Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dmarc-yahoo-macht-weltweit-jede-mailingliste-kaputt-1404-105764.html    Veröffentlicht: 10.04.2014 11:35    Kurz-URL: https://glm.io/105764

DMARC

"Yahoo macht weltweit jede Mailingliste kaputt"

Mit DMARC sollen eigentlich Spam- und Phishing-E-Mails verhindert werden. Eine neue DMARC-Richtlinie von Yahoo beschränkt aber die Nutzung von Mailinglisten sehr stark. Das betrifft auch weitere Provider und die Entwickler der Mailinglisten.

E-Mail-Providern wie Google, Microsoft oder Yahoo soll DMARC dabei helfen, Spam- und Phishing-E-Mails aufzufinden. Werden nur noch E-Mails zugestellt, die von DMARC als korrekt erkannt werden - wie bei Yahoo geschehen -, ist die Nutzung von Mailinglisten allerdings kaum noch möglich. Der Informatiker und Berater für E-Mail-Infrastruktur John R. Levine kommentiert deshalb bei der IETF: "Yahoo macht weltweit jede Mailingliste kaputt, inklusive die der IETF."

Levine sei auf das Problem aufmerksam geworden, als über eine seiner abonnierten Mailinglisten "ein Blizzard von Bounce-Nachrichten" verteilt worden sei. Denn eine gesendete Nachricht sei unter anderem von "Gmail, Yahoo, Hotmail und Comcast" zurückgewiesen worden, wohl wegen der DMARC-Richtlinie.

Mailinglisten sind DMARC-Schwachpunkt

Warum die E-Mails zurückgewiesen werden, ist schnell ersichtlich. DMARC, das für "Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance" steht, besteht hauptsächlich aus den zwei Systemen DKIM (Domainkeys Identified Mail) und SPF (Sender Policy Framework).

DKIM soll die Authentizität eines E-Mail-Absenders über eine Signatur gewährleisten, allerdings verändern die Listen sehr oft E-Mails, etwa um eine Markierung im Betreff oder auch Fußzeilen hinzuzufügen, wodurch die Signatur nicht mehr stimmt. Darüber hinaus wird das SPF etwa dadurch außer Kraft gesetzt, dass Listen ihre "eigenen unveränderlichen Bounce-Adressen nutzen".

Schuld der Provider oder der Entwickler?

Für Levine ist eindeutig, dass die E-Mail-Provider mit ihren DMARC-Richtlinien für das Problem zuständig sind. Er empfiehlt Admins, Yahoo-Adressen vorübergehend zu sperren, um Schaden zu begrenzen, die Nutzer aufzufordern sich neue Adresse zuzulegen und Verantwortliche bei Yahoo auf das Problem aufmerksam zu machen.

Für den Gentoo-Listenadmin Robin H. Johnson stellt sich die Situation allerdings nicht so eindeutig dar. Denn er weist darauf hin, dass die freien Mailinglistenserver derzeit noch keine Unterstützung für DMARC aufweisen, was für Sympa ebenso gelte wie für Mlmmj, Ezmlm oder auch GNU Mailman. Wobei zumindest für Letzteres an einer Unterstützung gearbeitet werde. Doch auch Johnson gibt zu, dass es für die Listen-Admins derzeit keine tatsächliche Möglichkeit gibt, das Problem zu lösen.  (sg)


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