Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/maik-mahlow-krebserkrankung-des-pcfritz-chefs-war-wohl-nur-erfunden-1405-106559.html    Veröffentlicht: 19.05.2014 11:20    Kurz-URL: https://glm.io/106559

Maik Mahlow

Krebserkrankung des PC-Fritz-Chefs war wohl nur erfunden

Der PC-Fritz-Chef Maik Mahlow leidet nach eigenen Aussagen nicht wie lange Zeit behauptet an einer Krebserkrankung. Diese soll nur erfunden worden sein, um das Unternehmen PC Fritz schnell bekannt und erfolgreich zu machen. Als er aussteigen wollte, sei ihm mit Mord gedroht worden.

Der PC-Fritz-Chef Maik Mahlow fürchtet sich offenbar vor seinen früheren Geschäftspartnern. Nach einem Bericht des Spiegel hat Mahlow in seiner Vernehmung bei der Polizei zugegeben, dass er nicht an einer Krebserkrankung leidet. Die vermeintliche Krebserkrankung soll eine Idee eines Geschäftspartners von Mahlow gewesen sein, Mahlow selbst soll sich als Strohmann bezeichnen.

Warum Mahlow dabei mitgemacht hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatte er offenbar keine Probleme damit, sich als jemand darzustellen, der an einer Krebserkrankung leidet und nicht mehr lange zu leben hat. Das dokumentiert Mahlows Homepage weiterhin sehr deutlich. Die Idee dazu soll von seinem Geschäftspartner Firat C. gekommen sein, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet.

Mahlow mit dem Tode bedroht

Mit der angeblichen Krebserkrankung sollte das Geschäft von PC Fritz offenbar angekurbelt werden - und der Plan ging auch auf: Viele Medien haben über Mahlows Erkrankung berichtet und damit auch PC Fritz in die Öffentlichkeit gebracht. Mahlow habe behauptet, schon seit Monaten bei PC Fritz aussteigen zu wollen. Aber seine früheren Geschäftspartner hätten ihm gedroht, im Falle seines Ausstiegs würden sie ihm erst einen Finger abschneiden, danach den Arm brechen und ihn anschließend erschießen, so Mahlow.

Nachdem er protestiert hätte, sei er mit einem Fausthieb zu Boden gebracht worden. Das alles ist laut seiner Schilderung auf einer Geschäftsreise geschehen. Mahlow fürchtet sich demnach vor seinen früheren Geschäftspartnern, von denen einige wieder auf freiem Fuß sind. Er soll nach der Vernehmung durch die Polizei abgetaucht sein.

Im April 2014 begannen die Verhaftungen

Im April 2014 wurden drei PC-Fritz-Betreiber festgenommen. In Berlin wurden Wohn- und Geschäftsräume der Festgenommenen von Zollfahndern in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Halle durchsucht. Laut der Staatsanwaltschaft Halle wird den Verdächtigen vorgeworfen, gefälschte Windows-7-Lizenzen nach Deutschland eingeführt und zum Verkauf angeboten zu haben.

In den Wohn- und Geschäftsräumen seien erneut umfangreiche Beweismittel wie schriftliche Unterlagen und elektronische Speichermedien sowie rund 2.000 DVDs sichergestellt worden, auf denen das Betriebssystem Windows 7 mit den gefälschten Lizenzen gespeichert sei.

Verfahren läuft seit Monaten

Bereits im September 2013 durchsuchten Zollfahnder im PC-Fritz-Ermittlungsverfahren zahlreiche Wohn- und Geschäftsräume in Halle und Berlin. Dabei stellten sie unter anderem rund 170.000 Datenträger sicher. Die stichprobenweise Begutachtung dieser Datenträger erbrachte, dass es sich bei den Lizenzen der Windows-7-Datenträger durchweg um Fälschungen gehandelt habe. Trotz der Durchsuchungen und Beschlagnahmungen wurde der Vertrieb fortgesetzt.

PC Fritz steht seit Monaten im Fokus der Behörden. Der Online-Händler hat unter anderem Windows-Betriebssysteme zu stark reduzierten Preisen angeboten. Nach Überzeugung von Zoll und Staatsanwaltschaft soll PC Fritz gefälschte Windows-DVDs verkauft haben.  (ip)


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(10.04.2014, https://glm.io/105773 )

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