Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/streaming-u-c-legt-mandat-zu-redtube-abmahnungen-nieder-1405-106443.html    Veröffentlicht: 13.05.2014 16:03    Kurz-URL: https://glm.io/106443

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U+C legt Mandat zu Redtube-Abmahnungen nieder

Die Anwälte Urmann + Collegen (U+C) haben ihr Mandat für die spektakulären Redtube-Abmahnungen niedergelegt und vertreten die Firma The Archive AG nicht mehr.

Die Kanzlei Urmann + Collegen (U+C) hat ihr Mandat für die Redtube-Anmahnungen niedergelegt. Das berichtet der Rechtsanwalt Thomas Fell im Blog Anwalt24.de. "In einem Verfahren vor dem Amtsgericht Hannover, in dem wir für einen Mandanten eine negative Feststellungsklage eingereicht haben, gibt es eine überraschende Wendung", berichtet Fell. Mit Schreiben vom 30. April 2014 wurde dem Gericht mitgeteilt, dass U+C Rechtsanwälte das Mandat niedergelegt haben und die Firma The Archive AG nicht mehr vertreten.

Fell hatte die ordnungsgemäße Rechteinhaberschaft von The Archive AG bestritten. Nun hätte die Kanzlei U + C im Einzelnen nachweisen müssen, dass die Abmahnung im Detail ordnungsgemäß waren. Fell erwartet in der Feststellungsklage keine weiteren Aktivitäten durch die The Archive AG.

Der IT-Rechtsanwalt Christian Solmecke sagte Golem.de: "Es ist ungewöhnlich, wenn Anwälte im laufenden Verfahren das Mandat niederlegen. Häufigster Grund dafür ist, dass der Mandant fällige Gebühren nicht bezahlt hat. Eine Niederlegung des Mandats ist auch möglich, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Mandant zerrüttet ist. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Mandant seinem Anwalt wichtige Informationen verschwiegen hat und das erst im Prozess herausgekommen ist. Warum hier im konkreten Fall das Mandat gegenüber dem Kollegen Feil niedergelegt wurde, wissen wir nicht." Letztlich zeige sich dadurch immer mehr, dass die ganze Redtube-Abmahnwelle nichts anderes als eine riesige Luftnummer war.

Die Kanzlei Urmann + Collegen hatte Anfang Dezember Tausende Nutzer wegen einer angeblich illegalen Nutzung der Streaming-Plattform Redtube abgemahnt. Der Fall erregte auch deshalb Aufsehen, weil die Anwälte das Landgericht Köln dazu bewogen hatten, die IP-Adressen von Redtube-Nutzern ermitteln zu können. Inzwischen hat das Landgericht seine Ansicht zur Herausgabe der Nutzerdaten revidiert, zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Abmahnerkanzlei. Die Bundesregierung stellte unterdessen klar, dass sie im Streaming von Videos keine Verletzung von Urheberrechten sieht.  (asa)


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