Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sharehoster-keine-entwickler-mehr-bei-rapidshare-1402-104806.html    Veröffentlicht: 26.02.2014 13:32    Kurz-URL: https://glm.io/104806

Sharehoster

Keine Entwickler mehr bei Rapidshare

Die Belegschaft bei Rapidshare soll nur noch aus einer Person bestehen. Alle anderen wurden zur Kündigung gedrängt oder von den Eignern entlassen.

Laut einem Bericht des Schweizer Magazins PCtipp.ch hat der Sharehoster Rapidshare nur noch einen Beschäftigten. PCtipp.ch beruft sich auf einen ehemaligen Mitarbeiter. Die Unternehmensführung soll 23 der 24 Beschäftigten vor die Wahl gestellt haben, freiwillig zu kündigen oder entlassen zu werden. "Mindestens 20 hätten dann selber gekündigt", sagte ein Insider PCtipp.ch.

Im Moment werde der Betrieb noch von einem Supportmitarbeiter aufrechterhalten, der Anrufe annehme und bestehende Kundenaccounts betreue. Vom Entwicklerteam sei niemand mehr in der Firma. "Es sind mehr als einer hier im Unternehmen", sagte ein Supportmitarbeiter Golem.de, er sei sich aber unsicher, ob er Zahlen nennen dürfe.

Ein Informant, der bei einem Hostingprovider tätig ist, sagte PCtipp.ch, die Eigentümer um Gründer Christian Schmid seien auf der Suche nach neuen Investoren. Bereits im Mai 2013 erklärte das Unternehmen Golem.de, ein "Zuschuss von frischem Kapital" sei nötig.

Ein Handelsregisterauszug zeigt, dass die ehemalige Geschäftsführerin Alexandra Zwingli in den vergangenen Tagen als zeichnungsberechtigte Person gelöscht wurde. Nur der frühere Firmenchef Kurt Sidler und ein Verwaltungsratsmitglied sind noch genannt. Das Unternehmen nahm zu dem Bericht bisher keine Stellung.

Der Deutsche Christian Schmid gründete Rapidshare im Jahr 2004 als wohl ersten One-Click-Hoster. Er besitzt eine Multi-Millionen-Villa in Vitznau am Vierwaldstättersee. Im Jahr 2006 verlegte Schmid den Firmensitz mit 60 Mitarbeitern nach Baar. Bis zu 10.000 TByte Daten sollen noch auf den Servern liegen.

Im November 2012 führte Rapidshare eine Traffic-Limitierung für über Links öffentlich angebotene Dateien ein. Kostenlose Accounts durften damit pro Tag nicht mehr als 1 GByte Daten übertragen.

Im März 2013 wurden nichtzahlende Rapidshare-Nutzer aufgefordert, ihre Daten zu entfernen, die über die neue Volumenbegrenzung von 5 GByte hinausgingen. Andernfalls würden sie gelöscht.  (asa)


Verwandte Artikel:
Landgericht Mönchengladbach: Google-Suche muss rechtes Schmähblog nicht ausblenden   
(06.09.2013, https://glm.io/101434 )
Urheberrecht: Rapidshare verliert gegen Buchhandel und Gema   
(15.08.2013, https://glm.io/101016 )
Megaupload: Dotcom erhält Vermögen und Container aus Hongkong   
(31.07.2017, https://glm.io/129214 )
Massenentlassung: Überleben von Rapidshare steht infrage   
(17.05.2013, https://glm.io/99331 )
Speicher: Huawei gibt Preise für Upgrades seiner Mobile Cloud bekannt   
(01.03.2018, https://glm.io/133088 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/