Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/boeing-black-phone-das-sich-selbst-zerstoerende-smartphone-1402-104830.html    Veröffentlicht: 27.02.2014 11:22    Kurz-URL: https://glm.io/104830

Boeing Black Phone

Das sich selbst zerstörende Smartphone

Boeing geht mit seinem abhörsicheren Smartphone den wohl extremsten Weg: Wird das mit Epoxidharz versiegelte Gerät geöffnet, werden alle Daten und die komplette Software gelöscht und das Gerät unbrauchbar gemacht. Gedacht ist das Smartphone für Regierungsbehörden.

Boeing plant offenbar, ein eigenes abhörsicheres Smartphone auf den Markt zu bringen. Dies geht aus Unterlagen hervor, die der US-Hersteller bei der Federal Communications Commission (FCC) eingereicht hat. Die FCC ist in den USA für die Zulassung von Kommunikationsgeräten zuständig.

Boeing bezeichnet das Smartphone als "Black Phone", ein Begriff, der auch von anderen Unternehmen für speziell gesicherte Geräte verwendet wird. Neben der Verschlüsselung von Telefonaten und Datenübertragungen soll das Boeing-Gerät Manipulation am Gehäuse erkennen - und es gegebenenfalls zerstören. Das Black Phone ist komplett mit Epoxidharz versiegelt, die Köpfe der verwendeten Schrauben sind ebenfalls versiegelt.

Zerstörung bei Gehäuseöffnung

"Es gibt keine wartbaren Teile in Boeings Black Phone und jeder Versuch, das Gerät zu warten oder zu reparieren, führt zu seiner Zerstörung", erklärt Boeing in der Beschreibung des Smartphones. "Jeder Versuch, das Gehäuse aufzubrechen, löst Funktionen aus, die die Daten und die Software löschen und das Gerät unbrauchbar machen."

Wie die Zerstörung funktioniert, verrät Boeing nicht - und ist auch sehr bedacht darauf, keine Informationen dazu zu veröffentlichen. Grund ist nicht nur der Wettbewerbsnachteil, den Boeing dadurch erleiden würde, sondern auch die Möglichkeit, Gegenmaßnahmen bezüglich des Schutzes zu entwickeln.

Dual-SIM und LTE-Unterstützung

Dementsprechend gibt es kaum Informationen zur Hardware des Gerätes. Aus den FCC-Daten geht hervor, dass das Black Phone Quad-Band-GSM, UMTS auf den Frequenzen 850, 1.800 sowie 2.100 MHz und LTE auf den Bändern 1, 4 und 17 unterstützt. Anhand eines Fotos ist zu erkennen, dass das Smartphone mit zwei SIM-Karten genutzt werden kann. Das Gerät beherrscht WLAN nach unbekanntem Standard und Bluetooth, zudem hat es offenbar einen HDMI-Ausgang. Zum Prozessor gibt es keine Informationen.

Der Internetseite Geekwire.com bestätigte ein Boeing-Sprecher die Existenz des Black Phones und erklärt, dass es mit Android erscheinen wird. Informationen zur Hardware gibt aber auch er nicht preis.

Nur für Regierungsorganisationen

Das Black Phone ist ausschließlich für Regierungsorganisationen und Unternehmen, die für solche arbeiten, gedacht - gewöhnliche Konsumenten werden das Smartphone wohl nicht in die Hände bekommen. Wann das Gerät veröffentlicht werden soll, ist noch nicht bekannt. Der Zertifizierung durch die FCC folgen gewöhnlich nur noch einige Wochen, bis das Gerät letztlich auf den Markt kommt.  (tk)


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