Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/palcohol-der-cocktail-in-pulverform-1404-105987.html    Veröffentlicht: 22.04.2014 13:32    Kurz-URL: https://glm.io/105987

Palcohol

Der Cocktail in Pulverform

Mit kleinem Gepäck unterwegs und trotzdem nicht auf den abendlichen Drink verzichten? Ein US-Unternehmen hat Rum und Wodka in Pulver verwandelt. Zum Trinken einfach mit Wasser aufgießen - zum Schnupfen jedoch nicht geeignet.

Das US-Unternehmen Lipsmark hat Alkohol pulverisiert. Vor gut 20 Jahren rettete der Zeichner Rötger Feldmann, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Brösel, seine Comic-Figur Werner vor dem Verdursten mit Bier in Pulverform: Einfach in Wasser auflösen, fertig war der Bölkstoff. Auf Bier in Pulverform müssen wir zwar immer noch warten.

Palcohol heißt der Pulveralkohol, den es in zwei Geschmacksrichtungen gibt: Rum (R) und Wodka (V). R sei pulverisierter, hochwertiger Rum aus Puerto Rico, V sei aus vierfach destilliertem Wodka gewonnen, erklärt der Hersteller. Über das Herstellungsverfahren schweigt sich das Unternehmen aus, solange das Patentverfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Gelöst, nicht geschüttelt

Das Alkoholpulver soll in Beuteln von 1 Unze, etwa 28 Gramm, abgepackt und mit 5 Unzen, etwa 140 Gramm Wasser, aufgegossen werden. Zusätzlich zu dem Alkoholpulver will Lipsmark auch noch Aromapulver anbieten, um aus dem wasserlöslichen Schnaps einen Cocktail zu rühren. Zur Auswahl stehen Cosmopolitan, Mojito, Powderita und Lemon Drop.

Gedacht ist Palcohol in erster Linie für Wanderer oder Camper, also für jene, die auf das Gewicht des Gepäcks achten und deshalb keine Glasflaschen transportieren wollen, abends aber trotzdem gern einen Drink zum Sonnenuntergang nehmen. Palcohol wurde in den USA von der Aufsichtsbehörde Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) bereits zugelassen und soll im Herbst auf den Markt kommen.

Nicht schnupfen

Der Alkoholgehalt eines Päckchens liegt bei 10 bis 12 Volumenprozent. Lipsmark rät davon ab, das Pulver zu schnupfen, um eine schnellere Wirkung zu erzielen. Das sei "nicht die verantwortungsbewusste oder kluge Art, das Produkt zu nutzen", schreibt Lipsmark auf der Website.

Weil solche Warnungen aber nicht unbedingt fruchten, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Maßnahmen gegen das Schnupfen getroffen: Der Alkohol ist so konzentriert, dass für das Äquivalent eines Drinks eine halbe Tasse des Pulvers geschnupft werden müsste.

Nachtrag vom 23. April 2014, 10:25 Uhr

Das TTB hat Lipsmark die Zulassung entzogen. Es scheine eine Abweichung zwischen der auf dem Etikett angegebenen und der tatsächlichen Füllmenge zu geben, erklärt Lipsmark. Das Unternehmen und TTB seien deshalb übereingekommen, diese Etiketten nicht zu nutzen. Das bedeute nicht, dass Palcohol selbst nicht zugelassen sei. Es gehe nur um die Etiketten, betont Lipsmark.

Das habe mutmaßlich steuerliche Gründe, erklärt das US-Techniknachrichten-Angebot Pando Daily: Die US-Behörden verbieten, dass in Lebensmittelverpackungen weniger enthalten ist als angegeben. Mehr Inhalt hingegen ist erlaubt. Beim Alkohol, der nach Menge besteuert werde, sei es umgekehrt: Das TTB verbiete mehr Inhalt als angegeben, weil dadurch Steuereinnahmen verloren gingen.  (wp)


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