Office 365 Personal ist enthalten, diese ist ein Jahr gültig. Das Tastaturcover kostet 30 Euro.

Fazit

Schenkers erstes Tablet ist durchaus gelungen: Die Verarbeitung ist gut, das Gehäuse griffig und zahlreiche Schnittstellen sind vorhanden. Löblicherweise werden Adapter auf große USB- und HDMI-Ports mitgeliefert. Einzig das Display trübt den Eindruck. Die Auflösung ist für ein 10-Zoll-Gerät einfach zu niedrig - das können auch die gute Farbdarstellung und Helligkeit nicht wettmachen.

Zusammen mit dem Tastaturcover kann mit dem Tablet angenehm gearbeitet werden - allerdings nur, wenn es auf ebenen Oberflächen stehen kann. Die Tastatur gefällt uns. Nach kurzer Zeit haben wir uns an die kleinen Tasten gewöhnt und können auch längere Texte schreiben. Dank des 3G-Moduls kann auch unterwegs eine Internetverbindung hergestellt werden.

Insgesamt ist das Schenker Element ein gutes Einsteiger-Tablet mit Windows 8.1 und Bay-Trail-T-SoC. Besonders die 64-GByte-Version mit UMTS-Modem ist für 400 Euro ein günstiges Angebot.  (sw)


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