Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gnutls-fehlerhafte-zertifikate-akzeptiert-1403-104914.html    Veröffentlicht: 04.03.2014 13:38    Kurz-URL: https://glm.io/104914

GnuTLS

Fehlerhafte Zertifikate akzeptiert

In der Verschlüsselungsbibliothek GnuTLS ist ein Fehler gefunden worden, der dazu führen kann, dass bösartige, gefälschte Zertifikate akzeptiert werden. Ähnlich wie bei der kürzlich bei Apple entdeckten Lücke spielt ein "goto fail" eine Rolle.

Die Entwickler der Verschlüsselungsbibliothek GnuTLS berichten über eine Sicherheitslücke, die dazu führen kann, dass gefälschte Zertifikate akzeptiert werden. Die Sicherheitslücke, die mit der ID CVE-2014-0092 bezeichnet wird, wurde bei einem Audit für die Linux-Distribution Red Hat entdeckt.

Ein Blick auf den geänderten Code erinnert an die als "goto fail" bekanntgewordene Sicherheitslücke, die kürzlich in Apple-Produkten entdeckt wurde. Der fehlerhafte C-Code von GnuTLS führt in bestimmten Situationen, wenn Prüfungen der Struktur des Zertifikats fehlschlagen, einen Befehl "goto cleanup" aus. Anschließend wird die Funktion beendet und es sieht für den weiteren Programmverlauf so aus, als sei das Zertifikat gültig. Ein Angreifer könnte ein Zertifikat erstellen, in dem an den entsprechenden Stellen Fehler sind. Ein solches bösartiges Zertifikat würde GnuTLS als gültig anerkennen. Korrekt wäre ein "goto fail", denn dann wird ein entsprechender Fehlercode gesetzt.

Die GnuTLS-Entwickler haben die Versionen 3.2.12 und 3.1.22 herausgegeben, in denen das Problem behoben ist. Für die ältere Version 2, die noch in manchen Linux-Distributionen zum Einsatz kommt, gibt es bislang kein Update, jedoch steht ein Patch hierfür bereit.

GnuTLS ist eine unter der LGPL stehende Bibliothek für TLS-Verbindungen und wird vor allem unter Linux genutzt. Verwendet wird GnuTLS überwiegend von kleineren Tools; Browser und Webserver setzen meist entweder auf OpenSSL oder NSS. Für Debian, Ubuntu und Red Hat steht bereits ein Update zur Verfügung.  (hab)


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