Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bitcoin-erfinder-satoshi-nakamoto-gibt-es-wirklich-1403-104971.html    Veröffentlicht: 06.03.2014 18:10    Kurz-URL: https://glm.io/104971

Bitcoin-Erfinder

Satoshi Nakamoto soll es wirklich geben

Der Name des Bitcoin-Erfinders soll offenbar wirklich Satoshi Nakamoto und somit kein Pseudonym sein. Eine Reporterin von Newsweek hat einen Mann aufgespürt und über ihn geschrieben. Im Netz stoßen ihre Recherchen auf heftige Reaktionen.

Der Erfinder von Bitcoin blieb bislang weitgehend unbekannt. Selbst sein Name - Satoshi Nakamoto - wurde lange für ein Pseudonym gehalten. Jetzt hat die Journalistin Leah McGrath Goodman den Mann aufgespürt, der hinter der Kryptowährung stecken soll. Er habe mit Bitcoin nichts mehr zu tun, sagte er McGrath Goodman vor seinem Haus in Los Angeles und beendete schnell die Unterhaltung. Zwei herbeigerufene Polizisten wimmelten die Journalistin ab.

In McGrath Goodmans Artikel, der in der Onlineausgabe des US-Magazins Newsweek erschienen ist, beschreibt die Journalistin ihre Recherche. Sie habe nach dem Namen Satoshi Nakamoto gesucht und dabei einen Mann aufgespürt, der Modelleisenbahnen mag und studierter Physiker ist. Er heiße jetzt Dorian Prentice Satoshi Nakamoto. Sein Bruder bezeichne ihn als brillant, aber dass er an Bitcoin gearbeitet habe, würde er nie zugeben. Die Korrespondenz über E-Mail habe Nakamoto bereits nach der ersten Frage zu Bitcoin abgebrochen, schreibt McGrath Goodman.

Nakamoto wollte keine schattenhafte Figur sein

Ähnliches berichtet auch der Bitcoin-Kernentwickler Gavin Andresen, mit dem McGrath Goodman ebenfalls gesprochen hat. Er habe sich bis April 2011 mit einem "Satoshi Nakamoto" über die Entwicklung von Bitcoin ausgetauscht. Nakamoto habe sich besorgt darüber geäußert, dass die Kryptowährung in der Presse mit illegalen Geschäften im Internet gleichgesetzt und er als schattenhafte Figur dargestellt werde. Nakamoto habe sich gewünscht, dass Bitcoin mehr als Open-Source-Projekt wahrgenommen werde und dessen Entwickler gebührend anerkannt würden.

Als Andresen davon berichtet, er wolle sich mit der CIA treffen, um Bedenken gegen die Kryptowährung zu zerstreuen, habe Nakamoto den Kontakt vollständig abgebrochen.

Nakamoto habe mehrfach finanzielle Probleme gehabt, habe den Kredit auf sein Haus zeitweilig nicht mehr bezahlen können, will McGrath Goodman von Nakamotos Schwester erfahren haben. Sein Ärger über die Banken sei wohl einer seiner Beweggründe für die Entwicklung der Kryptowährung gewesen.

Die Jagd nach Satoshi Nakamoto

An der Jagd nach dem unbekannten Bitcoin-Erfinder beteiligten sich zahlreiche Journalisten über mehrere Jahre hinweg. Dabei fielen die Namen mehrerer Personen, die ihre Mitwirkung allesamt dementierten. Der Name Satoshi Nakamoto fiel erstmals in dem Konzeptpapier zu Bitcoin vom 24. März 2009. Nach ihm ist die kleinste Einheit von Bitcoin benannt - das Satoshi.

Inzwischen bedauert Andresen, mit McGrath Goodman gesprochen zu haben. Sie habe zu viel über das Privatleben Nakamotos erfahren und geschrieben. Im Bitcoin-Forum Bitcointalk beschweren sich Nutzer darüber, dass McGrath Goodman ihn zu Hause aufgespürt habe, obwohl er den Kontakt abgebrochen habe. Es gibt in dem Artikel auch eine Beschreibung seines Autos und Fotos von seinem Haus. Jetzt könne jeder den Mann leicht ausfindig machen, der eine Million Bitcoins besitzen soll. Erst wenn es eine signierte Transaktion von der bekannten Adresse des Bitcoin-Erfinders gebe, könne er die Geschichte glauben, schreibt dort ein Anwender.

Nachtrag vom 2. Mai 2016, 10:19 Uhr

Mittlerweile hat sich der australische Unternehmer Craigh Wright als Satoshi Nakamoto geoutet. Auch wenn noch nicht zweifelsfrei bewiesen ist, dass er der Bitcoin-Erfinder ist, sind die Hinweise darauf sehr stark. Unter anderem hat er Nachrichten mit einem kryptographischen Schlüssel aus der Bitcoin Anfangszeit signiert.  (jt)


Verwandte Artikel:
Kryptowährung: Satoshi Nakamoto dementiert, Bitcoin-Erfinder zu sein   
(07.03.2014, https://glm.io/104976 )
Bitcoins: Digitale Schattenwährung wertet massiv auf   
(30.05.2011, https://glm.io/83829 )
Supercomputer: Atomwissenschaftler bei Bitcoin-Mining erwischt   
(10.02.2018, https://glm.io/132700 )
Einbruch: Weitere Bitcoin-Banken müssen schließen   
(04.03.2014, https://glm.io/104921 )
Eroiy: Eigene Kryptowährung soll Erotikbranche auf Touren bringen   
(01.03.2018, https://glm.io/133051 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/