Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ig-metall-erstmals-seit-5-jahren-real-mehr-geld-fuer-it-festangestellte-1403-105033.html    Veröffentlicht: 10.03.2014 17:48    Kurz-URL: https://glm.io/105033

IG Metall

Erstmals seit 5 Jahren real mehr Geld für IT-Festangestellte

35.500 Gehälter aus 160 IT-Betrieben hat die IG Metall zusammengetragen und analysiert. Demnach stieg das Gehalt der Beschäftigten, deren Zahl laut Bitkom im Jahr 2014 auf 927.000 anwachsen soll.

Erstmals seit fünf Jahren verzeichnet die IT-Branche in Deutschland einen realen Zuwachs beim Einkommen für Festangestellte. Das ist das Ergebnis der aktuellen ITK-Entgeltanalyse der IG Metall, die die Gewerkschaft zur Cebit 2014 veröffentlicht hat. Danach sind die Jahresgehälter in der ITK-Branche 2013 um durchschnittlich 3,3 Prozent gestiegen. Damit liege die Erhöhung erstmals seit fünf Jahren über der Inflationsrate und bringe einen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten, so die Arbeitnehmerorganisation.

In tarifgebundenen Betrieben stiegen die Entgelte um durchschnittlich 4 Prozent. In nicht tarifgebundenen Unternehmen wurden die Festgehälter nach dem Bericht um durchschnittlich 2,4 Prozent angehoben.

"Die neuen Tarifabschlüsse in der Branche und in der Metall- und Elektroindustrie hatten eine Sogwirkung für die gesamte ITK-Branche", sagte Christiane Benner, für die Branche zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Mit dem im vergangenen Jahr für Atos abgeschlossenen Tarifvertrag will die IG Metall, die für gut 300.000 Beschäftigte der ITK-Branche zuständig ist, einen tarifpolitischen Standard in der Branche gesetzt haben.

Dennoch verschlechterten sich die Beschäftigungsbedingungen durch die fortschreitende Digitalisierung und den damit verbundenen Druck auf viele Beschäftigte, ständig verfügbar zu sein. Die Entgeltanalyse der IG Metall basiert auf knapp 35.500 Entgeltdaten aus 160 Betrieben.

Die Ausbildungsvergütungen stiegen mit durchschnittlich 11,1 Prozent laut der ITK-Entgelterhebung besonders stark. "Leider stagniert die Zahl von neuen Ausbildungsverträgen in IT-Berufen seit Jahren", sagte Benner.

Der IT-Branchenverband Bitkom hatte zur Cebit seine neue Prognose für das Wachstum des deutschen ITK-Marktes bekanntgegeben. Der Umsatz mit Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik soll demnach 2014 um 1,7 Prozent auf 153,4 Milliarden Euro steigen. "Das Geschäft mit Software und Dienstleistungen, wie auch die Umsätze mit Smartphones und Tablets, wachsen überdurchschnittlich, Sprachdienste haben es weiterhin schwer", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Im laufenden Jahr wolle die IT-Branche mindestens 10.000 zusätzliche Stellen schaffen. Damit würde die Zahl der Arbeitsplätze auf 927.000 steigen.  (asa)


Verwandte Artikel:
Etengo: Große Firmen finden IT-Freiberufler zu teuer   
(12.09.2017, https://glm.io/130010 )
Allensbach-Studie: Altersvorsorge selbständiger IT-Experten ist sehr solide   
(22.02.2018, https://glm.io/132938 )
Gehaltsstudie: SAP-Berater verdienen zehn Prozent mehr   
(22.10.2012, https://glm.io/95226 )
Deutschland: Vodafone spart sich Weihnachtsfeier   
(12.11.2013, https://glm.io/102683 )
IT-Studium: Zeigt mehr Frauen!   
(05.03.2018, https://glm.io/133014 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/