Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/netcat-musikalbum-als-linux-kernel-modul-veroeffentlicht-1404-106053.html    Veröffentlicht: 24.04.2014 13:05    Kurz-URL: https://glm.io/106053

Netcat

Musikalbum als Linux-Kernel-Modul veröffentlicht

Die experimentelle Elektroband Netcat hat ihr aktuelles Album als Linux-Kernel-Modul im Quellcode und auf Kassette veröffentlicht. Maintainer Greg Kroah-Hartman half beim Codeaufräumen.

Das Album Cycles per Instruction beschreibt die aus Seattle stammende Band Netcat als das "unnötigerweise komplizierteste Veröffentlichungsformat bisher". Denn das Album steht als Linux-Kernel-Modul zum Selbstkompilieren im Quellcode bereit. Das Modul stellt ein virtuelles Gerät im Dateibaum bereit, auf dessen Ausgabe mit Audiosoftware wie dem VLC-Player zugegriffen werden kann.

Nebem dem eigentlichen Modul, welches das Gerät bereitstellt, enthält das Code-Repository auch die eigentlichen Musikdaten als Hex-Code in einer Header-Datei. Über die Herkunft der Daten schreibt die experimentelle Elektroband: Die Daten stammen "(Der Komplexität wegen) aus .ogg-Dateien, die aus .WAV-Dateien codiert wurden, die wiederum aus MP3-Dateien stammen, die aus den gemasterten .WAV-Dateien codiert wurden, welche von Protools finalen .WAV-Dateien stammen, die mit einem analogen Band mit 24 Spuren erzeugt wurden."

Große Portion Nerd-Humor

Diese wahrscheinlich nicht ganz der Wahrheit entsprechende Beschreibung ist aber ein gutes Beispiel für den Humor der Band. So sind die Include-Anweisungen für die Tracks nicht in der Ordnung der natürlichen Zahlen angeordnet, mit der Begründung, dass sonst der Compiler abstürzt. Ebenso findet sich ASCII-Art in dem Code und darüber hinaus sieht die Band-Webseite auch aus wie eine klassische Man-Page.

Nach dem Kompilieren und der Installation des Moduls lässt sich mit einer Vielzahl von Audioanwendungen wie Sox, Mplayer oder auch dem VLC-Player die Musik abspielen. Album- und Titelinformationen können dabei über Dmesg gelesen werden.

Der Code, zu dem auch Kernel-Maintainer Greg Kroah-Hartman einen kleinen Teil beitrug, steht via Github bereit und sollte sich mit jeder aktuellen Linux-Distribution nutzten lassen. Der Code enthält aber keine Lizenzinformationen und entspricht damit auch nicht den Vorgaben der Linux-Kernel.

Der einfache Weg zur Musik von Netcat findet sich über Bandcamp, wo sich auch die limitierte Veröffentlichung auf Kassette erwerben lässt.  (sg)


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