Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apple-vs-samsung-102-us-dollar-fuer-die-autokorrektur-1404-105765.html    Veröffentlicht: 10.04.2014 11:42    Kurz-URL: https://glm.io/105765

Apple vs. Samsung

102 US-Dollar für die Autokorrektur

Im aktuellen Patentprozess verlangt der iPhone-Hersteller 2,19 Milliarden US-Dollar vom Rivalen Samsung. Apple hat jetzt erläutert, wie diese Summe zustande gekommen ist.

2,19 Milliarden US-Dollar - so viel will Apple von Samsung als Schadensersatz für Patentverletzungen in fünf Fällen. Jetzt hat Apple begonnen, den acht Geschworenen zu erklären, wie diese Summe zustande gekommen ist. Apple hat dafür das Konsultationsunternehmen Quantitative Economic Solutions beauftragt. Dessen Chef Chris Vellturo hat jetzt im Prozess ausgesagt.

Der Professor für Marketing am MIT John Hauser hatte im Auftrag von Vellturos Firma 507 Besitzer eines Samsung-Smartphones befragt, wie viel sie für Funktionen bezahlen würden, die in den Patenten beschrieben sind. Ausgangspunkt für die Befragten war ein fiktives Smartphone im Wert von 149 US-Dollar, das sie mit den zusätzlichen Funktionen aufrüsten konnten.

Wert eines Patents

Das Ergebnis: Für die Autokorrektur hätten die Befragten zusätzlich 102 US-Dollar bezahlt und 69 US-Dollar für kontextbezogene Verknüpfungen, berichtet die PC World. In einer weiteren Umfrage hätten Benutzer zusätzlich 32 US-Dollar für die Slide-to-Unlock-Funktion sowie 33 US-Dollar für die universale Suche ausgegeben, wenn sie ein Tablet im Wert von 299 US-Dollar besäßen.

Apple behauptet, dass die fünf Patente bei zehn Samsung-Produkten verwendet werden, die 37 Millionen Mal zwischen August 2011 und Ende 2013 verkauft wurden. Die Zahlen bildeten zwar eine Basis für die von Vellturo präsentierte Summe von 2,19 Milliarden US-Dollar, seien aber nicht einfach hochgerechnet, sagte Hauser im Kreuzverhör. Sie seien lediglich ein Hinweis auf die Kundennachfrage der Patente.

Nicht eindeutig formuliert

Samsungs Anwalt John Quinn argumentierte, dass die Umfrage eine nicht eindeutige Wortwahl verwende. So sei beispielsweise allgemein nach der Autokorrektur gefragt worden und nicht präzise nach der im Apple-Patent beschriebenen, die mit der Leertaste oder über die Eingabe eines Punkts aktiviert wird. Samsung wird im Laufe des Prozesses eine Schadensersatzsumme von 6 Millionen US-Dollar anbieten.

Der Streit um die Patentverletzungen dürfte auch beim Android-Entwickler Google genau beobachtet werden. Zwar sind einige Funktionen nur auf Smartphones von Samsung zu finden. Letztendlich steht der koreanische Hardwarehersteller aber auch stellvertretend für Android vor Gericht. Als einer der Zeugen ist auch Andy Rubin geladen, der bis zum 13. März 2013 als Google-Angestellter für die Entwicklung Androids mitverantwortlich war und als Erfinder des mobilen Betriebssystems gilt.  (jt)


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