Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hauptversammlung-telekom-chef-hoettges-fuer-abschaffung-der-roaming-gebuehren-1405-106511.html    Veröffentlicht: 15.05.2014 18:12    Kurz-URL: https://glm.io/106511

Hauptversammlung

Telekom-Chef Höttges für Abschaffung der Roaming-Gebühren

Wenn es in der EU eine einheitliche Regelung für das Nutzen von fremden Mobilfunknetzen gibt, könnte die Roaming-Gebühr generell wegfallen. Diese Idee brachte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Telekom, bei der Hauptversammlung seines Unternehmens ins Spiel.

Tim Höttges, seit Anfang 2014 Chef der Telekom, sperrt sich nicht gegen eine Abschaffung der Roaming-Gebühren. Dies sagte der Manager am 15. Mai 2014 auf der Telekom-Hauptversammlung. Für den europäischen Binnenmarkt forderte Höttges eine einheitliche Regulierung. Dann könnten die Roaming-Gebühren, die für das Telefonieren im europäischen Ausland anfallen, komplett wegfallen.

Im Gegenzug sollten die Kartellbehörden aber auch nicht mehr auf winzige Teilmärkte schauen, meinte er in Anspielung auf die derzeitige Praxis bei der Prüfung von Fusionsvorhaben. Das EU-Parlament hat unlängst den Wegfall der Roaming-Gebühren Ende 2015 beschlossen. Allerdings müssen die EU-Staaten diesem Beschluss noch zustimmen.

Die bereits vorher bekannt gewordenen Pläne für ein weiteres Wachstum der Telekom führte Höttges auf der Hauptversammlung ebenfalls näher aus. Er hielt dabei ein Plädoyer für den Netzausbau und neue Partnerschaften mit Internetfirmen. "Wir werden die Telekom zum führenden Anbieter von Telekommunikationsdiensten in Europa machen", sagte er auf seiner ersten Hauptversammlung als Vorstandsvorsitzender in Köln.

Die eigentliche Konkurrenz sitzt in den USA

Dabei kritisierte der Manager, der am Jahresanfang die Nachfolge von René Obermann an der Unternehmensspitze angetreten hatte, die Dominanz amerikanischer Giganten wie Google und Facebook. Sie seien heute an der Börse deutlich mehr wert als die gesamte europäische Telekommunikationsindustrie und längst zu Anbietern von Kommunikationsdiensten aufgestiegen. "Wenn wir jetzt auch noch die Infrastruktur verlieren, verlieren wir unsere digitale Souveränität", warnte er.

In den USA sieht der Konzernchef die Mobilfunktochter für ein mögliches Zusammengehen mit einem Wettbewerber gerüstet. Entscheidend sei die Sicht der amerikanischen Wettbewerbsbehörden. "Kommt es zu einer Marktbereinigung, wäre T-Mobile US auch gut dafür positioniert", sagte er. Zu Spekulationen über eine mögliche Fusion mit dem drittgrößten US-Anbieter Sprint äußerte Höttges sich nicht. Er wies aber darauf hin, dass die US-Tochter angesichts des Wachstums vor enormen Investitionen etwa für den Netzausbau stehe.

Mit weltweit 230.000 Beschäftigten hat die Telekom im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 3,4 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro gesteigert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,2 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen für 2013 eine Dividende von 0,50 Euro erhalten.  (nie)


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