Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/project-naptha-texterkennung-im-browser-erspart-laestiges-abtippen-1404-106037.html    Veröffentlicht: 24.04.2014 08:47    Kurz-URL: https://glm.io/106037

Project Naptha

Texterkennung im Browser erspart lästiges Abtippen

Mit dem Google-Chrome-Plugin Naptha können Texte aus Bilddateien kopiert werden. Das erspart mitunter viel Tipparbeit und funktioniert erstaunlich gut, wie ein Test von Golem.de zeigte. Der Text kann dabei sogar aus dem Bild entfernt werden.

Texte in Bilddateien sind im Web ständig zu finden - mit Project Naptha können sie bequem markiert und kopiert werden. Doch bevor die optische Zeichenerkennung möglich ist, muss der Text in den Bildern erst vom Hintergrund isoliert werden, was ein Algorithmus von Microsoft erledigt.

Der Text im Bild wird einfach mit der Maus markiert und kann nach kurzer Zeit kopiert oder mittels Google Translate sogar übersetzt werden. Das ist besonders bei asiatischen Webseiten interessant, auf denen häufig aus Layoutgründen Grafiken statt richtiger Texte eingesetzt werden. Selbst aus Comics oder gar Screenshots können mit dem Plugin Texte extrahiert werden. Schräg verlaufende Schrift bis zu einem Winkel von 30 Grad wird ebenfalls erkannt.

Project Naptha ist eine Entwicklung des MIT-Studenten Kevin "antimatter" Kwok. Napta ist mehr als eine reine OCR-Funktion, denn das System funktioniert auch bei Bildern, bei denen der Text vor einem Muster abgebildet ist.

Naptha löscht auch Texte aus Bildern

Die Text-Entfernungsfunktion zeigt, dass Project Naptha den Text im Bild zunächst isoliert. Das Entfernen funktioniert ähnlich wie die Photoshop-Funktion Content-Aware Fill. Die Identifizierung von Texten wird mit der Stroke Width Transform (SWT) von Microsoft Research durchgeführt. Dieser Algorithmus identifiziert Text anhand der Eigenschaft der meisten Schriftarten, gleiche Strichbreiten zu verwenden. Ist das geschehen, wird das Extrakt zu einem Webdienst für die optische Zeichenerkennung geschickt, der mit der Engine Ocrad läuft. Wer will, kann auch Googles Tesseract-Engine nutzen. Möglich ist auch eine Übersetzung des Textes, die dann anstelle des Originaltextes im Bild erscheint. Dabei versucht der Algorithmus, die Originalschrift nachzuahmen, doch das funktioniert nicht immer.

Gute Erkennungsrate

Im Test von Golem.de konnte Naptha durchaus überzeugen. In vielen Bildern wurden die Buchstaben korrekt erkannt, wobei besonders kleine Schriften naturgemäß größere Probleme verursachen. Auch sehr groß gestaltete Texte sind ein Hindernis für das System, das aber für den Alltag ausreicht, wenn es zum Beispiel darum geht, aus Screenshots oder aus abfotografierten Texten den Inhalt zu extrahieren.

Die Google-Chrome-Extension Naptha ist derzeit kostenlos über Googles Webstore zu beziehen.  (ad)


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