Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/displayserver-wayland-und-weston-1-5-kompatibel-zu-altem-x11-1405-106629.html    Veröffentlicht: 21.05.2014 13:39    Kurz-URL: https://glm.io/106629

Displayserver

Wayland und Weston 1.5 kompatibel zu altem X11

Der Wayland-Referenz-Compositor Weston 1.5 unterstützt nun offiziell XWayland und ist damit abwärtskompatibel. Wayland selbst wird kaum noch geändert. Darüber hinaus wird das Entwicklungsmodell umgestellt.

Der Wayland-Projektleiter Kristian Høgsberg beschreibt Version 1.5 von Wayland und Weston als "ziemlich ruhig". Das liege vor allem an den wenigen Änderungen an Wayland. Dafür habe das Team sehr viele Fehler behoben und größere Änderungen an dem Referenz-Compositor Weston vorgenommen, der nun das neue XWayland verwenden könne.

Damit ist es möglich, X11-Anwendungen problemlos in einer Wayland-Sitzung anzuzeigen. Bisher war XWayland ein Teil des X.org-X-Servers, was zu sehr viel Komplexität und verschiedenen Hacks führte. Die neue Version bildet dagegen einen eigenen Server und arbeitet damit vergleichbar zu XQuartz unter Mac OS X. Die Veröffentlichung von XWayland ist für X.org 1.16 geplant, womit die Abwärtskompatibilität dann komplett gegeben sein sollte.

Zudem haben die Entwickler die Eingabemethoden aus Weston selbst herausgelöst und in die eigenständige Bibliothek Libinput überführt. Das soll es anderen Compositoren wie etwa der Gnome-Shell ermöglichen, den Code leicht wiederzuverwenden. Weston bietet nun auch eine sogenannte Fullscreen-Shell, wodurch eine einzelne Anwendung ausschließlich im Vollbild dargestellt wird.

Verbessertes Entwicklungsmodell

"Das größte Problem der aktuellen Arbeitsweise ist, dass ich der Engpass bin", schreibt Høgsberg ebenfalls in der Ankündigung. Zwar beteiligen sich viele verschiedene Personen an der Entwicklung, doch bis jetzt hat nur Høgsberg selbst die Rechte, Code in den Hauptzweig einzupflegen. Das soll sich künftig ändern.

So sollen Teammitglieder, die seit Langem Teil des Projekts sind und den Code dementsprechend gut kennen, ebenso wie einige Maintainer einzelner Bestandteile von Weston, die Rechte bekommen, eigenständig Code zu integrieren. Davon verspricht sich Høgsberg zum einen, die Arbeit besser zu verteilen, zudem erhofft sich der Projektleiter, dass dadurch die Beurteilungen für Patches von mehr Personen als bisher übernommen würden.  (sg)


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