Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sony-xperia-z2-tablet-im-test-duenn-leicht-und-strandtauglich-1404-106078.html    Veröffentlicht: 28.04.2014 14:10    Kurz-URL: https://glm.io/106078

Sony Xperia Z2 Tablet im Test

Dünn, leicht und strandtauglich

Sonys Xperia Z2 Tablet bietet im Vergleich zum Vorgänger wenig Neues: Es ist 0,5 mm dünner, 55 Gramm leichter und 0,8 GHz höher getaktet. Der Rest des wasserdichten 10-Zöllers ist fast identisch geblieben.

Sonys Xperia Z2 Tablet hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum verändert: Die WUXGA-Auflösung des 10-Zoll-Displays, der IR-Sender, die Kameras und das Design sind gleich geblieben. Einzig kleine Detailverbesserungen hat Sony vorgenommen, so dass das Tablet eher als Revision 1.1 und nicht als Nachfolger bezeichnet werden kann. Überzeugen kann uns das Tablet dennoch.



Das Kunststoff-Gehäuse des Xperia Z2 Tablets ist fast identisch geblieben. Wie beim Vorgänger ist es 266 x 172 mm groß und damit etwas größer als das iPad Air mit 240 x 170 mm. Mit 6,5 mm ist es noch dünner geworden und damit eines der dünnsten Tablets - das ebenfalls dünne iPad Air ist 1 mm dicker. Durch diese flache Bauweise ist das Gerät nicht besonders verwindungssteif und lässt sich ohne viel Kraftaufwand verbiegen. Das Tablet ist mit 440 Gramm auch ziemlich leicht - das iPad Air ist 40 Gramm schwerer.

Das Xperia Z2 Tablet sieht wie Sonys aktuelles Topsmartphone in Groß aus. Die Ränder sind nun aus Metall und nicht mehr aus Glas, deswegen aber kratzempfindlicher. Da das Gerät noch dünner ist, stören die eckigen Kanten weniger - Tablets mit runden oder abgeflachten Seiten liegen noch besser in der Hand. Die Rückseite ist angenehm rutschfest, zieht Fingerabdrücke aber fast magisch an. Diese können nur schwer entfernt werden.

Weiterhin kann das Tablet mit in die Badewanne genommen werden, denn wie schon sein Vorgänger ist das Android-Tablet vor Staub und Wasser geschützt. Die Anschlüsse sind deswegen hinter gummiisolierten Klappen verborgen, aber der Kopfhörer-Ausgang hat keinen Verschluss mehr. Wasser kann dort zwar eindringen, sollte aber keinen Schaden anrichten, weil die Buchse entsprechend isoliert ist. Der Dockanschluss an der Unterseite ist ebenfalls nicht geschützt.

Nach IP57 soll das Tablet so bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von maximal einem Meter wasserdicht und gemäß IP55 gegen Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt sein. In unserem Test hat das Gerät kein Problem mit Wasser. Es perlt sehr gut am Display ab und bleibt nicht wie beim Vorgänger an den Rändern hängen. Mit nassen Fingern lässt sich das Tablet bauartbedingt kaum bedienen, da der nasse Touchscreen nicht immer auf Eingaben reagiert - bei anderen Geräten wie dem Galaxy Xcover 2 von Samsung tritt das Problem aber auch auf.

Noch mehr Leistung

Am 10,1 Zoll großen LCD hat Sony nichts verändert. Das Display hat weiterhin eine Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixeln, die Pixeldichte beträgt 224 ppi. Die Farbdarstellung ist ebenfalls gut. Die Bildschirmhelligkeit liegt bei maximal 378 cd/qm. Das ist ein durchschnittlicher Wert. Erst bei einstrahlendem Sonnenlicht ist der Bildschirminhalt nicht mehr ablesbar. Das Displayglas wird schnell schmutzig und Fingerabdrücke lassen sich nur schwer entfernen - das stört.

Als System-on-a-Chip setzt Sony wie bei seinem aktuellen Topsmartphone, dem Xperia Z2, auf den Snapdragon 801 von Qualcomm, dessen vier Kerne mit 2,3 GHz takten. Als GPU dient die Adreno 330. Während der Vorgänger im 3DMark Ice Storm Extreme 5.915 Punkte erreicht hat, schafft das Z2 Tablet die maximale Punktzahl. Im Ice Storm Unlimited erreichte es im Graphics Score 19.135 Punkte und 16.947 Punkte im Physics Score - das Samsung Galaxy S5 erreicht ähnlich hohe Werte.

Der Arbeitsspeicher ist 3 GByte groß, der interne Flash-Speicher 16 GByte. Löblicherweise werden beide Speicherbereiche zu einem zusammengefasst. Zudem gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte Speicher, App2SD wird nicht unterstützt.

LTE und Telefonfunktion

Dual-Band-WLAN funkt das Tablet nach 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth läuft in der Version 4.0, ein Glonass-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Ein LTE-Modem für mobiles Internet ist in unserer Variante ebenfalls verbaut. Hier werden neben Quad-Band-GSM und UMTS auf den Frequenzen 850, 900, 1.700, 1.900 und 2.100 MHz auch LTE auf den Bändern 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 13, 17 und 20 unterstützt. Mit dem Tablet kann telefoniert werden - ohne passendes Headset ist das aber ziemlich unpraktisch.

Deutlich verbesserte Akkulaufzeit

Der Akku mit einer Nennladung von 6.000 mAh hält bei durchschnittlicher Benutzung rund zwei Tage durch. Dabei haben wir täglich eine Stunde Videos gestreamt, ein wenig gesurft, E-Mails abgerufen und abends eine Runde gespielt. Die Akkulaufzeit bei der Wiedergabe eines 1080p-Videos hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert. Bei maximaler Bildschirmhelligkeit lief das Video fast 10 Stunden lang - das ist ein sehr guter Wert. Beim Vorgänger war der Akku schon nach 4,5 Stunden leer.

Kamera enttäuscht weiterhin

Den größten Kritikpunkt am Vorgänger hat Sony nicht verbessert: Die 8,1-Megapixel-Rückkamera mit Exmor-Sensor kann weiterhin nicht überzeugen. Auf Bildern sind nach wie vor Artefakte zu sehen, allgemein wirken Aufnahmen unscharf. Die Frontkamera hat 2,2 Megapixel und eignet sich für Videotelefonie.

Die Kamera-App des Z2 Tablet ist jetzt mit der in Sonys Topsmartphone fast identisch. Die Kreativ-Modi mit Augmented-Reality-Funktion sind nun implementiert. Aber einen Slow-Motion-Modus oder eine Aufnahmemöglichkeit für 4K-Videos gibt es nicht.

Im unteren Bereich hat Sony zwei Lautsprecher verbaut, die nach vorne abstrahlen. Der Klang ist sehr dünn, Bässe sind gar nicht vorhanden. Bei höherer Lautstärke übersteuern sie ziemlich schnell. Außerdem werden sie leicht beim Halten im Querformat verdeckt - dann klingen sie noch schlechter.

Da das Tablet über einen Infrarotsensor verfügt, kann es als Universalfernbedienung verwendet werden. Das Einrichten ist intuitiv und ging bei uns sehr schnell, da viele Geräte in der Datenbank vorhanden sind - auch wenn sie nicht von Sony stammen. Im Alltag ist das Tablet aber einfach zu groß, um es tatsächlich als Fernbedienung nutzen zu können.

Das Tablet wird gleich mit Android 4.4.2 alias Kitkat ausgeliefert, also der aktuellen Android-Version. Darüber hat Sony seine eigene Benutzeroberfläche installiert. Das Design wirkt sehr edel und läuft anders als etwa Samsungs Touchwiz flüssig. Viele Funktionen hat Sony von früheren Versionen der eigenen Oberfläche beibehalten. So kann der Nutzer durch einen langen Klick auf eine freie Fläche ein übersichtliches Menü mit verschiedenen Widgets und App-Verknüpfungen aufrufen.

Kleine, praktische Mini-Fenster

Die praktischen Mini-Apps sind weiterhin vorhanden. Bei diesen öffnen sich kleine Fenster, in denen der Browser oder eine kompakte Version der Fernbedienung erscheint. Sonys Bildschirmtastatur kann zweigeteilt werden, um beidhändig darauf zu tippen. Leider fehlten Umlauttasten und eine Zahlenreihe haben wir auch vermisst.

Ansonsten hat Sony noch seine Multimedia-Apps installiert: Mit Music Unlimited bietet Sony einen Spotify-ähnlichen Dienst, der so ähnlich auch mit Video Unlimited für Filme vorhanden ist. Mit Socialife kann auf das Facebook- und Twitter-Konto in einer App zugegriffen werden, und Playstation Mobile ermöglicht den Zugriff auf ein Sony-Entertainment-Network-Konto.

Fazit und Verfügbarkeit

Das Sony Xperia Z2 Tablet ist in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich. Die 16-GByte-Variante kostet 470 Euro, die 32-GByte-Variante gibt es für 515 Euro. Für ein Tablet mit LTE-Modem und 16 GByte internem Speicher fallen 640 Euro an.

Fazit

Viel hat Sony beim Xperia Z2 Tablet im Vergleich zum Tablet Z nicht geändert. Das Tablet ist nun noch dünner und leichter, so dass es noch angenehmer zu bedienen ist. Die Verarbeitung ist weiterhin sehr gut, nur ziehen die Vorder- und Rückseite Fingerabdrücke fast magisch an. Der Prozessor ist im Z2 Tablet noch stärker, so dass alle gängigen Anwendungen flüssig laufen. Erfreulich ist die erhöhte Akkulaufzeit, so dass mehere Filme ohne Netzteil geschaut werden können.

Da das Tablet nach IP55 und IP58 vor Wasser geschützt ist, kann es bei Regen verwendet werden. Auch die Benutzung im Bad ist dadurch denkbar. Das Wasser perlt gut vom Display ab, nur lässt sich der Touchscreen bauartbedingt mit nassen Fingern nur schwer bedienen.

Enttäuscht waren wir von den eingebauten Lautsprechern. Sie klingen dünn, die Bässe sind nicht wahrnehmbar. Auch die Position ist ungünstig, sie werden oft beim Halten verdeckt. Auch die Kamera hat Sony nicht verbessert. Die Bilder weisen weiterhin Artefakte auf und wirken verwaschen.

Insgesamt ist Sonys Xperia Z2 Tablet dennoch eines der besten 10-Zoll-Tablets mit Android als Betriebssystem. Der Preis ist angemessen. Wem das Tablet zu teuer ist, sollte zum Vorgänger greifen. Dieser ist zwar etwas schwächer und ein wenig dicker, rund 360 Euro sind für die 32-GByte-Variante aber ein günstiger Preis.  (sw)


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