Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hands-on-yotaphone-2-doppeldisplay-smartphone-mit-touchscreen-epd-1402-104791.html    Veröffentlicht: 26.02.2014 10:33    Kurz-URL: https://glm.io/104791

Hands on Yotaphone 2

Doppeldisplay-Smartphone mit Touchscreen-EPD

Yota hat das Yotaphone 2 gezeigt, das wieder zwei Displays haben wird. Das E-Paper-Display auf der Rückseite ist diesmal Touch-fähig und damit wesentlich komfortabler zu bedienen. Damit wird einer der Hauptkritikpunkte am Yotaphone beseitigt. Wir haben uns angesehen, was es bringt.

Weniger als zwei Monate nach Verkaufsbeginn hat Yota das Nachfolgemodell des Yotaphones auf dem Mobile World Congress 2014 in Form eines frühen Prototyps vorgestellt. Das Yotaphone 2 greift das Grundprinzip des Vorgängermodells auf und hat zusätzlich zum normalen Touchscreen auf der Gehäuserückseite ein E-Paper-Display (EPD), das jetzt Touch-fähig ist. Beim Vorgängermodell gab es nur einen Touch-fähigen Bereich unterhalb des EPD, über den die Bedienung unpraktisch war.

Mit dem Touch-fähigen EPD kann das Smartphone auch von der Rückseite aus sehr bequem bedient werden, Blättern und Navigieren ist einfacher. Das Hauptdisplay muss nicht ständig eingeschaltet werden, um einzelne Bedienschritte vorzunehmen. Diente das rückseitige Display des Vorgängermodells vor allem dazu, Statusinformationen und Ähnliches anzuzeigen, kann es nun als halbwegs vollwertiger Ersatz etwa beim Lesen verwendet werden.

Auf eingehende Benachrichtigungen sollen Anwender deutlich einfacher reagieren können als beim Vorgängermodell, einzelne Benachrichtigungen sollen sich wegwischen lassen. Auf dem Prototyp, den wir gesehen haben, funktionierte das noch nicht. Auch die Interaktion mit sozialen Netzwerken ist über das EPD möglich.

Auf dem Yotaphone 2 sind einige neue, EPD-fähige Apps vorinstalliert. Neben einem Office-Paket wird das eine Fitness-App sein, die Informationen mit Gesundheits-Monitoring-Geräten anzeigt. Die Sportscaster bringt aktuelle Sportergebnisse auf das EPD.

EPD-fähiger Browser geplant

Beim ersten Yotaphone wurde schmerzlich ein Browser vermisst, der sich über das EPD bedienen lässt. Bis zur Markteinführung will Yota für das Nachfolgemodell einen Browser implementieren, der EPD-tauglich ist. Beim auf dem MWC gezeigten Prototyp fehlte er noch.

Das vergrößerte EPD zeigt Inhalte deutlich klarer und besser als der Vorgänger, was das Lesen angenehmer macht. Das liegt vor allem an der höheren Auflösung von 960 x 540 Pixeln. Beim Vorgänger betrug die Auflösung nur 640 x 360 Pixel, so dass selbst Schrift sehr pixelig sein konnte. Das Lesen auf dem EPD ist damit deutlich angenehmer. Im Unterschied zu üblichen Touchscreens kann das EPD vor allem unter direktem Sonnenlicht besonders gut abgelesen werden. Das EPD im neuen Modell wird auch eine Hintergrundbeleuchtung haben, so dass die Rückseite auch bei schlechten Lichtverhältnissen zum Lesen verwendet werden kann.

Parallel zum Yotaphone 2 hat der Hersteller ein Yotaphone SDK veröffentlicht. Damit können Entwickler ihre Android-Apps anpassen, damit sich diese ebenfalls über das EPD bedienen lassen. Denn erst mit diesen Anpassungen lässt sich eine App komplett auf den rückwärtigen Bildschirm bringen. Es ist zwar weiterhin möglich, mit einem Zweifingerwisch auf der Vorderseite einen Screenshot auf das EPD zu bringen, aber das dient nur für statische Informationen.

Yotaphone 2 mit verbesserter Ausstattung

Technisch wurde das neue Modell aufgestockt. Aus dem 4,3-Zoll-Touchscreen ist nun ein 5-Zoll-Modell mit einer hohen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln geworden. Das Display mit einer Pixeldichte von 442 ppi hinterlässt einen positiven Eindruck. Es ist blickwinkelstabil und die Inhalte erscheinen scharf und klar.

Aufgrund des größeren Displays wurde auch das Gerät größer, aber zugleich dünner. Das neue Modell misst 144 x 69,5 x 8,9 mm und soll rund 140 Gramm wiegen. Es wäre dann ähnlich schwer wie das Vorgängermodell. Die Speicherbestückung mit 2 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Speicher blieb wie vorher und es gibt weiterhin keinen Steckplatz für Speicherkarten. Das wurde Golem.de damit begründet, dass das Gerät sonst zu dick werden würde, denn die beiden Displays müssen auch entsprechend untergebracht werden.

Auch beim Prozessor wurde aufgestockt, statt des bisherigen Dual-Core-Prozessors gibt es nun Qualcomms Snapdragon 800. Zur Taktrate macht Yota noch keine Angaben, sie wird aber voraussichtlich bei über 2 GHz liegen. Das Gerät reagierte flüssig und zügig auf Eingaben. Das Yotaphone 2 soll mit der dann aktuellen Android-Version auf den Markt kommen. Das wäre eine Verbesserung zum Vorgängermodell, das noch mit der veralteten Version 4.2.2 erschienen ist, obwohl Android 4.4 bereits verfügbar war.

Hauptkamera mit geringerer Auflösung

Die Hauptkamera auf der EPD-Seite hat nur noch eine Auflösung von 8 Megapixeln, im Vorgängermodell war eine 13-Megapixel-Kamera. Die Linse wurde an einer anderen Stelle untergebracht, so dass es nicht mehr so leicht passieren sollte, dass versehentlich der Finger vor die Linse rutscht. Auf der Vorderseite gibt es eine 2-Megapixel-Kamera, im Vorgängermodell war es eine mit 1 Megapixel.

Das neue Modell wird von Haus aus LTE unterstützen und ist auch mit Dual-Band-WLAN nach 802.11 a/b/g/n mit dem schnellen ac-Standard ausgerüstet. Zudem gibt es Bluetooth 4.0, einen GPS-Empfänger und als Neuerung einen NFC-Chip.

50 Stunden Akkulaufzeit bei EPD-Nutzung

Auch der fest eingebaute Akku wurde aufgestockt und soll eine Kapazität von 2.550 mAh haben. Das Vorgängermodell hatte nur 1.800 mAh, nachdem die Akkukapazität vor der Markteinführung noch verringert worden war. Wer auf dem Yotaphone 2 vor allem über das EPD liest und es darüber bedient, soll eine Akkulaufzeit von mehr als 50 Stunden erhalten. Das Smartphone sollte also selbst bei intensiver Nutzung mindestens zwei Tage durchhalten. Dieser Wert gilt aber nur bei ausschließlicher EPD-Verwendung. Ob das in der Praxis umsetzbar ist oder es doch zu viele Einschränkungen gibt, muss sich erst noch zeigen. Der Akku im Yotaphone 2 soll sich drahtlos aufladen lassen.

Fazit

Das Yotaphone der zweiten Generation ist im Grunde so, wie schon das erste Modell hätte sein sollen. Mit dem Touchscreen-EPD kann es auch von der Rückseite aus bedient werden, ohne dass ständig der Hauptbildschirm eingeschaltet werden muss. Nur so hat der Besitzer eines Yotaphones überhaupt eine Chance, von der EPD-Technik zu profitieren und eine deutlich längere Akkulaufzeit zu erreichen. Hier muss ein Test zeigen, welche Werte in der Praxis möglich sind.

Das größte Manko bleibt, dass es auch für das Yotaphone 2 bislang nur die von Yota angebotenen Apps gibt, die das EPD direkt nutzen. Ob die Veröffentlichung des SDK allein dazu führen wird, dass Entwickler ihre Apps dafür anpassen, ist durchaus fraglich. Denn für App-Entwickler ergibt sich das Bild, dass sie ihre Apps für ein Nischengerät anpassen, das wohl nur von wenigen Kunden benutzt wird. Vor allem E-Book-Reader-Apps, aber auch News-Apps sowie Feed-Reader müssten entsprechend überarbeitet werden, damit das EPD viel zum Lesen verwendet werden kann, um von dem Doppel-Display-Konzept zu profitieren.

Verringerter Kaufpreis für Yotaphone-Besitzer

Bis das Yotaphone 2 auf den Markt kommt, wird es noch eine Weile dauern. Erst für Oktober oder November 2014 ist der Verkauf anvisiert. Der Preis soll auf dem Niveau des Vorgängermodells liegen, das für 500 Euro auf den Markt kam. Der Hersteller will Besitzern des Yotaphones der ersten Generation einen Rabatt einräumen, so dass sie das Nachfolgemodell zu einem deutlich günstigeren Preis erhalten. Details wird es dazu erst später geben.  (ip)


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