Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tegra-3-nvidia-faehrt-im-lamborghini-hurac-n-mit-1405-106419.html    Veröffentlicht: 12.05.2014 19:35    Kurz-URL: https://glm.io/106419

Tegra 3

Nvidia fährt im Lamborghini Huracán mit

Das Display im Cockpit von Lamborghinis neuem 200.000-Euro-Sportwagen wird von Nvidias Tegra 3 gesteuert. Dazu gibt es drei Modi, die grafisch schlicht aber doch einprägsam gestaltet sind. Das Infotainment-Display rückt so von der Mittelkonsole direkt vor den Fahrer.

Supersportwagen wie der neue Lamborghini Huracán, der seit kurzem ausgeliefert wird, sind in der Regel Männerspielzeuge - genauer: Das Spielzeug eines einzelnen älteren Mannes. Für längere Reisen zu zweit sind sie allein schon wegen des winzigen Kofferraums schlicht nicht vorgesehen.

Da erscheint es nur folgerichtig, dass die Audi-Tocher beim Nachfolger des seit 2003 gebauten Gallardo das Display für das Infotainmentsystem von der Mittelkonsole ins Cockpit gerückt hat. Darauf werden alle Fahrdaten, aber auch die Navigation und die wiedergegebenen Medien angezeigt. Wie Nvidia in einem Blogpost nun erklärt, stammt die Grafik dafür vom kalifornischen Chipentwickler.

Mit konkreten Daten geizen sowohl Nvidia wie Lamborghini, und so ist bisher nur bekannt, dass ein Tegra 3 die Grafik steuert. Es muss sich offenbar um eine spezielle Automotive-Version des ARM-SoCs handeln, die erweiterte Temperaturbereiche aushält. Das Display mit 12,3 Zoll Diagonale soll besonders hochauflösend sein, eine Pixelzahl geben beide Unternehmen bisher nicht an.

Immerhin zeigt Nvidia die drei verschiedenen Layouts. Das erste, "Full Drive Mode", zeigt rennstreckengerecht in der Mitte groß den Drehzahlmesser als Rundinstrument an, die Geschwindigkeit - bis zu 325 km/h - ist rechts daneben digital wiedergegeben. Beide Werte können auch getauscht werden, dann steht ein analog erscheinender Tacho im Zentrum. Im zweiten "Mixed Mode" ist die Schirmfläche in der Mitte geteilt, links sind dann Tacho oder Drehzahlmesser, rechts die Karte des Navigationssystems.

Die dritte Variante heißt "Full Infotainment Mode" ist unglücklich benannt, denn um fast bildschirmfüllendes Videogucken geht es nicht. Vielmehr nimmt die zentriert angebrachte Karte dann den meisten Raum ein, die Fahrzeugdaten sind an den Rändern angebracht. Ob sich dieser Modus auch während der Fahrt nutzen kann, ist nicht bekannt. Nvidia erwähnt immerhin noch, dass die Daten der Musikstücke statt der Karte dargestellt werden, was auf eine Auswahl des nächsten Stücks während der Fahrt hindeutet.

Grafikspielerei ist nicht das einzige, bei dem Lamborghini auf moderne Elektronik setzt. So ist beispielsweise die Beleuchtung des Huracán, auch die Scheinwerfer, vollständig aus LEDs aufgebaut. Beim Antrieb blieb der italienische Flitzerstylist aber beim bewährten 10-Zylinder-Saugmotor des Gallardo, wohl auch, um laut der Wirtschaftswoche die strengen EU-Abgasnormen zu erfüllen.

Durch konsequenten Leichtbau mit Karbon auch an Teilen des Rahmens kommt der 620-PS-Bolide zudem auf ein Leistungsgewicht von 2,33 Kilogramm pro PS. Die Beschleunigungswerte sind entsprechend: 100 km/h werden nach 3,2 Sekunden erreicht, 200 km/h nach 9,9. Vor allem für letzteres ist die Rennstrecke empfehlenswert, dafür gibt es neben zwei komfortableren Motor- und Fahrwerksprogrammen auch ein eigenes Setup.  (nie)


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