Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ihf-handball-challenge-14-angespielt-kreisliga-statt-champions-league-1404-105726.html    Veröffentlicht: 10.04.2014 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/105726

IHF Handball Challenge 14 angespielt

Kreisliga statt Champions League

Handball erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit, hiesige Teams wie der THW Kiel gehören schon lange zur europäischen Spitze. Auf PC und Konsolen fristet die Sportart allerdings ein Nischendasein - woran das jetzt veröffentlichte IHF Handball Challenge 14 kaum etwas ändern wird.

20 Nationalmannschaften, dazu 80 Klub-Teams aus Ligen wie der deutschen DKB Handball-Bundesliga oder der spanischen Liga Asobal: Der Lizenzumfang von IHF Handball Challenge 14 kann sich durchaus sehen lassen. Auch die Modi bieten auf den ersten Blick Abwechslung - vom schnellen Spiel über klassische Kämpfe um die Meisterschaft bis hin zum Erstellen eigener Teams und Wettbewerbe ist einiges geboten. Die Vorfreude legt sich allerdings schnell: Kaum ist es Zeit zum Anwurf, kann von Spannung keine Rede mehr sein.

Das beginnt schon bei der unzeitgemäßen Grafik: Spieler und Animationen sind überholt und unansehnlich, die Ähnlichkeit mit realen Vorbildern wie Dominik Klein ist eher theoretischer Natur. Hinzu kommen massives Ruckeln und Darstellungsfehler auf der Playstation 3. Der Kommentar (Bob Hanning und Markus Götz) passt sich der drögen Optik an und ist selten passend, die Akustik wird der Stimmung in gut gefüllten Handball-Hallen nicht ansatzweise gerecht.

Auch die Steuerung ist hakelig und ungenau, Pässe kommen oft nicht an, da nicht immer ersichtlich ist, zu wem nun wirklich geworfen wird. Durchdachte Spielzüge sind so häufig nicht möglich. Taktische Maßnahmen gibt es kaum, der Statistikteil mit seinen wenigen und nicht immer nachvollziehbaren Spielerdaten ist nicht der Rede wert. Wer hier die Komplexität eines Fifa-Spiels im Handball erwartet, wird schwer enttäuscht.

IHF Handball Challenge 14 ist für Playstation3, Xbox360 und PC im Handel erhältlich und kostet etwa 50 Euro (Konsolen) beziehungsweise 40 Euro (PC). Das Spiel ist von der USK ohne Alterseinschränkung freigegeben.

Fazit

IHF Handball Challenge 14 ist leider nicht dazu geeignet, die durchaus vorhandene Lücke für ein gutes Handballspiel zu schließen. Dafür ist die Technik zu altbacken und fehlerbehaftet, die Spielmechanik zu ungenau und unausgereift.

Bei einem niedrigeren Verkaufspreis hätte der Titel vielleicht noch dem einen oder anderen Sportenthusiasten empfohlen werden können, der die Fähigkeit hat, über Fehler gnädig hinwegzusehen. Zum Vollpreis hingegen bietet er viel zu wenig Qualität.  (tw)


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