Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sonys-xperia-z2-im-test-heisses-teil-1405-106269.html    Veröffentlicht: 07.05.2014 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/106269

Sonys Xperia Z2 im Test

Heißes Teil

Mit dem Xperia Z2 hat Sony schnell einen Nachfolger des erst auf der Ifa 2013 vorgestellten Xperia Z1 präsentiert. Das neue Modell steckt voller aktueller Hardware und bietet interessante neue Kamerafunktionen - und dient im Winter auch als Handwärmer.

Als Sony auf dem Mobile World Congress (MWC) 2014 sein neues Top-Smartphone Xperia Z2 vorstellte, waren nicht einmal sechs Monate seit der Präsentation des Xperia Z1 vergangen. Bei seinem neuen Smartphone hat Sony hauptsächlich die Hardware aktualisiert, vom Design her sieht das Xperia Z2 seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Golem.de hat sich angeschaut, ob sich das neue Modell so kurz nach der Vorstellung des Xperia Z1 lohnt.

Zu den auffälligen Verbesserungen beim Xperia Z2 gehört das Display: Der Bildschirm wurde von 5 auf 5,2 Zoll vergrößert und ist anders als beim Vorgängermodell blickwinkelstabil. Die Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln wurde beibehalten, dadurch verringert sich die Pixeldichte leicht auf 423 ppi. Inhalte werden allerdings immer noch sehr scharf dargestellt, auch feine Details wie kleine Schrift sind gut lesbar, ein Treppeneffekt ist mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Die Farben sind lebhaft und wirken gleichzeitig natürlich. Dies soll wie beim Vorgänger durch eine besondere Technik namens Live-Color-LEDs ermöglicht werden; wie beim Xperia Z1 sehen wir hier aber keinen großen Unterschied zu anderen guten Smartphone-Displays. Mit durchschnittlich 431 cd/qm ist der Bildschirm hell genug, um auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar zu sein.

20,7-Megapixel-Kamera mit Digitalkameratechnik

Sony hat beim Xperia Z2 das gleiche Kameramodell verbaut wie beim Xperia Z1: Ein 1/2,3 Zoll großer Exmor-RS-Sensor mit 20,7 Megapixeln und der Bionz-Bildprozessor aus Sonys Digitalkameras sollen zusammen mit dem G-Objektiv mit einer Anfangsblende von f/2.0 für rauscharme Bilder sorgen. Auch in dunklen Umgebungen sollen die Bilder gut ausgeleuchtet sein.

Die Kamera des Xperia Z2 hat allerdings die gleichen Probleme wie die des Vorgängermodells. Startet der Nutzer die Kamera-App über den separaten Auslöser am rechten Rand des Smartphones, öffnet sich das Programm immer im intelligenten Modus. Dieser erkennt zwar recht zuverlässig Belichtungssituationen und wählt entsprechende Programme aus, nimmt Bilder aber nicht mit der vollen Auflösung auf. Stellt der Nutzer auf den manuellen Modus um, kann er hier die vollen 20,7 Megapixel einstellen. Die Kamera-App merkt sich die Auswahl des manuellen Modus nur, wenn der Nutzer sie über das Icon startet - beim Start per Auslöser wird immer wieder auf den intelligenten Modus umgestellt.

Verwaschene Details in Fotos wie beim Xperia Z1

Auch die Bildqualität ist vergleichbar mit der des Xperia Z1 - und hat die gleichen Schwächen. Der erste Eindruck von den Bildern ist zwar gut, die Farben werden natürlich wiedergegeben, der Kontrast ist angenehm; bei stärkerer Vergrößerung bildet aber auch die Kamera des Xperia Z2 Details matschig ab, feine Strukturen verschwimmen auch hier regelrecht zu Aquarellen. Das Galaxy S5 von Samsung bietet hier eine weitaus bessere Abbildungsqualität, obwohl das Smartphone weniger Megapixel hat. Das HTC One (M8) hat aufgrund der deutlich geringer auflösenden Kamera merklich weniger Schärfe - dafür aber auch keinen Aquarelleffekt.

4K-Aufnahmen und Super-Zeitlupe

Bei der Videofunktion hat Sony einiges geändert. Neu ist die Möglichkeit, Videos in 4K mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln und einer Bildwiederholungsrate von 30 fps aufzunehmen. Eine interessante Spielerei ist auch der neue Timeshift-Modus: Mit ihm nehmen Nutzer Videos mit 120 fps auf und erreichen so eine sehr gut wirkende Super-Zeitlupe. Diese kann in einem separaten Bearbeitungsmodus entweder auf das ganze Video oder nur auf Teile eines Films angewendet werden. Dies bietet kreative Möglichkeiten, die zu interessanten Filmen führen.

Die Bedienung des Zeitlupenwerkzeugs ist wie die gesamte Foto-App übersichtlich und selbsterklärend. Neben den bereits genannten Modi gibt es unter anderem eine Hintergrund-Unschärfe-Funktion, einen Augmented-Reality-Modus, einen Panorama-Modus und eine Serienbildaufnahmefunktion.

Das Xperia Z2 sieht auf den ersten Blick dem Xperia Z1 zum Verwechseln ähnlich, lediglich in einigen kleinen Details wie der Lautsprecheröffnung oder der weggefallenen Zweiteilung der Abdeckklappe am linken Rand. Auch das Xperia Z2 ist nach IP55 und IP58 vor Wasser und Staub geschützt und kann bis zu 30 Minuten lang in eine Tiefe von einem Meter gehalten werden. Dank des separaten Kameraauslösers kann der Nutzer auch die Kamerafunktion unter Wasser verwenden. In unseren Tests konnten weder Wasser noch Sand dem Smartphone etwas anhaben.

Snapdragon 801 und 3 GByte Arbeitsspeicher

Die Änderungen an der restlichen Hardware bringen das Xperia Z2 auf ein vergleichbares Leistungslevel wie das Galaxy S5 von Samsung und das One (M8) von HTC: Im Inneren arbeitet jetzt ein Snapdragon-801-Prozessor von Qualcomm mit einer Taktrate von 2,3 GHz, der Arbeitsspeicher ist mit 3 GByte hingegen größer als bei den Mitbewerbern. In den Benchmark-Tests ist dies allerdings kaum spürbar: Im Geräte-Benchmark erreicht das Xperia Z2 mit 925 Punkten im Single-Test und 2.722 Zählern im Multi-Test fast das gleiche Ergebnis wie das Xperia Z1. Das Galaxy S5 und das One (M8) schaffen bei beiden noch etwas mehr.

Der eingebaute Flash-Speicher ist 16 GByte groß, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist vorhanden, App2SD wird wie bei Sony-Smartphones üblich nicht unterstützt. Das Xperia Z2 unterstützt Quad-Band-GSM und UMTS sowie LTE. Beim WLAN werden die Frequenzen 2,4 und 5 GHz unterstützt, Bluetooth läuft in der Version 4.0. Ein GPS-Modul und ein NFC-Chip sind ebenfalls eingebaut.

Benchmark-Ergebnisse vergleichbar mit Galaxy S5 und One (M8)

Im Grafik-Benchmark GFX Bench erreicht das Xperia Z2 im T-Rex-Test 29,3 fps, im anspruchsvolleren Manhattan-Test 12,6 fps im Onscreen-Modus. Diese Ergebnisse liegen auf demselben Niveau wie die des Galaxy S5 und des One (M8). Im 3D Mark von Futuremark kommt das Xperia Z2 im Icestorm-Unlimited-Test auf 16.015 Zähler - das Galaxy S5 erreicht hier 18.126 Punkte, das One (M8) 20.466 Punkte - wenngleich mit dem Vorwurf des Schummelns.

Sony liefert das Xperia Z2 mit Android in der aktuellen Version 4.4.2 alias Kitkat aus. Darauf installiert der Hersteller seine eigene Benutzeroberfläche, die wie beim Vorgänger übersichtlich ist und gut aussieht. Mit dabei sind wieder die Minianwendungen, die der Nutzer als kleine Pop-up-Fenster parallel zur aktuell genutzten App verwenden kann.

Den Alltag mit Lifelog protokollieren

Die bei der Präsentation des Xperia Z2 vorgestellte App Lifelog kann der Nutzer nachinstallieren. Lifelog protokolliert den Tag des Nutzers und visualisiert die Ereignisse in einem Zeitstrahl. Nicht nur Schritte, verbrannte Kalorien und andere sportliche Aktivitäten werden erfasst, sondern auch Fotos sowie Freizeitaktivitäten wie Videospielen, Lesen oder Musikhören. Zudem kann der Nutzer Lesezeichen bei besonderen Momenten setzen und gelaufene Strecken einsehen. Lifelog lässt sich auch mit Sonys eigenem Fitnessarmband koppeln.

Wie bei der technischen Ausstattung kaum anders zu erwarten, läuft das Xperia Z2 flüssig in den Menüs, auch mehrere geöffnete Anwendungen bringen das Smartphone nicht zum Stocken. Grafisch anspruchsvolle Spiele wie Riptide GP 2 oder First-Person-Shooter laufen ebenfalls ohne Ruckler. Internetseiten stellt das Smartphone im Chrome Browser ruckelfrei dar.

Lange Akkulaufzeit, heiße Rückseite

Der Akku des Xperia Z2 hat eine Nennladung von 3.200 mAh. Sony gibt die maximale Standby-Zeit mit fast 31 Tagen an, die maximale Gesprächszeit soll bis zu 19 Stunden betragen. Videos sollen laut Sony bis zu 10 Stunden lang mit dem Smartphone angeschaut werden können. Die Werte wurden unter Testbedingungen der GSMA ermittelt. In unserem Videotest konnten wir bei voller Helligkeit einen 1080p-codierten Film über 9 Stunden lang anschauen, bis der Akku leer war - ein sehr guter Wert.

Unter Volllast wird das Xperia Z2 auf der Rückseite sehr warm, stellenweise sogar heiß: Zwischen Kameraobjektiv und NFC-Logo erreichen die Temperaturen unter Volllast stellenweise fast 50 Grad Celsius. Bereits beim Spielen heizt sich die Rückseite unangenehm auf, das Halten des Smartphones wird dann unangenehm. Der obere Bereich der Vorderseite, der beim Telefonieren ans Ohr gehalten wird, erreicht 40 Grad Celsius.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Xperia Z2 ist in Sonys Onlineshop für 680 Euro erhältlich. Bei anderen Onlinehändlern wie Media Markt oder Saturn ist das Smartphone für 600 Euro versandfertig auf Lager. Dies entspricht dem ursprünglichen Listenpreis von Sony. Im März 2014 hatte der Hersteller den Verkaufspreis um 80 Euro erhöht, der Onlinehandel hat darauf bisher allerdings nicht reagiert.

Fazit

Das Xperia Z2 ist zweifellos ein Smartphone der Oberklasse, das dank des aktuellen Snapdragon-Prozessors, ausreichend Arbeitsspeicher und des aktuellen Androids flüssig läuft und mit keiner der von uns ausprobierten Apps Probleme hat. Sony setzt weiterhin auf das gute Design des Vorgängers, das neue Modell ist zudem wieder vor Staub und Wasser geschützt. Gut gefällt uns auch die lange Akkulaufzeit, allerdings wird das Smartphone stellenweise sehr heiß.

Die neue Lifelog-App ist ein interessanter Weg, Tagesabläufe zu visualisieren und Momente festzuhalten. Zudem erhält der Nutzer hier - ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S5 - Informationen zu verbrannten Kalorien und zurückgelegten Wegen. Die neuen Kamerafunktionen machen Spaß, die Kamera selbst hat Sony allerdings leider nicht verbessert. Zwar sind die Bilder auf anständigem Niveau, die verwaschenen Details stören uns beim Xperia Z2 aber genauso wie beim Vorgänger. Hier merken wir einen deutlichen Unterschied zur Kamera des Galaxy S5.

Angesichts der insgesamt doch eher wenigen beziehungsweise im Falle der Hardware kaum merkbaren Änderungen zum Vorgänger stellen wir uns letztlich die Frage, warum jemand das Xperia Z2 anstelle des Xperia Z1 kaufen sollte. Wir empfinden das neue Modell als "zu nah dran" am Vorgänger - ein ähnliches Gefühl hatten wir auch bei Samsungs Galaxy S5.

Zwar gibt es auch beim Xperia Z2 Unterschiede zum Vorgänger - die 4K-Videofunktion, der minimal größere Bildschirm und der nicht merkbar schnellere Prozessor rechtfertigen für uns Mehrkosten von aktuell bis zu 175 Euro allerdings nicht. Der stärkste Konkurrent für Sonys neues Top-Smartphone ist aufgrund der starken Ähnlichkeit sein eigener Vorgänger.  (tk)


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