Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/htc-one-m8-im-kurztest-htcs-drei-linsen-smartphone-1403-105374.html    Veröffentlicht: 25.03.2014 23:38    Kurz-URL: https://glm.io/105374

HTC One (M8) im Kurztest

HTCs Drei-Linsen-Smartphone

Beim Namen hat es HTC belassen, an der Hardware des neuen One allerdings einiges verbessert: Das Display ist größer, der Prozessor schneller und die Akkuleistung höher. Mit einer zusätzlichen Kamera auf der Rückseite bringt das neue One zudem auch eine interessante Hardware-Innovation.

HTC hat mit dem One (M8) den Nachfolger des letztjährigen One mit der internen Bezeichnung M7 vorgestellt. Der mit dem ersten Modell eingeschlagene Weg wird beibehalten und durch einige neue Funktionen erweitert.

So fällt sofort beim ersten Anfassen das Aluminium-Gehäuse des One (M8) auf: HTC hat verglichen mit dem ersten One noch weniger Kunststoff verbaut. Auch der Rand ist jetzt komplett aus Metall, was dem Smartphone ein noch edleres Aussehen verleiht. Auf der Vorderseite befinden sich wieder zwei Stereolautsprecher, die einen satten, an Bässen reichen Klang produzieren.

Das 5 Zoll große Display mit Full-HD-Auflösung zeigt Inhalte scharf an, Farben werden neutral dargestellt. Insgesamt ist die Farbwiedergabe deutlich wärmer als beim ersten One, zudem wirkt die Darstellung feiner.

Dritte Kamera für Tiefeneindruck

Auffällig ist die dritte Kamera des One (M8): Neben einer auch für Selbstportraits sehr gut geeigneten 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite hat das Smartphone neben der bereits vom Vorgänger bekannten Ultra-Pixel-Kamera mit 4 Megapixeln auf der Rückseite eine zusätzliche Linse. Diese hat 2 Megapixel und nimmt zusätzlich zum Foto der Hauptkamera ein Bild mit Tiefenschärfeinformationen auf.

Dank dieser Informationen kann der Nutzer den Schärfepunkt im Nachhinein beliebig verändern. Dies funktioniert in unseren Tests sehr gut, dem Effekt sind allerdings qualitative Grenzen gesetzt: Stellen wir bei der Aufnahme den eigentlichen Fokus auf ein nahe gelegenes Objekt, reicht die Zusatzkamera nicht aus, den Hintergrund qualitativ so gut wie die Hauptkamera darzustellen. Zusätzlich ermöglicht die zweite Rückkamera einen 3D-Effekt, bei dem durch Bewegen des Smartphones ein räumlicher Eindruck entsteht. Dieser wirkt aber schnell unrealistisch und zeigt zudem bereits bei geringfügig stärkeren Bewegungen Bildstörungen.

HTC Zoe jetzt intuitiver zu bedienen

Wie bereits beim Vorgänger kann der Nutzer auch beim neuen Modell mit HTC Zoe kleine Videos statt Fotos aufnehmen. Den Modus hat HTC vereinfacht: Ein einfacher Druck auf die Aufnahmetaste nimmt ein Foto auf, bei längeren Druck entsteht ein Video. Die Fotos und Videoschnipsel kann der Nutzer wie gehabt automatisch zu einem kleinen Film zusammenschneiden lassen. Insgesamt sieht die neue Kamera-App übersichtlich aus, praktisch sind die abspeicherbaren Nutzerprogramme mit bevorzugten Einstellungen.

Die Qualität der Fotos können wir nur bedingt bewerten, da wir keine Tageslichtaufnahmen machen konnten. Innenraumaufnahmen mit schummriger Beleuchtung sind aber gut ausgeleuchtet - ein Vorteil der größeren Pixel. Aus der höheren Lichtempfindlichkeit resultiert allerdings auch ein stärkeres Rauschen.

Neues Sense wirkt aufgeräumt

Das neue HTC One wird mit Android in der Version 4.4.2 ausgeliefert, worüber HTC seine eigene Benutzeroberfläche installiert. Sense 6 ist beinahe gleich aufgebaut wie die Vorgängerversion des ersten HTC One. Das neue Layout ist allerdings weitaus weniger bunt und verspielt: Die Icons im Einstellungsmenü sind monochrom, auch die Nachrichtenübersicht Blinkfeed wirkt deutlich aufgeräumter. Neu ist die Gestensteuerung: Der Nutzer kann unter anderem Medieninhalte mit einer Wischgeste direkt auf kompatible Geräte wiedergeben oder Anrufe entgegennehmen, indem er das Smartphone ans Ohr hält.

Außerdem reagiert das One (M8) auf Display-Eingaben, während es im Schlafmodus ist: Mit einem Doppeltipp wird das Gerät aufgeweckt, der Sperrbildschirm öffnet sich. Ein Wisch von links ins Display öffnet Blinkfeed, ein Wisch von unten in den Bildschirm die zuletzt geöffnete App. Eine Bewegung von rechts nach links ruft direkt den Startbildschirm auf, eine Wischgeste von oben nach unten soll eigentlich die Spracheingabe öffnen. Das klappt bei uns allerdings nicht. Ist eine Passwortsperre eingerichtet, muss diese erst eingegeben werden - die Gesten umgehen also keine Sicherheitsvorkehrungen.

Extremer Akkusparmodus wie beim Galaxy S5

Das HTC One (M8) soll eine bis zu 40 Prozent bessere Akkuleistung haben als sein Vorgänger. Zusätzlich zu den gewohnten Energiesparoptionen gibt es ähnlich wie beim neuen Samsung Galaxy S5 einen besonders ergiebigen Sparmodus. Durch diesen wird die CPU-Nutzung eingeschränkt, Funktionen deaktiviert und nur dringend benötigte Apps ausgeführt. Anders als bei Samsungs neuem Smartphone startet der Sparmodus beim One (M8) sofort, aber ihm fehlt in diesem Modus ein Browser. So stehen noch weniger Möglichkeiten als beim Galaxy S5 bereit.

Dank des Snapdragon-801-Prozessors mit vier Kernen und einer Taktrate von 2,3 GHz sowie 2 GByte Arbeitsspeicher reagiert das One (M8) schnell auf Eingaben. Auch mehrere geöffnete Apps stellen das Smartphone vor keine großen Probleme, grafisch aufwendige Apps laufen ebenfalls absolut flüssig. Dies bestätigt auch ein schneller Benchmark-Test: Beim Geekbench 3 erreicht das One (M8) im Single-Modus 977 Punkte, im Multi-Modus 2.842 Zähler - und gehört damit klar zur Oberklasse.

HTC wird das One (M8) am 4. April 2014 auf den Markt bringen. Bei O2 kostet das One (M8) ohne Tarif 660 Euro, wo es bereits vorbestellt werden kann - wahlweise auch mit Tarif. Damit bringt HTC sein neues Topmodell früher als Samsung auf den Markt, denn das auf dem Mobile World Congress Ende Februar 2013 vorgestellte Galaxy S5 geht erst am 11. April 2014 in den Verkauf.

Fazit

Mit dem neuen One behält HTC zwar den Namen bei, verändert aber verglichen mit dem Vorgänger einiges. Neben der Prozessorleistung und der Display-Größe gefällt uns vor allem die abermals gesteigerte Verarbeitungsqualität des Gehäuses. Auch die Idee einer zweiten Kamera auf der Rückseite bringt zusammen mit der neuen Kamera-App einige zusätzliche kreative Möglichkeiten: Die Fokusverschiebung funktioniert gut, auch wenn sie qualitativ begrenzt ist.

Insgesamt macht das neue HTC One einen sehr guten Eindruck und kommt uns innovativer vor als beispielsweise das Samsung Galaxy S5. Neben den interessanteren Funktionen dürfte auch ein Grund dafür sein, dass der Unterschied zwischen erstem und zweitem One deutlicher ist als beim Galaxy S4 und S5: Hier ist beispielsweise der Prozessor nahezu identisch.  (tk)


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