Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/youtube-google-ernennt-superkontrolleure-fuer-unerlaubte-videos-1403-105219.html    Veröffentlicht: 18.03.2014 14:43    Kurz-URL: https://glm.io/105219

Youtube

Google ernennt "Superkontrolleure" für unerlaubte Videos

Jeder Nutzer kann auf Youtube Videos melden, die nicht den Richtlinien der Seite entsprechen. Weltweit gibt es jedoch rund 200 "Superkontrolleure", die mehr Rechte haben. Darunter ist auch eine Anti-Terror-Einheit.

Rund 200 Nutzer weltweit haben besondere Rechte, um Verstöße gegen die Richtlinien für Youtube-Videos zu melden. Das berichtet das Wallstreet Journal unter Berufung auf Google. Demnach dürfen diese ausgewählten Personen und Institutionen 20 Videos mit unzulässigen Inhalten gleichzeitig melden. Weitergehende Befugnisse seien mit dem Programm nicht verbunden, schreibt das Blatt.

Die Financial Times hatte vergangene Woche berichtet, dass die Counter Terrorism Internet Referral Unit der britischen Polizei die Möglichkeit habe, Videos als extremistisch einzuschätzen und zu entfernen. Das weckte Befürchtungen, die britische Regierung könnte in der Lage sein, unliebsame Videos zu zensieren. Dem Wall Street Journal zufolge ist dies jedoch nicht möglich. Das 2012 als Pilotprojekt gestartete Programm erlaubt den Teilnehmern lediglich, 20 Videos gleichzeitig zu melden. Die Meldungen würden weiterhin von Google-Mitarbeitern überprüft, bevor die betroffenen Videos möglicherweise entfernt würden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Nur zehn Prozent sind Institutionen

Bei den 200 "Superkontrolleuren" handele es sich zum allergrößten Teil um Privatpersonen, die besonders eifrig die Videos überprüften und viel Zeit damit verbrächten, Verstöße gegen die Google-Richtlinien zu melden. Lediglich zehn Prozent seien staatliche Behörden oder Nichtregierungsorganisationen wie Kinderschutzgruppen. Welche Behörden neben der britischen Anti-Terror-Einheit dazu gehören, wird in dem Bericht nicht erwähnt.

Den Richtlinien von Youtube zufolge unterstützt die Seite unter anderem keine "pornografischen oder sexuell eindeutigen Inhalte", "schockierenden Videos von Unfällen, Leichen oder Ähnlichem" und verbietet "drastische oder grundlose Gewalt". Auch sind die Nutzer aufgefordert, das Urheberrecht zu respektieren. Um ein Video zu melden, das gegen diese Richtlinien verstößt, muss der Nutzer ein Google-Konto besitzen.  (fg)


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