Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/asic-mining-klagen-gegen-butterfly-labs-1404-105780.html    Veröffentlicht: 10.04.2014 15:35    Kurz-URL: https://glm.io/105780

ASIC-Mining

Klagen gegen Butterfly Labs

Die Hersteller von Mining-Hardware kommen immer wieder in Verruf, weil sie bestellte Ware zu spät ausliefern. Jetzt wird Butterfly Labs deswegen von Kunden verklagt.

Butterfly Labs wird sich wohl vor Gericht verantworten müssen, wenn es sich nicht vorher mit den Klägern einigt. Sie wollten Mining-Computer bei Butterfly Labs kaufen, bekamen sie nicht und verklagten deshalb den Hardwarehersteller. Es ist nicht die erste Klage gegen Butterfly Labs. Auch Martin Meissner will sein Geld zurück und zusätzlich 5 Millionen US-Dollar. Der Vorwurf lautet: Betrug und Veruntreuung.

Butterfly Labs stellt Mining-Hardware für Bitcoins her. Der Markt dafür ist groß, die Entwicklungs- und die Herstellungskosten ebenfalls. Geräte wie The Monarch kosten über 2.000 US-Dollar. Die PCI-e-Karte soll spezielle ASICs enthalten, die mit 28-Nanometer-Technik gefertigt sind und 600 GH/s - also Gigahashes pro Sekunde - schaffen. Der Auslieferungstermin war eigentlich für August 2013 geplant. Der ASIC-Schürfer wurde bis heute nicht ausgeliefert. Deshalb gehen Meissner und eine weitere Gruppe jetzt gegen Butterfly Labs vor Gericht.

Schwierige Entwicklung

ASICs zu entwickeln, die speziell für das Schürfen von Kryptowährungen gedacht sind, sei nicht einfach, argumentieren die kleinen Unternehmen nicht zu Unrecht. Das von Kunden vorausbezahlte Geld wird nicht selten zunächst in die Entwicklung gesteckt. Jüngst hatte das schwedische Unternehmen Kncminer bekanntgegeben, dass es seine neue Neptune-Reihe noch nicht ausliefern könne und bot seinen Kunden stattdessen eine modifizierte Version seiner aktuellen Hardware an.

Außerdem werden solche Geräte häufig mit Bitcoin bezahlt. Die starken Kursschwankungen bedeuten nicht selten auch ein Verlustgeschäft für die Hersteller oder auch für die Kunden. Je länger ein Kunde auf seine Mining-Hardware wartet, desto höher wird der Schwierigkeitsgrad für die Berechnung der virtuellen Währung. Das bedeutet für den Kunden ebenfalls ein Verlustgeschäft.

Sich selbst bereichern

Die Kunden haben aber noch einen weiteren Verdacht: Butterfly Labs behält die bereits erhaltene, aber noch nicht ausgelieferte Hardware so lange wie möglich, um damit selbst Bitcoin zu generieren - unter dem Vorwand einer "Testphase". Bis die Hardware an die Kunden ausgeliefert wird, hätte Butterfly Labs sich nicht nur selbst bereichert, sondern die Hardware auch so lange behalten, bis sie dem Käufer kaum noch nützt.

Die neue Klage unterstellt den Besitzern von Buttelfly Labs aber auch Veruntreuung. Sie hätten von dem Vorschuss für sich Häuser und Autos gekauft.  (jt)


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