Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/stuart-parkin-millennium-preis-fuer-den-vater-der-modernen-festplatte-1404-105746.html    Veröffentlicht: 09.04.2014 16:59    Kurz-URL: https://glm.io/105746

Stuart Parkin

Millennium-Preis für den Erfinder der modernen Festplatte

Der britische Physiker Stuart Parkin erhält den mit einer Million Euro dotierten "Millennium Technology Prize". Er entwickelte die ersten Festplatten, die auf dem GMR-Effekt basieren. Dessen Entdecker waren zuvor mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Die Stiftung "Technology Academy of Finland" hat Stuart Parkin mit ihrem Millennium-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung erhalten vor allem Forscher, die an der praktischen Umsetzung von Erfindungen maßgeblichen Anteil hatten.

Das trifft ganz besonders auf den erst 58 Jahre alten Parkin zu, der als Vater der modernen Festplatte gilt. 1989 entdeckte er den Riesenmagnetowiderstand, auch GMR-Effekt genannt, beim Experimentieren mit Materialien für künftige Festplatten in den Labors von IBM. Erst ein Jahr zuvor hatten die Physiker Peter Grünberg und Albert Fert den GMR-Effekt erstmals beschrieben, dafür wurde ihnen 2007 gemeinsam der Nobelpreis für Physik verliehen.

Stuart Parkin war es jedoch, der die Technik der sehr dicht gepackten magnetischen Ladungen zur serienreifen Anwendung brachte. Die Folge war eine regelrechte Explosion der Kapazität von Festplatten ab Ende der 1990er Jahre. Das erste Laufwerk auf Basis des GMR-Effekts stellte IBM 1997 vor, danach verdoppelte sich die Kapazität beinahe jedes Jahr. Heute arbeiten alle modernen Festplatten mit der von Parkin entwickelten Technik.

Dafür wurde der seit 1982 für IBM tätige Wissenschaftler mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Humboldt-Forschungspreis und dem Preis des American Institute of Physics. Mit dem Millennium-Preis erhält Parkin nun seine bisher höchste Ehrung, nachdem der Nobelpreis für die Entdeckung des GMR-Effekts schon vergeben ist.

Nach der Entwicklung der GMR-Festplatten arbeitete Parkin weiterhin vor allem im Almaden Research Center von IBM im Silicon Valley, aber auch in anderen Labors des Unternehmens, unter anderem in Deutschland. Eines seiner Gebiete war das Racetrack Memory, das wie die GMR-Festplatten auf quantenmechanischen Effekten basiert. Seit dem 1. April 2014 ist Stuart Parkin Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle in Sachsen-Anhalt.  (nie)


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