Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/z97-und-h97-mainboards-viel-m-2-und-sata-express-wenig-mini-itx-1405-106445.html    Veröffentlicht: 14.05.2014 16:20    Kurz-URL: https://glm.io/106445

Z97- und H97-Mainboards

Viel M.2 und Sata Express, wenig Mini-ITX

Asrock, Asus, Gigabyte sowie MSI haben ihre Z97- und H97-Mainboards vorgestellt. Auffällig ist die starke Verbreitung der M.2- und Sata-Express-Schnittstelle sowie der Fokus auf Audio. Mini-PCs werden hingegen kaum bedient.

Passend zu Intels Haswell Refresh und älteren Haswell-CPUs sind viele neue Z97- und H97-Mainboards mit Sockel 1150 im Handel erhältlich. Die beiden Chipsätze selbst bieten verglichen mit ihren Vorgängern abseits der M.2-Schnittstelle und Sata Express wenig Neues. Daher haben sich Asrock, Asus, Gigabyte sowie MSI interessante Detaillösungen einfallen lassen, beispielsweise SSD-Anschlüsse auf der Platinenrückseite oder Lüfter, die Staub vom Mainboard entfernen. Zudem liegt der Fokus auf Audio und Netzwerk für Spieler.

Auffällig sind die vielen Platinen im ATX-Format, Boards im Mini-ITX-Formfaktor sind selten: Die gängigen Preisvergleiche listen nur je drei Bretter von MSI und Gigabyte, zwei von Asus und eines von Asrock. Von den etwas größeren Micro-ATX-Boards sind 19 Stück aufgeführt, MSI hat mit dem Z97 Xpower AC sogar ein Mainboard im übergroßen E-ATX-Format im Angebot. Das Xpower AC ist neben drei Gigabyte-Platinen das einzige mit einem PLX-Chip für mehr PCIe-Lanes, spricht also Multi-GPU-Nutzer an.

Super Overclocking und Ultra Durable

Gigabyte hat gleich 34 neue Mainboards mit Z97 und H97 vorgestellt, in Deutschland sollen davon aber nur 28 erhältlich sein. Das GA-Z97P-D3 ist zwar spartanisch ausgestattet und bietet weder M.2 noch Sata Express, kostet aber auch nur 70 Euro. Die beiden neuen Schnittstellen kosten jedoch wenig Aufpreis, das GA-H97-D3H wird schon für etwa 85 Euro damit ausgeliefert.

Im mittleren Preissegment finden wir das GA-Z97X-SLI für 120 Euro interessant: Auf den ersten Blick sind nur die Kühler rot statt gelb, bei genauerem Hinsehen sind die unterschiedlich verschalteten PCIe-Slots für Grafikkarten zu erahnen. Sind zwei verbaut, wird jede mit PCIe-3.0-x8 angebunden und nicht eine mit PCIe-3.0-x16 und die andere mit PCIe-2.0-x4.

Das Z97X-SOC und das Z97X-SOC Force für etwa 170 sowie 180 Euro richten sich an Übertakter, SOC steht für Super Overclocking. Die normale Version nutzt Gigabit-Ethernet von Intel, die Force-Version hingegen einen Killer-Chip. Beiden gemein sind die Spannungsmesspunkte und Taster auf der Platine sowie die nach vorne gerichteten USB-Ports. Mit kleinen Schaltern ist jeder der vier Arbeitsspeicher- sowie Grafikkarten-Steckplätze deaktivierbar. Ein zusätzlicher PCI-Express-Stromanschluss versorgt auch stark übertaktete Syteme zusätzlich mit Energie.

Das 300 Euro teure Z97X-Gaming G1 WiFi Black Edition bietet den erwähnten PLX-Chip für bis zu vier Grafikkarten im Crossfire- oder SLI-Modus mit je acht PCIe-3.0-Lanes. Der Sound Core mit austauschbarem Operationsverstärker und der Killer-Netzwerkchip sind für Spieler gedacht. Die Spannungsmesspunkte und die Anschlüsse für eine Wasserkühlung sollen Übertakter ansprechen. Zudem bietet das Board ac-WLAN, Bluetooth 4.0, NFC, eine Qi-Ladestation und Sata Express (M.2 fehlt).



Asrock, Asus und MSI

Asrock hat 17 Platinen mit Z97 und H97 angekündigt, die Preisspanne reicht vom 70 Euro teuren H97M bis hin zum überraschend günstigen Fatal1ty Z97 Professional. Eine der interessantesten Platinen ist das Z97 Extreme6: Es bindet die M.2-Schnittstelle mit vier PCIe-3.0- statt nur zwei PCIe-2.0-Lanes an und bremst SSDs wie die Samsung XP941 daher nicht aus. Zudem bietet das Board einen Thunderbolt-Anschluss.

Das Z97M OC Formula für 120 Euro kombiniert einen Killer-Netzwerkchip und ist für Übertakter gedacht, das Fatal1ty Z97 Professional (benannt nach dem Progamer Johnathan Wendel) mit dem gleichen Ethernet plus Intel-Gigabit-LAN sowie M.2, Thunderbolt und Sata Express adressiert Spieler.

Für 125 Euro gibt es das leicht abgespeckte Fatal1ty Z97 Killer, hier fehlen unter anderem der Intel-Chip und Thunderbolt. Die Mini-ITX-Platine Z97E-ITX/ac kostet ebenfalls 125 Euro und ist mit ac-WLAN, Bluetooth, M.2 sowie Sata Express sehr gut ausgestattet.

Looks TUF, performs tougher

Asus hat 22 Mainboards mit Intels neuen Chipsätzen vorgestellt, auch hier beginnen die Preise bei etwa 70 Euro für schlichte Platinen wie die H97M-E. Am teuersten ist das Z97-Deluxe [NFC & WLC] für 330 Euro, das wir für unseren Test der M2.Schnittstelle verwendet haben. Das Board aus der Channel-Serie bietet unter anderem Sata Express per ASM106SE-Controller, ac-WLAN, Bluetooth 4.0 und zwei Intel-Gigabit-Ethernet-Anschlüsse.

Die TUF-Serie (The Ultimate Force) ohne M.2-Schnittstelle umfasst das Sabertooth Mark 1 und Mark 2 sowie das Gryphon Z97 Armor Edition und das Gryphon Z97 für 140 bis 200 Euro. Der neue Dust-de-Fan der Sabertooth-Boards sitzt nahe der I/O-Blende auf Höhe der Spannungswandler und pustet Staub aus dem Gehäuse, bevor er Frischluft zuführt.

Die ROG-Reihe (Republic of Gamers) wird um günstigere Boards erweitert: Das Maximus VII Ranger für 140 Euro ist unter den Hero-Modellen angesiedelt, bietet wie alle ROG-Platinen aber dennoch eine M.2-Schnittstelle. Interessant finden wir noch das Z97I-Plus. Bei diesem Mini-ITX-Board für 120 Euro ist das neue Interface aus Platzgründen auf die Rückseite verlagert.

Halterung für geköpfte CPUs

MSI listet 26 neue Platinen, die Preisspanne reicht wenig überraschend von 70 Euro (H97M-E35) bis über 300 Euro. Das teuerste Board ist das Z97 Xpower AC im übergroßen E-ATX-Format für Übertakter: Neben den Spannungsmesspunkten und Tastern auf dem Mainboard sticht der sogenannte "Delid Die Guard" hervor.

Diese Halterung ist für Prozessoren gedacht, bei denen zugunsten einer besseren Kühlung der Heatspreader entfernt wurde. Dies ist eine beliebte Option für Overclocker, da gerade Haswell-Modelle sehr heiß werden. Intel plant daher mit Devils Canyon verbesserte Chips.

Die bei Spielern beliebte Gaming-Serie hat MSI mit dem Z97 samt M.2 und Sata Express neu aufgelegt, die Platinen kosten zwischen 110 (Z97-G43 Gaming) und 240 Euro (Z97 Gaming 9 AC). Mit dem Z97I Gaming AC hat MSI für 150 Euro ein Mini-ITX-Board im Angebot, dieses bietet sogar Spannungsmesspunkte, da viele Spieler ihre Hardware für höhere Bildraten übertakten. Günstiger ist das H97I AC für 100 Euro im Kleinformat.

Ebenfalls nicht unspannend sind Platinen wie das Z97-G43 für 100 Euro. Wer sich mit Standardanschlüssen begnügt, erhält hier ein mangels zusätzlicher Controller sehr sparsames Mainboard ohne viel Schnickschnack.  (ms)


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